Viele Lausitzer haben in der Corona-Zeit den Autoausflug durch die Wanderung in die Natur zu Fuß oder per Rad plus Picknick ersetzt. Dabei gibt es dicht vor der Haustür so manch Interessantes neu zu entdecken.
Wie der Gedenkstein für einen vom Blitz getroffenen Musketier bei Groß Schacksdorf, der schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel der Forster war.
Vor 290 Jahren ereignete sich am einstigen Gosdaer Weg ein denkwürdiger Vorfall. 27 000 Soldaten ließ der damalige sächsische Landesherr August der Starke drei Wochen lang – vom 31. Mai bis zum 28. Juni 1730 - beim „Campement bei Mühlberg“, das auch als Lustlager von Zeithain in die Geschichte einging, aufmarschieren, um seinen preußischen Gegenspieler Friedrich Wilhelm I. zu beeindrucken.

Musketiere suchen unter einer Eiche Schutz vor dem Gewitter

Zwei Musketiere - Gräbe und Zimmermann - strebten nach der Auflösung des Lagers der Stadt Forst zu. In Gedanken sicherlich noch immer bei diesem „Jahrhundertspektakel“, von dem damals ganz Europa sprach.
Von fern sahen sie bereits den neu errichteten Groß Schacksdorfer Kirchturm, als ein heftiges Gewitter aufzog. Beide suchten unter einer mächtigen Eiche Schutz.
Neben dem betenden Gräbe wurde dessen spottende Gefährte vom Blitz erschlagen. Da diesem eine christliche Beerdigung auf dem Kirchhof verwehrt blieb, wurde er an Ort und Stelle begraben.
Passanten legten zur Erinnerung einen grünen Zweig nieder, der allmählich zum „Malhaufen“ anwuchs. Noch heute erinnert ein Denkstein an dieses Ereignis.

Runde um Gedenkstein wegen morscher Brücke gefährlich

„Toter Mann gestohlen“, hieß es im Jahre 2005, als der zentnerschwere Sandstein entführt wurde. Kurze Zeit später fand er sich unweit der Straße zwischen Döbern und Gosda II wieder.
Wer die Groß Schacksdorfer Dorfaue verlässt, dem Simmersdorfer Weg bis zu Schulstraße folgt und rund 200 Meter hinter dem ehemaligen Schulkomplex links in den ausgeschilderten unbefestigten Weg einbiegt, gelangt an den geschichtsträchtigen Ort. Das Denkmal liegt links des Weges etwas versteckt in direkter Nähe des Tores zum Point 36. Den Stein zu umrunden, um die Inschrift zu lesen, ist aufgrund der morschen Brücke allerdings inzwischen fast so gefährlich, wie bei Gewitter unter Bäumen Schutz zu suchen.