„2018 habe ich mit 40 Millionen Euro Schulden ein Erbe übernommen, dass ich nicht ausschlagen konnte“, stellt die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek auf einer Pressekonferenz fest, auf der sie einen Rückblick auf das Jahr 2019 gab, das erste vollständige in ihrer Amtszeit – und zugleich einen Ausblick auf wichtige Vorhaben des Jahres 2020.

Angesichts der knappen Kassen, die sowohl der Verwaltung als auch den Stadtverordneten keine großen Spielräume lassen, um die Wünsche der Bürger zu erfüllen, habe sich in Forst im vergangenen Jahr viel bewegt, lautet das Resümee der Bürgermeisterin.

Viele Projekte in und um Forst wurden geschafft

Konkret sprach sie Projekte an wie die 2019 begonnene Sanierung der Schwimmhalle, den Neubau der Turnhalle Keune, die abgeschlossene Sanierung der Turnhalle von Bademeusel oder die Eröffnung des Dorfgemeinschaftshauses von Klein Jamno.

Forst

Zudem konnten Fördermittel für Vorhaben wie das Textilmuseum oder das Rad- und Reitstadion akquiriert werden. Zur den Stärken von Forst zähle auch die große Vielfalt an Veranstaltungen in der Stadt, die ohne private Initiative nicht aufrechterhalten werden könnte. Hier nannte die Bürgermeisterin unter anderem die Rosengartensonntage, die städtische Veranstaltung zu 30 Jahre Mauerfall und das Steam-Rose-Festival.

Neuauflage des Steam-Rose-Festivals in Forst denkbar

In diesem Zusammenhang sprach sich die Bürgermeisterin für eine Neuauflage des Steam-Rose-Festival im Jahr 2021 aus. Allerdings sei das Festival auch ein Frage des Augenmaßes im Umgang mit Ressourcen und sollte in enger Absprache mit dem zuständigen Werksausschuss erfolgen. Auch weil das Textilmuseum als einer der Veranstaltungsorte im Jahr 2021 wegen des Umbaus nicht zur Verfügung steht.

Ein weiterer Punkt ist der 2019 abgeschlossene Stadtmarketing-Prozess, der in diesem Jahr in die Umsetzungsphase kommt. Dazu gehören die schon angesprochene Umgestaltung des Textilmuseums inklusive einer attraktiven Präsentation der „Schwarze Jule“, die Neugestaltung des Internetauftritts der Stadt mit erweiterten Nutzungsmöglichkeiten für Gäste und Bürger oder auch die Neuausrichtung der Tourist-Information an einem neuen Standort.

Bürgermeisterin plädiert für attraktivere Innenstadt

Bei der Stadtentwicklung steht der Bereich Cottbuser-Straße/Berliner Straße im Focus. „Hier muss etwas passieren“, sagt Simone Taubenek. So sei die Cottbuser Straße zwar jetzt in einem bautechnisch einwandfreien Zustand, nun gelte es jedoch – in Kooperation mit den Gewerbetreibenden – für ein attraktives Straßenbild zu sorgen.

Und um den Prozess des Strukturwandels politisch eng zu begleiten wird Forst weiterhin aktiv in der Lausitz-Runde mitarbeiten, dem Bündnis der vom Kohleausstieg betroffenen Kommunen.

Auch 2020 will die Stadt ein großes Augenmerk darauf richten, an welchen Förderprogrammen vom Bund, Land oder EU sie sich beteiligen kann. „Wobei wir auch bei Fördermitteln daran denken müssen, dass die Stadt immer noch einen Eigenanteil aufbringen muss“, so die Bürgermeisterin.

Über EU-Fördergelder wird 2020 beispielsweise das Dorfgemeinschaftshaus Bohrau erneuert und sein Umfeld gestaltet.

Forst krönt in diesem Jahr die 30. Rosenkönigin

Die Hälfte des Stadions am Wasserturm, die nicht vom Landkreis zum Schulsportplatz für das Gymnasium umgebaut wird, sondern in städtischer Hand verbleibt, besitzt weiter hohe Priorität im Sportstättenentwicklungskonzept. Die Stadt wird das Thema daher auf der Agenda behalten. Gegenwärtig stehen allerdings dafür keine Fördergelder in Aussicht.

Beim Kulturangebot hofft die Bürgermeisterin nach der Pensionierung von Pfarrer Christoph Lange auf einen Nachfolger, der die gute Tradition fortsetzt, die Stadtkirche als Ort für Konzerte und andere Veranstaltungen für die ganze Stadt anzubieten.

Im Jahr 2020 stehen mehrere, für Forst relevante Jubiläen an. Dazu zählt die Krönung der 30. Rosenkönigin bei den Rosengartenfesttagen genauso wie 30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Forst und Wermelskirchen. 20 Jahre bestehen zudem die Städtepartnerschaften mit Lubsko und Brody. Dazu kommt am 3. Oktober der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. „Dafür werden wir uns Veranstaltungen überlegen“, verspricht Simone Taubenek.