„Die alte Jacke ist zu groß geworden“, erklärt Dagmar Klinke, die Geschäftsführerin der Forster Wohnungsbaugesellschaft FWG. Mit der „Jacke“ war der bisherige Sitz der FWG in der Cottbuser Straße gemeint. Seit 16. Dezember lautet die Adresse der FWG „Frankfurter Straße 2“.

Wobei mit der neuen Adresse nicht nur ein Umzug erfolgte. Ab sofort wird auch ein neues Konzept der Kundenbindung und Stadtentwicklung verfolgt. Oder wie Bürgermeisterin Simone Taubenek bei der Eröffnung des neuen Standortes sagte: „Das soll ein erster Schritt sein, was die Veränderung der Forster Wohnungsbaugesellschaft als großen Vermieter in unserer Stadt betrifft. Ziel ist, dass wieder mehr Bürger Mieter bleiben oder es werden wollen.“

Um etwa die Hälfte verkleinert

Doch zurück zur Größe der Jacke. „Als wir 1997 die Büros in der Cottbuser Straße 27 bezogen, hatte die FWG rund 30 Mitarbeiter, 1994 waren es sogar noch über 100. Jetzt sind es noch 16“, so Dagmar Klinke. Entsprechend hat sich die FWG mit dem Umzug nun von 750 auf 350 Quadratmeter verkleinert und ihr Angebot optimiert. Die Geschäftsführerin weiß, dass der Wohnungsbestand ihrer Gesellschaft viel zu wünschen übrig lässt. „Deshalb müssen wir mit Service und Verfügbarkeit für Bürger und Mieter punkten“, unterstreicht sie.

Öffnungszeiten stark ausgeweitet

Als wichtiger Schritt dahin wurde am neuen Standort im Erdgeschoss eine „Service-Center-Wohnen“ eingerichtet. Hier stehen in einem von der Straße leicht zugänglichen Raum die Wohnungsverwalter täglich für Fragen der Mieter zur Verfügung. Mit Henryk Bandow als neuem Leiter des Service-Centers ist das Ganze auch organisatorisch neu untersetzt.

War in der Cottbuser Straße nur am Dienstag Sprechtag, ist das Service-Center nun montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 16 Uhr, dienstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. „Auch über die Mittagszeit“, betont Dagmar Klinke. Dafür habe man seit Anfang Dezember auch von starren auf flexible Arbeitszeiten umgestellt.

Die neue Gleitzeit hat sich auch beim Umzug bewährt, der am 6. Dezember begonnen hatte und dadurch viel besser ablaufen konnte. Nur Teile des Archivs sind noch am alten Standort und sollen bis Ende Januar 2020 nachgeholt werden.

Möbel werden weiter genutzt

„Alle haben super mitgezogen“, freut sich Dagmar Klinke – Mitarbeiter, Telekom, Umzugsunternehmern, Computerfirmen. Immerhin mussten über 650 Kisten gepackt und transportiert sowie 16 Büros ausgeräumt werden.

Wobei die Forster Wohnungsbaugesellschaft mit ihren Ressourcen recht sparsam umgegangen ist. so wurde – bis auf das komplett neu eingerichtete Service-Center – viel auf die noch gut erhaltene Substanz der DAK zurückgegriffen, die bis vor wenigen Jahren hier saß, beispielsweise bei den Bodenbelägen. Die Möbel wurden ebenfalls nicht neu gekauft, sondern aus der Cottbuser Straße mitgenommen.

Knappe Zeitschiene

Alles in allem stand nur wenig Zeit für den Umzug zur Verfügung. Der wurde möglich, weil sich der Landkreis in den bisherigen FWG-Standort in der Cottbuser Straße einmietet. Dort ist künftig die Entgeltstelle angesiedelt – wofür sich Dagmar Klinke ausdrücklich bedankt. Der Beschluss dafür fiel im Kreistag im September 2019. Erst danach konnte der „scharfe Start“ für den Umzug beginnen.

Innenstadt von Forst gestärkt

„Dass es so zügig geklappt hat, finde ich schon bemerkenswert“, hob Landrat Harald Altekrüger hervor. „Mit neuen Gesetzlichkeiten zur ambulanten Pflege ist die Entgeltstelle des Landkreises aus allen Nähten geplatzt.“ Daher habe man sich für den Standort in der Cottbuser Straße entschieden, was zugleich Forst in seiner Funktion als Kreisstadt stärkt.

An ihren neuen Büros gefällt Dagmar Klinke besonders, dass es hier überall kurze Wege gibt, was die Kommunikation befördert. Den Umzug selbst sieht sie als einen Schritt zur Belebung der Innenstadt und wünscht sich, dass die neue Geschäftsstelle mit ihren Serviceangeboten zu einem „Haus der Begegnung“ wird.