Von Steffi Ludwig

Eine Erlebnisgaststätte mit Live-Musik in Forst? Dafür gaben Freunde und Bekannte Manitu-Wirt Frank Pfitzmann und seiner Frau Jana bei der Eröffnung maximal ein Jahr. Nun sind 20 daraus geworden, das Manitu hat deutschlandweit als Live-Club einen Namen.

Es punktet vor allem mit dem familiären Flair. „Davon sind sowohl die Künstler als auch die Gäste immer wieder begeistert“, freut sich Frank Pfitzmann. „Bei uns ist es eben möglich, Künstler, die vorher in London oder den USA gespielt haben, an der Theke zu treffen oder sich ein Autogramm zu holen.“ Für diese Möglichkeit werde er ab und zu auch mal von Gästen dankbar umarmt, erzählt Pfitzmann schmunzelnd. „Das viele Holz im Saal schluckt auch den Hall, weshalb uns eine sehr gute Akustik bescheinigt wird.“

Und auch viele Bands schätzten die kuschelige Atmosphäre in dem kleinen Saal, das ausgelassen tanzende Publikum und die persönliche Betreuung durch die Wirtsfamilie – und wollen gleich ein Folgekonzert buchen. „Durch unsere Zuverlässigkeit kriegen wir auch Bands, die sonst eher nur in großen Städten auftreten“, berichtet der 51-Jährige. Große Namen wie Inga Rumpf, für die eine extra Toilette gebaut werden musste, waren dabei. Oder Blues-Größen wie die britische Band Mungo Jerry, die für ihren Hit „In The Summertime“ bekannt ist. US-Rockmusiker Mitch Ryder schätze die stressfreie Atmosphäre im Manitu und kenne Pfitzmanns drei Kinder – mittlerweile zwischen 13 und 20 Jahren alt – schon, seit sie klein waren. „Wir lernen ständig neue Leute kennen“, schwärmt der Wirt und erzählt, dass sie kürzlich von Musiker Hank Davison eingeladen worden sind.

Auch wenn das Geschäft mit der Live-Musik ein immer härteres Brot werde, habe er damals vor 20 Jahren doch die richtige Entscheidung getroffen und sich den Traum von einer Western-Kneipe erfüllt, so Pfitzmann. Drei Jahre habe er mit den Behörden gekämpft, bevor er 1996 den Zuschlag für den ehemaligen Dynamo-Sportplatz mit der heruntergekommenen Turnhalle bekam, erinnert er sich. Dann begann die Familie mit der Bausicherung und dem Ausbau: immer in dem Tempo, wie Geld zur Verfügung stand. Frank Pfitzmann, der vorher in den Forster Tuchfabriken und später bei der Munitionsbergung gearbeitet hatte, machte sich selbstständig und setzte alles auf eine Karte.

Der Erfolg gab ihm Recht – zur Eröffnungs-Rocknacht kamen 1500 Biker – auch wenn mit dem Manitu keine Reichtümer zu verdienen waren. „Es reicht für unsere Familie, wenn man bescheiden bleibt“, sagt Pfitzmann. Denn die Besucher von Live-Musik werden weniger, die meisten kämen sowieso nicht aus Forst, sondern aus dem Umland bis Berlin oder gar noch weiter. Die Familie habe zudem immer mitgezogen, seine Mutter stehe noch heute in der Küche, die Kinder übernehmen ab und an den Einlass. Anfangs hatte die Gaststätte jeden Tag geöffnet, doch inzwischen laufe das normale Tagesgeschäft kaum noch, dafür Familienfeiern und die Live-Konzerte.

„Wir freuen uns schon auf den 19. Januar, wenn wir ins Jubiläumsjahr starten mit Mr. Cracker, einer tollen Band.“ Absoluter Höhepunkt werde jedoch das Jubiläumswochenende um den 27. Juli, wo sieben Bands auftreten werden, davon mit Pusteblume und Platvorm zwei Bands, die bereits zur Eröffnung kamen. „Die Veranstaltung wird ein Ausmaß haben, das wir vorher nicht hatten“, kündigt Pfitzmann an.