Manitu Forst 2024: Festival mit Wigwam-Getöse geht eiskalt in die nächste Runde

In Forst steht 2024 mit dem Wigwam-Getöse vom Live-Club Manitu wieder ein echtes Festival-Highlight im Lausitzer Veranstaltungskalender.
Frank PfitzmannBeim heiligen Tomahawk: Seit einem Vierteljahrhundert sorgt Manitu-Häuptling Frank Pfitzmann mit seinem Familienstamm in der rosigen Grenzstadt Forst für musikalische Begegnung, Bewegung und Begeisterung. Und wie in vielen Jahren zuvor galoppiert auch am 27. Juli 2024 wieder ein zugkräftiges Jubelding mit reichlich Pauken und Gitarren über die Lausitzer Prärie gen Frankfurter Straße 135 – das Wigwam-Getöse 2024.
Sieben Bands auf zwei Bühnen, kostenloses Übernachten im mitgebrachten Tipi und familiäre Atmosphäre lauten die Koordinaten der Rocksause am 27. Juli in aller Kürze.
Das besucherfreundliche Drumherum beschreibt Gastgeber Pfitzmann so: „Ausreichend Bierwagen, an denen es den halben Liter frisch gezapftes Frankfurter Pils oder Weihenstephan für vier Euro gibt, dazu eine Cocktailbar, ein Shisha-Zelt, unsere Whiskey-Hütte, Tattoo- und Merchandising-Stände.“ Wer Hunger hat, habe die leckere Qual der Wahl zwischen Grillwurst, Burger, Soljanka, Rauchwurst und Fischbrötchen. Ein sympathisches Special beim Wigwam-Getöse ist das Frühstücksangebot am Morgen nach der Show: „Richtig. Wie gehabt von 9.30 bis 11.30 Uhr“, bestätigt der Veranstalter.
Die Bands beim Wigwam-Getöse 2024 in Forst
Besonders freue er sich über die Zusagen seiner Wunsch-Headliner, sagt Pfitzmann: „Die Bands Eisfabrik und Hell Boulevard sind in meinen Augen zwei absolute Top-Acts in der aktuellen Gothic und Rock-Szene.“

Frank Pfitzmann vom Manitu Forst: „Das Wigwam-Getöse ist nicht nur ein Ort für gute Musik, sondern auch ein Treffpunkt von Freunden.“
Denny LehmannAber der Reihe nach: Zuerst blitzen, donnern, sägen und streicheln Depeche Road (17 Uhr) über die Bühnenbretter im Festzelt. Der Name sei Programm, die Richtung klar, sagt Pfitzmann.
Mit The Feelgood McLouds (19 Uhr) gehe danach eine Band an den Start, der es scheinbar mühelos gelingt, in die nicht gerade kleinen Fußstapfen der Dropkick Murphys zu treten: „Die strotzen nur so vor herrlich rotzigem Celtic-Punk“, sagt der Veranstalter.
Mit Eisfabrik (21 Uhr) komme erstmals auch eine ordentliche Portion Elektro und clubtauglicher Synthie-Futurepop-Sound in Pfitzmanns Wigwam: „Die Mischung ist megacool und megastark“, so sein Fazit.
Schwer zu toppen eigentlich, gesteht der Manitu-Betreiber, und nennt im nächsten Moment den Namen der Band, die sich der Herausforderung stellen wird: „Hell Boulevard sind ab 23 Uhr live zugange und werden alles abreißen, was bis dahin nicht niet- und nagelfest unter Dach und Fach gebracht ist“, prophezeit Pfitzmann mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Trotz ihrer relativ kurzen Existenz sei die Band in einem Atemzug mit Szenegrößen wie Lord Of The Lost oder Freakangel zu nennen.
Bunte Musikmischung auch auf der Bühne im Club
Die knapp einstündigen Umbaupausen der Bands im Zelt überbrücken Live-Bands im Club, erklärt Frank Pfitzmann. Los gehe es da mit einem Roadtrip in die Musikwelt von Hank Davison (18 Uhr): „Der Typ klingt nach Harley-Fahren, Lagerfeuer anzünden und das Reibeisen im Hals mit einem guten Schluck Whiskey polieren“.
Bei den Suffy Sand Rocats (20 Uhr) könne man meinen, sie hätten die schwarze Seele von Johnny Cash in den unendlichen Weiten der ewigen Jagdgründe aufgespürt, reinkarniert und auf die Bühne katapultiert: „Gänsehaut“, so Pfitzmann. Und die Bayou Alligators (22 Uhr) seien feurig wie ein Topf Jambalaya, unaufhaltsam wie ein Mississippi-Dampfer und in Blues getränkt, wie die Sümpfe Louisianas – zudem genauso heiß wie schweißtreibend.

Blick über das großräumige Festival-Areal vom Wigwam-Getöse. Bis zu 1000 Besucher erwartet Veranstalter Frank Pfitzmann.
Frank PfitzmannDas sind Frank Pfitzmanns Favoriten aus 25 Jahren Manitu
Roundabout 300 Musiker und Bands habe er schon in seinem Club erlebt, sagt Frank Pfitzmann, viele davon mehr als nur einmal. Da falle es ihm extrem schwer, einzelne Künstler herauszupicken und als Favoriten zu titulieren. Dann aber rückt er doch mit der Sprache heraus: „Mungo Jerry war echt klasse. Und, weil damals schon schwer von seiner Erkrankung gezeichnet, sehr beeindruckend: Reinhard Fissler von Stern Combo Meißen. Und natürlich Nazareth. Hammer!“

Manitu-Betreiber Frank Pfitzmann (Mitte) im Backstage-Bereich seines Clubs - zusammen mit den Schotten-Rockern Nazareth.
Jana PfitzmannWie das Rockfestival in Forst zum Namen kam
Ein gut gehütetes Geheimnis blieb über all die Jahre hinweg, wie das Rockspektakel am Manitu zu seinem Namen kam. Hier wird es gelüftet: Besetzt mit Stars wie Charlie Sheen, Tom Berenger und Wesley Snipes flimmerte anno 1989 die Filmkomödie „Die Indianer von Cleveland“ (Originaltitel: „Major League“) über US-amerikanische Kinoleinwände und eroberte bald darauf auch die eilig eingerichteten Videoverleihstationen im wieder vereint nickenden Deutschland.
Die Story im Film: Seit Jahrzehnten dümpeln die „Cleveland Indians“ im Tabellenkeller der nordamerikanischen Baseball-Liga herum. Ein schlaffer Haufen abgehalfterter Nullnummern und eingerosteter Ex-Profis soll das Schicksal des Teams endgültig besiegeln. Natürlich kommt dann alles ganz anders und die „Indians“ schaffen es bis ins Endspiel um die Meisterschaft.
An Wortwitz nicht zu überbieten sind in der deutschen Synchronisierung die Kommentare von Sportreporter Harry Doyle, der – grandios verkörpert durch Baseball-Legende Bob Uecker (90) – in seiner Radiosendung „Wigwam Geflüster“ gnadenlos vom Leder zieht.
Sage und schreibe 27 Jahre später erinnert sich ein an dieser Stelle namentlich nicht genannter Reporter der Lausitzer Rundschau an Harry Doyles famose Filmwortschöpfung und münzt sie 2016 in einer Ankündigung des Open-Air-Events am Manitu kurzerhand in „Wigwam Getöse“ um.
Häuptling Frank Pfitzmann ist davon derart begeistert, dass er das freiluftige Pow-Wow seines Stammes fortan genau so nennen will. Gesagt, getan: Im Folgejahr, am 29. Juli 2017, um genau zu sein, donnert in der Festival-Prärie vom Manitu in Forschte das erste offizielle Wigwam-Getöse über die Bühne(n).
Alles Friedenspfeife, oder was? Howgh!


