Katastrophenschutz
: Erstes Fazit nach Katastrophenschutzübung in Friedrichshain

Mit einer großangelegten Übung haben Katastrophenschützer des Amts Döbern-Land den Ernstfall geprobt. Amtsbrandmeister Lars Mudra zieht nun Bilanz. Können sich Feuerwehr, THW und Hundestaffel auch in Ausnahmesituationen aufeinander verlassen?
Von
Sven Hering
Döbern-Land
Jetzt in der App anhören

Rettungskräfte kümmern sich während der Katastrophenschutzübung in Friedrichshain um einen Verletzten.

Arlt Martina

Döbern-Land Damit hatte Lars Mudra nicht gerechnet. Der Amtsbrandmeister von Döbern-Land war regelrecht begeistert, wie reibungslos am Ende alles geklappt hat. Die Großübung vor wenigen Tagen in Friedrichshain, an der Wehren aus dem gesamten Amt beteiligt waren, aber auch zahlreiche Helfer verschiedener Organisationen, hat aus Sicht des Feuerwehrchefs eines gezeigt: Im Ernstfall können sich die Helfer aufeinander verlassen.

„Ich bin sehr zufrieden, natürlich gab es noch kleinere Dinge, die nicht so funktioniert haben. Aber im Großen hat die Übung hervorragend geklappt“, zog Mudra ein erstes Fazit.

Simulierter Großbrand samt Explosion

Bis zu 150 Helfer waren im Einsatz, sie mussten bei einem simulierten Großbrand einschließlich Explosionen zahlreiche Verletzte bergen und versorgen. „Uns ging es dabei vor allem um das Zusammenspiel zwischen den Feuerwehren und den Hilfsorganisationen wie THW oder Rettungshundestaffel – und die hat sehr gut funktioniert“, so Mudra.

Für die meisten Beteiligten war es die erste Übung dieser Art. Und diese hatte es in sich. So waren die Verletzten realistisch geschminkt worden, Pyrotechnik sorgte mit Explosionen und Rauch für ein entsprechendes Umfeld. „Die Schockpatienten haben das hervorragend gespielt, einige wollten wieder zurück ins brennende Gebäude, waren orientierungslos, das war eine echte Herausforderung für die Feuerwehrleute“, so Mudra.

Kontaktpflege zwischen den Hilfskräften

Dass zum Anfang die Kommunikation noch etwas hakte, an anderer Stelle das bereitgehaltene Material nicht ausreichte, dass seien kleinere Dinge gewesen, die aber als wichtige Erkenntnis mit ins Auswertungsprotokoll wandern, so Lars Mudra. Bereits vor Ort war mit den Beteiligten eine erste kurze Analyse vorgenommen worden.

Dem schließt sich Jernou Chahin, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit in der Döberner Amtsverwaltung, an. „Dafür, dass es ein so großes Szenario war, was bewältigt werden musste, ist es sehr gut gelaufen“, lautet seine erste Bilanz. Für ihn sei besonders wichtig gewesen, dass unkompliziert Kontakte zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen geknüpft werden konnten.

Lars Mudra möchte eine solche Übung künftig gern regelmäßig veranstalten. Natürlich sei der Aufwand enorm. Der Nutzen allerdings sei im Ernstfall unbezahlbar.