Zu deutlich mehr Einsätzen als noch im Jahr zuvor sind die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren im Amt Döbern-Land im vergangenen Jahr ausgerückt. Das geht aus der Bilanz von Amtswehrführer Lars Mudra hervor. Die Kameraden hätten dabei bewiesen, dass sie an 365 Tagen im Jahr, Tag und Nacht, bei Wind und Wetter rund um die Uhr ein zuverlässiger Partner im gut funktionierenden System der Gefahrenabwehr waren, so Mudra.

Steigende Mitgliedszahlen

Personal: Derzeit sind 750 Frauen und Männer bei der Freiwilligen Feuerwehr Amt Döbern-Land. Diese arbeiten ehrenamtlich in 19 Ortswehren, wobei 386 im operativen Einsatzdienst tätig sind. 182 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren werden in jeweils elf Kinder- und Jugendgruppen zu Brandschützern von morgen ausgebildet. „Sehen lassen kann sich besonders der Anteil der weiblichen Mitglieder“, sagt Lars Mudra. 71 Frauen arbeiten im aktiven Dienst mit, 70 Mädchen in den Nachwuchseinheiten. Mit ihrem jahrelangen Erfahrungsschatz bilden die 182 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung einen wichtigen Stützpfeiler er Feuerwehr. Die Mitgliedszahlen sind laut Mudra steigend. Das sei ein Erfolg der Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre. Allerdings bedeutet das nicht, dass alle Plätze auf den Einsatzfahrzeugen stets besetzt sind. Mudra hofft deshalb, dass auch zugezogene Bürger in den Orten Interesse an einer Mitarbeit in der Feuerwehr entwickeln. Ein Beispiel, wie es ganz schnell klappen kann, zusätzliche Mitstreiter zu gewinnen, sei die Initiative der Ortsfeuerwehr in Jerischke. Dort wurde durch die Feuerwehr eine Einwohnerversammlung für die Neu-Bürger veranstaltet. An einem Abend konnten so zehn neue Mitstreiter für die Feuerwehr gewonnen werden, berichtet Mudra.

Leitung: Amtswehrführer in Döbern-Land ist Lars Mudra, seine Stellvertreter sind Frank Queißer, Norman Schlüter und Jernou Chahin. Die Funktion der Amtsjugendwartin bekleidet Nanett Kusch, hauptamtlicher Amtsgerätewart der Feuerwehr ist Robert Pult.

Mehr Einsätze als im Jahr zuvor

Einsätze: Mit 124 Einsätzen sei das Jahr 2019 noch arbeitsreicher als das Vorjahr gewesen, so der Amtswehrführer. Diese gliederten sich in 45 Brandeinsätze, 68 technische Hilfeleistungen mit zwei Türnotöffnungen, sieben Tragehilfen und sechs Fehlalarmierungen (davon fünf durch Brandmeldeanlagen). Bei den Einsätzen wurden laut Mudra 46 Menschen gerettet, drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Letztere Einsätze seien emotional besonders belastend. Bis an die physische Belastungsgrenze seien die Kameraden bei den zahlreichen Waldbränden gelangt. „Manchmal gab es drei Einsätze am Tag, das bei Temperaturen bis 37 Grad“, so Mudra. Auch das Sturmtief mit zahlreichen Schäden sei eine besondere Herausforderung gewesen. Lars Mudra: „Diese Aufgaben zu jeder Tages- und Nachtzeit bedeuten für unsere Kameraden immer wieder Anspannung, Risiko, Gefahr für die eigene Gesundheit und nicht zuletzt Verzicht auf Freizeit und Familie.“ Neben diesen Einsätzen seien es häufig die Feuerwehrleute, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben in den einzelnen Orten und Gemeinden organisieren. Mudra: „Zusätzlich sind wir in Kindertagesstätten und Schulen unterwegs, um Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern und die Brandschutzerziehung zu fördern.“ Einen Einblick in diese wichtige Nachwuchsarbeit kann man am 4. April 2020 beim Tag der offenen Tür im Kinder- Jugend- und Ausbildungszentrum in Döbern/Eichwege oder am 20. Juni 2020 im Rahmen des internationalen Amtsjugendfeuerwehrlagers in Klein Loitz bekommen.

Neue Technik geplant

Technik: Der Feuerwehr im Amt stehen aktuell 33 Fahrzeuge, fünf Motorräder, ein Quad, zwei Rettungsboote, zwölf Anhänger und eine Hubarbeitsbühne zur Verfügung. Neu angeschafft wurden das Tanklöschfahrzeuges in Groß Schacksdorf, neue hydraulische Rettungsgeräte in Trebendorf sowie Digitalfunkgeräte und sonstige technische Komponenten. Bei der persönlichen Ausrüstung seien weitere Anschaffungen nötig, genau wie für die teilweise schon mehr als fünfundzwanzig Jahre alte Technik.

Ausblick: In diesem Jahr soll es laut Mudra Ersatz für den B1000 in Jerischke durch ein modernes Mannschaftstransportfahrzeug geben. An Gerätehäusern seien Modernisierungen und Werterhaltungen geplant. Außerdem steht die zweite Phase der Einführung des Digitalfunks auf dem Plan. Die Finanzierung sei durch das Amt im Haushalt geplant. Außerdem besteht der Bedarf eines weiteren Mannschaftstransportfahrzeuges für die Jugend- und Nachwuchsarbeit.