Die Pläne eines privaten Investors, an der Alten Heerstraße in Döbern einen Solarpark zu errichten, sind von den Döberner Stadtverordneten gebilligt worden. Bereits vor knapp vier Jahren war ein Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan gefasst worden. Nach umfangreichen Untersuchungen und einigen Anpassungen steht das Projekt jetzt kurz vor der Umsetzung.

Durch die vorgeschriebene Beteiligung der Träger öffentlicher Belange waren ungeahnte Schwierigkeiten aufgetaucht. Da der Solarpark im Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes „Wald- und Restseengebiet um Döbern“ gebaut werden soll, sollte ein Zustimmungsverfahren vom Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft als Verordnungsgeber durchgeführt werden, was aber wieder verworfen wurde.

Solarpark-Bauer hat bereits viel Geld investiert

Ein Teilstück des zur Bebauung vorgesehenen Grundstücks ist zudem als NNE-Fläche (Nationales Kulturerbe) ausgewiesen. Hier war ein Flächentausch auf höchster Ebene (Bundesforst) angedacht. All diese naturschutzrechtlichen Belange erforderten laut Verwaltung unzählige Beratungen, Konzepte und Stellungnahmen. Letztlich habe der Investor dafür viel Geld investiert, um die Planung umsetzen. Deshalb habe er sich für einen Kompromiss entschieden. So wurde der Geltungsbereich des Bebauungsplanes verkleinert. Die NNE-Fläche soll nun nicht bebaut werde. Aufgrund dieser Änderungen muss der Plan noch einmal öffentlich aus gelegt werden.

Die Fotovoltaikmodule sollen nun auf einer insgesamt knapp vier Hektar großen Fläche installiert werden. Zum Schutz der Bewohner eines Hauses, das sich rund 15 Meter zur östlichen Baugrenze befindet, wird ein Sichtschutzzaun errichtet sowie eine entsprechende Heckenpflanzung vorgenommen. Die Höhe des Sichtschutzzaunes darf die Oberkante der Module nicht unterschreiten.

Fotovoltaikanlage darf bis 2045 genutzt werden

Die Nutzung für eine Fotovoltaikanlage ist für einen Zeitraum von 25 Jahren bis spätestens Ende 2045 befristet. Nach Ablauf der Frist sind die Module einschließlich der Gestelle (Unterkonstruktion), Nebenanlagen, Trafostationen, Wechselrichterstationen, Verkabelung und Zaunanlagen kontaminationsfrei zurückzubauen. Der Rückbau ist durch einen Vertrag zu sichern. Außerdem rechnet die Stadt mit Einnahmen von rund 200 000 Euro.