OSZ Forst
: Zukunftscampus startet mit Parkhaus und hunderten Containern

Der Zukunftscampus Spree-Neiße in Forst soll die Berufsausbildung modernisieren. Dafür zieht das OSZ vorübergehend in eine Containerschule. Die Kreisverwaltung gewährt Einblicke in das XXL-Projekt.
Von
Marcel Laggai
Forst
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ohnheim am OSZ I in Forst

Das Wohnheim am Oberstufenzentrum I in Forst (Lausitz) wird derzeit entkernt und soll anschließend abgerissen werden. Dies ist der erste Bauabschnitt des „Zukunftscampus Spree-Neiße“, mit dem sich der Landkreis für die Berufe der Zukunft neu aufstellen möchte.

Marcel Laggai
  • Forst plant „Zukunftscampus Spree‑Neiße“ mit Parkhaus und viel Grün am OSZ‑Standort.
  • Entkernung des Wohnheims läuft; Abriss folgt als erster Bauabschnitt.
  • Schulbetrieb zieht 2027/2028 in Containerschule (U‑Form, 3‑stöckig, ca. 5000 m²).
  • Kosten Interimslösung ca. 9,5 Mio. Euro; Projektförderung knapp 90 %, Eigenanteil ca. 8,6 Mio.
  • Abschluss bis spätestens 2030 nötig; 90 Parkplätze am Übergangsstandort geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der moderne „Zukunftscampus Spree-Neiße“ in Forst (Lausitz) nimmt immer mehr Form an – zumindest in der Vision. Während die Entkernung des vorderen Wohnheim-Gebäudes in der Richard-Wagner-Straße 37 bereits begonnen hat, hat die Kreisverwaltung jetzt weitere Einblicke in das Großbauprojekt gewährt.

Das große Ziel dieses Vorhabens ist es, eine zukunftsfähige Berufsausbildung am Standort Forst zu etablieren. Der scheidende Landrat Harald Altekrüger (CDU) möchte mit dem Projekt aber nicht nur die Berufsausbildung vor Ort neu und vor allem zukunftssicher aufstellen, sondern auch die Attraktivität des gesamten Areals steigern.

Dies betrifft sowohl die Gebäude als auch die Außenflächen, die einen campusähnlichen Charakter mit viel Grün erhalten sollen. Doch was ist alles geplant?

Zukunftscampus in Forst muss 2030 den Betrieb aufnehmen

Schon jetzt gilt das riesige Bauvorhaben als enorme Herausforderung. Nicht zuletzt, weil der Landkreis immer noch keinen genehmigten Haushalt vorweisen kann. Auch wenn das Projekt mit knapp 90 Prozent gefördert wird, muss die Kreisverwaltung Eigenmittel von rund 8,6 Millionen Euro aufbringen. Trotz der angespannten Haushaltslage ist Altekrüger optimistisch, dass der Kreis demnächst doch endlich grünes Licht für den Kreishaushalt gibt.

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„Dafür haben wir am 25. März 2026 sogar einen Sonderkreistag angesetzt, damit nicht noch mehr Zeit verstreicht“, sagt Harald Altekrüger. Schließlich ist Zeit ein essenzieller Knackpunkt bei diesem Bauprojekt. Um nämlich die komplette Finanzierung abrufen zu können, muss das Projekt „Zukunftscampus“ bis spätestens 2030 abgeschlossen sein. Doch auch die Bürgermeisterin von Forst, Simone Taubenek (parteilos), gibt sich zuversichtlich.

Fotomontage Zukunftscampus Spree-Neiße

Die ersten Entwürfe des Planungsbüros für den „Zukunftscampus Spree-Neiße“ in Forst (Lausitz). Auffällig ist die Verbindung von viel Grün mit der historischen Baustruktur.

RBZ GP/AGZ Zimmermann Architekten/Raum und Bau, Montage: Sebastian Lehmann

Trotz unterschiedlicher Meinungen stehe laut ihrer Aussage auch die Stadtverordnetenversammlung vollends hinter dem XXL-Projekt, da es auch der Sichtbarkeit des Strukturwandels diene. Demnach wird der laufende Strukturwandel eben nicht nur in Cottbus, Spremberg oder Guben, sondern auch in Forst sichtbar vorangetrieben. Die Bürgermeisterin bezeichnet das Projekt gar als neues „Schmuckstück für die Stadt“.

Nicht zuletzt, weil Forst damit auch sein erstes Parkhaus erhält. Dieses ist in erster Linie aber für die knapp 1300 Berufsschüler gedacht. Der Fokus liegt allerdings auf der modernen und barrierefreien Sanierung des Lehrgebäudes und der Lehrwerkstätten. Diese Runderneuerung kann jedoch nicht parallel zum regulären Schulbetrieb stattfinden. Deshalb wurde sich für eine Interimslösung entschieden.

Unterrichtsfläche des OSZ in Forst muss halbiert werden

Der Schulbetrieb am OSZ wird nämlich kurzerhand ausgelagert. Ab dem Schuljahr 2027/2028 sollen die Berufsschüler in einer temporären Containerschule unterkommen. Laut Entscheidung des Kreistags werden die Container auf einer Freifläche in der Rüdigerstraße/Ecke Max-Fritz-Hammer-Straße aufgestellt. Diese ist knapp einen Kilometer Luftlinie vom jetzigen OSZ-Standort entfernt.

Doch die Dimensionen haben es in sich, auch wenn die Grundfläche der Berufsschule massiv eingeschränkt werden muss. Die Lernflächen des OSZ an der Heinrich-Heine-Straße erstrecken sich nämlich über eine Fläche von knapp 10.000 Quadratmetern. So viel Platz steht am Interimsstandort jedoch nicht zur Verfügung. „Der dreistöckige Container-Komplex in U-Form wird eine Fläche von knapp 5000 Quadratmetern umfassen“, sagt Jan Hörning, Leiter des Sachgebiets Hochbau in Spree-Neiße.

Und auch wenn sich die Fläche halbiert, sind dafür immer noch Hunderte Container nötig. Glücklicherweise liegen auf dem FWG-Grundstück bereits sämtliche Medien wie Wasser und Strom an, sodass die Kosten diesbezüglich in Grenzen gehalten werden können. Dennoch kosten die Miet-Container sowie der temporäre Umzug des OSZ den Landkreis eine ordentliche Stange Geld. Die Kreisverwaltung taxiert die Kosten für dieses Ausweichquartier für den Zeitraum der Bauausführung gegenwärtig auf circa 9,5 Millionen Euro.

Aber besteht in der neuen Nachbarschaft nicht ein gewisses Konfliktpotenzial? Schließlich zieht das OSZ vom Forster Stadtrand mehr oder weniger ins Stadtzentrum. Und eben auch in die direkte Nachbarschaft der Grundschule Mitte. „Das ist uns durchaus bewusst, weshalb wir bereits mit der Grundschule in Kontakt stehen“, versichert Michael Koch, Bildungsdezernent des Landkreises Spree-Neiße. Schließlich sei die Interimslösung ja auch für zwei Jahre gedacht, fügt er hinzu. Weiterhin wird auch eine andere Startzeit für den Unterricht am OSZ diskutiert, um die Verkehrssituation nicht zu verschärfen.

Auch die Parksituation hat die Kreisverwaltung im Blick. „Es gibt sicherlich auch Anwohnerparkplätze vor Ort. Um Probleme mit den Nachbarn zu vermeiden, sollen auf dem temporären Schulstandort aber auch 90 Parkplätze für Schüler und Lehrer zur Verfügung stehen“, so Koch abschließend.

Oberstufenzentrum I Spree-Neiße in Forst

Die berufliche Schule befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Spree-Neiße.

Das OSZ bildet speziell in den Berufsfeldern Metalltechnik (Anlagentechnik, Mechatronik, Industrietechnik), Elektrotechnik, Informatik, Informationstechnik und Verkehrstechnik (Kraftfahrzeugtechnik) aus.

Das OSZ I SPN befindet sich auf dem Gelände und in den Gebäuden der komplett sanierten und modernisierten ehemaligen Ingenieurschule für Textiltechnik Forst.

Es ist Nachfolger vieler Betriebsberufsschulen aus Spremberg, Cottbus, Forst und Guben.

Die Einrichtung ist 1885 als Privat-Webeschule gegründet worden.