Handy
: Mit diesem Trick hält der Akku länger

IT-Spezialisten erklären, wie Akku und Gerät länger durchhalten. Nicht immer muss nach zwei Jahren ein neues Handy her.
Von
Lisa Hör
Forst
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Mann baut ein Smartphone auseinander: ILLUSTRATION - Sie wollen im Zweifel das Smartphone-Display selbst austauschen können? Dann sollten Sie auf die Zerlegungstiefe achten. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Experten aus Forst erklären, wie ein Handy deutlich länger halten kann. Viele Nutzer stellen fest, dass der Akku oft schon nach zwei Jahren nachlässt. Doch das kann verhindert werden.

Franziska Gabbert/dpa
  • IT-Spezialisten aus Forst geben Tipps, wie Smartphone und Akku deutlich länger halten.
  • Akku schonen: Hitze vermeiden und zwischen 20 und 80 Prozent laden, raten Melanie Uduc und Stefan Böttger.
  • Kalibrierung empfohlen: dreimal voll laden, kurz am Kabel lassen und dann komplett entladen.
  • Gerät regelmäßig „aufräumen“ und notfalls auf Werkseinstellungen setzen – Backup spielt Datenmüll zurück.
  • EU-Regel ab Februar 2027 verlangt einfache Wechselakkus, mit Ausnahmen vor allem bei höherwertigen Geräten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach zwei Jahren das Smartphone wechseln? Viele Verbraucher kennen das. 45 Prozent der Befragten nutzen ihr Handy länger – die meisten allerdings maximal drei Jahre. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor, für die Anfang 2026 rund 1000 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt wurden.

Um wertvolle Ressourcen zu schonen und Geld zu sparen, muss der Gerätewechsel noch seltener werden. Wie das geht, wissen Melanie Uduc und Stefan Böttger. Seit einem Jahr betreiben sie das IT-Dienstleistungsgeschäft PCDOG in Forst (Lausitz). Ihrer Erfahrung nach kann ein Gerät gut fünf bis sechs Jahre genutzt werden, sofern lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden.

IT-Spezialisten in Forst beraten zum optimalen Ladeverhalten

Akkus sind Verschleißteile, deren Kapazität mit der Zeit nachlässt. Wenn sich das Smartphone plötzlich entlädt, unerwartet ausgeschaltet wird oder die Leistung des Geräts allgemein verlangsamt ist, ist das oft ein Zeichen, dass der Akku getauscht werden muss. Doch die beiden Spezialisten wissen, wie die Akku-Lebensdauer durch einfache Gewohnheiten verlängert werden kann.

Wichtiger Tipp für den Sommer: Nutzer sollten vermeiden, das Handy in der direkten Sonne oder im heißen Auto liegen zu lassen, da die Wärme den Lithium-Ionen-Akku beschädigen kann. „Außerdem sollte man, was viele nicht gern hören, das Handy nicht jedes Mal bis 100 Prozent laden. Der optimale Bereich liegt zwischen 20 und 80 Prozent“, sagt Stefan Böttger.

Fotomontage PCDOG IT-Dienstleistungen

Melanie Uduc und Stefan Böttger aus Forst geben praktische Tipps, wie der Akku eines Handy länger hält. In ihrem Laden in Forst (Lausitz) bieten sie Reparaturen für PCs, Laptops, Spielekonsolen, Smartphones oder Tablets an. Auch Datenrettung und Schulungen gehören zu ihrem Angebot.

Marcel Laggai, Montage: Sebastian Lehmann

Ab und zu sei jedoch eine Kalibrierung erforderlich, damit der Akku den Ladezustand genauer widerspiegelt und nicht plötzlich nach unten geht. „Das Gerät muss einmal auf 100 Prozent geladen werden, dann zwei Stunden am Ladegerät bleiben und anschließend bis zur vollständigen Entladung genutzt werden“, sagt Stefan Böttger. Dieses Verfahren sollte man drei Mal wiederholen, empfiehlt er.

„Wenn wir hier im Laden einen Akku austauschen, bitten wir die Kunden immer, daran zu denken, die Akkukalibrierung durchzuführen, damit sie möglichst viel Leistung daraus herausholen können“, sagt Böttger noch.

Der Akku ist schnell leer und das Handy wird langsam: Was tun?

Neben den üblichen Software-Updates sollten alle Handynutzer ihr Gerät regelmäßig „ausräumen“. Dazu gehört, ungenutzte Apps zu löschen und alte Fotos auf einem anderen Datenträger zu speichern. „Es sollten möglichst zehn Prozent des Speichers frei bleiben, damit sich die Speicherzelle nicht zu sehr abnutzt und an Geschwindigkeit verliert“, rät Stefan Böttger.

„Wenn das Handy nach zwei oder drei Jahren langsamer wird, müssen Sie nicht zwingend ein neues kaufen“, sagt Melanie Uduc. „Sie müssen sich einmal die Mühe machen, es komplett neu aufzusetzen.“ Das gehe aber nicht, ohne die auf dem Handy gespeicherten Daten zu löschen und das Gerät komplett auf den Werkszustand zurückzusetzen: „Da hilft auch leider kein Backup, weil man damit den ganzen Datenmüll wieder aufspielen würde.“ 

In ihrem Laden in Forst, kämen regelmäßig Kunden, deren Handy-Akku an Leistung verloren hat. Diese auszutauschen sei Alltagsgeschäft. Ein häufiges Problem: Viele Nutzer würden sich nicht an Fachleute wenden, wenn zum Beispiel ihr Mobiltelefon ins Wasser gefallen ist. Stattdessen verließen sie sich auf Tipps aus dem Internet. „Ein nasses Handy in Reis zu legen, ist ein ineffektiver Mythos“, warnt Stefan Böttger: „Klar ist das Display dann von außen trocken, aber was ist mit dem Wasser im Gerät? Wie soll das da rauskommen?“ In diesem Fall müsse das Gerät geöffnet werden. Und zwar von einem Experten.

Doch auch Wunder haben ihre Grenzen. Zwar gelang es Stefan Böttger zuletzt, Daten und Fotos zu retten, nachdem ein Kunde sein Handy zusammen mit einer Jeans in der Waschmaschine gewaschen hatte. Ein Neukauf war trotzdem nicht zu vermeiden.

Werden Akkus bald einfacher zu tauschen sein?

Bei den meisten modernen Smartphones ist die Rückseite verklebt und sogar mit winzigen Schrauben befestigt. 
Die Europäische Batterieverordnung schreibt zwar vor, dass in der Europäischen Union verkaufte Smartphones ab Februar 2027 einen Akku besitzen müssen, der vom gewöhnlichen Nutzer einfach austauschbar ist.
Ausnahmen sind jedoch vorgesehen, wie Der Standard berichtet, sodass es in der Praxis nur für günstige Smartphones gelten wird. Für Geräte, die eine Mindestlebensdauer von 1000 Ladezyklen erreichen und gut gegen Staub und Wasser geschützt sind, wird es weiterhin nötig sein, einen Reparaturdienstleister zu beauftragen.