Schuldnerberatung in Forst
: Schuldner bald mit neuer Anlaufstelle in Rosenstadt

Der Zak-Verein hat viele Jahre lang die Schuldnerberatung in Forst betrieben. Nun löst sich der Verein jedoch auf. Ein neuer Betreiber ist aber schon gefunden.
Von
Marcel Laggai
Forst
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Schuldnerberatung: ILLUSTRATION - 15.03.2011, Schleswig-Holstein, Laboe: Klingelschild von Schuldnerberatung. (zu dpa: «Singles suchen häufiger Hilfe bei Schuldnerberatungen») Foto: Angelika Warmuth/dpa/dpa-tmn +++ dpa-Bildfunk +++

Der Zak-Verein aus Forst (Lausitz) hat sich viele Jahre lang um die Schuldnerberatung in der Stadt gekümmert, doch damit ist demnächst Schluss. Der Verein löst sich nämlich bald auf.

Angelika Warmuth/dpa
  • Der Zak-Verein beendet nach 31 Jahren seine Schuldnerberatung in Forst zum Jahresende 2025.
  • Die Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Brandenburg Süd e.V. übernimmt ab Dezember die Beratung.
  • Die neue Beratungsstelle wird in der Kleinen Amtstraße 2 in Forst eingerichtet.
  • Durchschnittliche Schulden 2024: 32.976 Euro; Höchstwerte bei Über-65-Jährigen mit 47.000 Euro.
  • Beratungsangebot künftig nur tageweise und nach Terminabsprache verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Aus für den Zak-Verein aus Forst (Lausitz) schlägt nach wie vor Wellen: Nach 31 Jahren hat er jüngst nämlich seine Auflösung zum Ende des Jahres bekanntgegeben.

Doch sind es weniger die Belange der Frauen, um die sich die Bürger Sorgen machen. Schließlich gibt es auch andere Vereine oder Institutionen in der Stadt, die sich mit ähnlichen Themengebieten befassen. So findet beispielsweise in der „Villa Digitalkultur“ (Blumenstraße 9) regelmäßig ein Frauenstammtisch statt, der Themen aufgreift, die Frauen bewegen.

Anders sieht es jedoch bei der Schuldnerberatung aus, um die sich der Zak-Verein ebenfalls über viele Jahre gekümmert hat. Die dortige Ansprechpartnerin Ines Puder hat allerdings bereits angedeutet, dass inzwischen ein adäquater Ersatz gefunden wurde.

Landkreis Spree-Neiße bereits 2024 über Auflösung informiert

Federführend dafür ist die Spree-Neiße-Kreisverwaltung. Und tatsächlich ist die Auflösung des Vereins dort schon weitaus länger bekannt. „Im November 2024 hat der Zak e. V. dem Landkreis in einem Gespräch bereits signalisiert, dass sich der Verein aus Altersgründen auflösen wird und die Tätigkeit im Bereich der Schuldnerberatung zum Jahresende 2025 endet“, so Torsten Winter, Fachbereichsleiter Soziales im Spree-Neiße-Kreis.

Dies habe der Träger dem Landkreis im Dezember 2024 nochmals schriftlich mitgeteilt. Um einen nahtlosen Übergang und die Aufrechterhaltung des Angebots einer Schuldnerberatung zu gewährleisten, hat die Kreisverwaltung daraufhin ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren auf den Weg gebracht. Dem zuständigen Fachbereich ist offensichtlich bewusst, wie wichtig und nötig dieses Angebot für Schuldner in der Region ist.

Deutlich machen das ebenso die aktuellen Zahlen der Schuldenlast vieler Bürger. „Personen, die 2024 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen, waren durchschnittlich mit 32.976 Euro verschuldet“, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Allerdings haben ältere Menschen in der Regel deutlich höhere Schulden als jüngere. Den vorliegenden Zahlen zufolge betrugen die durchschnittlichen Verbindlichkeiten bei den Unter-25-Jährigen rund 11.000 Euro, wohingegen der Schuldenberg bei den Über-65-Jährigen bei knapp 47.000 Euro lag.

Und trotzdem lag der Anteil der beratenen Personen nur bei circa 5 Prozent (unter 25 Jahre) beziehungsweise bei rund 9 Prozent (über 65 Jahre). Zum Vergleich: Bei Menschen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren lag der Anteil der beratenen Personen bei knapp 28 Prozent.

Arbeiterwohlfahrt übernimmt Schuldnerberatung in Forst

Wie viele Träger haben denn aber überhaupt auf das Interessenbekundungsverfahren des Landkreises reagiert? „An dem Interessenbekundungsverfahren haben sich vier Träger beteiligt, wovon drei Träger bereits seit Jahren im Bereich der Schuldnerberatung sowie im Insolvenzverfahren tätig sind und somit diese Träger alle sehr qualifizierte Angebote eingereicht haben“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Nach der Bewertung der eingereichten Unterlagen kam der Fachbereich Soziales zu dem Ergebnis, dass die Interessenbekundung des Trägers Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Brandenburg Süd e.V. die höchste Punktzahl erreicht hat und somit das Angebot der Schuldnerberatung für die Versorgungsregionen Forst und Cottbus-Land übernehmen kann. Laut eigenen Angaben hat der Arbeiterwohlfahrtsverband durch ein qualifiziertes Konzept, den konkreten Personaleinsatz, die räumliche Anbindung der zukünftigen Beratungsstandorte und die angegebene Zeitschiene überzeugt. Und wann geht es los?

„Der eingesetzte Mitarbeiter tritt am 1. Dezember seinen Dienst in Forst an“, sagt Ines Henkel, Fachbereichsleiterin für ambulante Dienste beim Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt. Zwar müsse er sich im Dezember sicherlich noch vor Ort einarbeiten, Interessenten könnten sich aber trotzdem schon bei ihm melden, fügt sie hinzu. Anfang Januar kann er dann laut Ines Henkel voll durchstarten, sodass der vom Landkreis forcierte nahtlose Übergang der Schuldnerberatung auch wirklich realisiert werden kann.

Allerdings müssen sich die Schuldner dann an die neue Adresse der Beratungsstelle gewöhnen. „Unsere Schuldnerberatung zieht in die Kleine Amtstraße 2, wo sich bereits die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte befindet.“ Über den Zuschlag für die Arbeiterwohlfahrt freut sich Ines Henkel derweil, da somit das Netz der Beratungsstellen in Spremberg, Cottbus und Forst weiter ausgebaut wird. Die Fachbereichsleiterin weist allerdings darauf hin, dass die Beratungsstelle künftig nur tageweise und nach Terminabsprache besetzt sein wird.