Spenden für Soé
: Schweres Schicksal – so wird der Familie aus Jethe jetzt geholfen

Die Familie der schwer kranken Soé aus Jethe bei Forst (Lausitz) kämpft mit enormen Herausforderungen. Eine Freundin hat jetzt eine Spendenaktion gestartet.
Von
Harriet Stürmer
Forst
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Soé ist schwerbehindert. Zehn Jahre lang ermöglichte ihr eine Krankenschwester den Besuch von Kita und Schule. Jetzt ist damit Schluss.

Soé ist schwerst mehrfachbehindert. Zehn Jahre lang ermöglichte ihr eine Krankenschwester den Besuch von Kita und Schule. Jetzt ist damit Schluss.

Stefanie Krautz
  • Familie in Jethe kämpft um Betreuung für die schwerstbehinderte Soé – Rechtsstreit mit Krankenkasse.
  • Krankenkasse verweigert seit April 2025 Kostenübernahme für Pflegekraft in Schule.
  • Spendenaufruf auf GoFundMe gestartet: Ziel 40.000 Euro für ein behindertengerechtes Auto.
  • Neues Auto soll Platz für Hilfsmittel schaffen und dringend notwendige Fahrten ermöglichen.
  • Bisher über 11.500 Euro aus 170 Spenden gesammelt (Stand: 16. Juli 2025).

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Schicksal der schwer kranken Soé bewegt die Menschen in der Lausitz. Das Mädchen leidet an einem seltenen Gendefekt, ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. Jetzt macht der Familie aus Jethe bei Forst (Spree-Neiße) auch noch ein Rechtsstreit mit der Krankenkasse zu schaffen. Ein Spendenaufruf soll helfen.

Soé ist schwerst mehrfachbehindert. Sie leidet zusätzlich an einer Epilepsie, die untherapierbar ist. Die Eltern können nur mithilfe einer hochkomplexen Diät versuchen, einen lebensbedrohlichen Krampfanfall zu verhindern.

Kräftezehrender Rechtsstreit mit der Krankenkasse

Vor einigen Tagen war das Schicksal der Zwölfjährigen öffentlich geworden, nachdem Mutter Juliane Paulick LR.de von dem kräftezehrenden Rechtsstreit mit der Krankenkasse berichtet hatte. Die Kasse hat zehn Jahre lang die Kosten für eine Pflegefachkraft übernommen, die Soé zuerst in der Kita und dann in ihrem Schulalltag begleitete, um schnell eingreifen zu können, sollte ein epileptischer Anfall drohen.

„Wenn der Krampf einmal eingesetzt hat, hilft nur Glück, damit mein Kind das gut übersteht“, sagt Mutter Juliane. Eine konstante Beobachtung können Mitarbeiter an der Schule aber kaum leisten.

Im April 2025 lehnte die Kasse die weitere Übernahme der Kosten für die Betreuung in der Schule plötzlich ab. Ein Gutachten des Medizinischen Dienstes war zuvor zu dem Schluss gekommen, dass es nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit täglich unvorhersehbar zu lebensbedrohlichen Situationen mit der Notwendigkeit einer sofortigen behandlungspflegerischen Intervention komme.

Jeder Ausflug mit Soé bedeutet eine logistische Herausforderung

Seitdem kann das Mädchen aus Jethe (Gemeinde Wiesengrund) nicht mehr zur Schule gehen. Die Freunde fehlen, das gesamte soziale Umfeld in der Spree-Schule in Cottbus. Den Eltern – sie sind beide berufstätig – scheint der Schulbesuch von Soé jedoch so nicht verantwortbar. Gleichzeitig ist die Situation auch für sie zusätzlich belastend; sie müssen nun erst recht rund um die Uhr für ihre Tochter da sein.

Zu all den Herausforderungen gesellt sich inzwischen auch noch ein Problem mit dem Familienauto. Mutter Juliane Paulick erklärt den Hintergrund: „Jeder Ausflug – sei es ins Kinderhospiz, zur Therapie oder einfach mal ein Tapetenwechsel – bedeutet eine logistische Herausforderung. Wir müssen eine große Kühlbox mitnehmen, die ihr spezielles Essen enthält – diese nimmt den halben Kofferraum ein. Hinzu kommen weitere Hilfsmittel wie Rollstuhl, Rehabuggy, Duschstuhl und Sachen, die Soé in ihrem Alltag braucht. Unser jetziges Auto platzt aus allen Nähten.“

Soé ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen.

Soé ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen.

GoFundMe

Viele notwendige Hilfsmittel müssen die Eltern zu Hause lassen oder umständlich unterbringen – „was vor allem in Notfällen zur Belastung wird“, wie Soés Mutter sagt. „Ein größeres Auto würde uns den Alltag enorm erleichtern und wichtige Fahrten wieder möglich machen. Denn derzeit steht in der Schwebe, ob wir zur selbstfinanzierten Therapie überhaupt fahren können, weil das Auto schlicht zu klein ist.“

Aufruf auf der Online-Spendenplattform GoFundMe

Viele Therapien für Soé finanziert die Familie bereits aus eigener Tasche. Zusätzlich ist auch der aktuelle Rechtsstreit nicht nur emotional belastend, sondern auch finanziell herausfordernd. „Für ein neues, größeres Auto fehlt uns einfach die Kraft – und das Geld.“

Maria Schuppan, eine enge Freundin von Mutter Juliane, will helfen. Sie hat auf der Online-Spendenplattform GoFundMe einen Spendenaufruf für ein behindertengerechtes Auto gestartet – unter dem Titel „Soé braucht mehr Platz zum Leben – helft uns, mobil zu bleiben“.

Das Ziel: 40.000 Euro für ein Familienauto

Das Ziel: 40.000 Euro. Mit dem Geld könnte die Familie ein Auto finanzieren, das Platz für Soé und ihre Hilfsmittel bietet – „und uns wieder Luft zum Atmen gibt“, wie Mutter Juliane sagt.

Jede Spende, ob groß oder klein, bringt die Familie diesem Ziel ein Stück näher. Inzwischen sind bereits knapp 170 Spenden eingegangen und mehr als 11.500 Euro zusammengekommen (Stand: 16. Juli 2025).

Spenden für Soé

„Helft uns mobil zu bleiben“ – der Spendenaufruf für Soé auf GoFundMe:
www.gofundme.com/f/soe-braucht-mehr-platz-zum-leben-helft-uns-mobil-zu-bleiben