Die neue britische Coronavirus-Mutante ist am Donnerstag erstmals im neuen virologischen Referenzlabor für Genomsequenzierung am Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus nachgewiesen worden. Darüber informiert das Brandenburger Gesundheitsministerium.
Entdeckt wurde das Virus bei einem Mann aus dem Landkreis Spree-Neiße. Dieser befindet sich laut Ministerium seit dem 26. Januar in Isolation. Das Gesundheitsministerium stehe im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises Spree-Neiße und auch mit dem Gesundheitsamt der kreisfreien Stadt Cottbus. Alle notwendigen Maßnahmen, unter anderem Quarantäneanordnungen sowie Kontaktnachverfolgungen, seien sofort eingeleitet worden.

Corona-Mutante in Spree-Neiße: Kontakte werden so schnell wie möglich ermittelt

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) erklärt: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die britische oder südafrikanische Corona-Mutante auch in Brandenburg nachgewiesen wird.“ Es sei gut, dass in diesem ersten Fall der Nachweis im neuen Referenzlabor am CTK in so kurzer Zeit erfolgte. Jetzt komme es darauf an, dass alle Kontakte der infizierten Person so schnell wie möglich ermittelt werden und umgehend in Quarantäne kommen.
Die vor allem in England verbreitete Corona-Variante B.1.1.7 sei nach aktuellem Erkenntnisstand deutlich ansteckender. Das gefährde die sich jetzt langsam einstellenden Erfolge beim Eindämmen des Coronavirus, so die Ministerin.
„Dieser Nachweis kommt nicht überraschend“, sagt PD Dr. med. Heidrun Peltroche, Chefärztin der Mikrobiologie des CTK. „Aber es muss reagiert werden, damit die Weiterverbreitung in der Region verhindert wird, da diese Variante nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender ist.“

Spree-Neiße-Landrat bittet um Besonnenheit

Spree-Neiße Landrat Harald Altekrüger (CDU) bittet die Bürgerinnen und Bürger besonnen zu reagieren: „Unser Gesundheitsamt hat sofort die Kontaktnachverfolgung aufge-nommen und wird unverzüglich alle Kontaktpersonen testen und isolieren.“
Um einen besseren Überblick über die zirkulierenden Coronavirus-Mutationen zu bekommen, unterstützt das Land Brandenburg das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) beim Aufbau eines Referenzlabors zur Virusgenomsequenzierung mit 529.000 Euro. Die Ge-nomsequenzierung findet in Kooperation mit der TH Wildau statt.

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus kontrolliert seit Wochenbeginn

Seit Anfang dieser Woche werden am CTK positive Covid-19-PCR-Nachweise auf das Vorliegen der britischen Virus-Variante kontrolliert. Bisher wurden 73 Proben von Sars-Cov2- Erstnachweisen darauf untersucht. In einer Probe war die UK-Variante B.1.1.7 nachweisbar.
In circa zwei Wochen wird das Referenzlabor am CTK in größerem Maßstab Proben aus ganz Brandenburg auf mögliche Mutationen des SarsCoV2-Virus analysieren kön-nen. Nach der neuen Coronavirus-Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums sind mindestens fünf Prozent aller positiven Covid-19-PCR-Nachweise auf das Vorliegen neuer Virus-Varianten zu kon-trollieren.