(red/js) Opferrechte im Ermittlungs- und Gerichtsverfahren stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Tags der Kriminalitätsopfer, der für Brandenburg heute in der Kreisverwaltung Forst stattfindet. Dort  treffen sich Vertreter von Gemeinden, Polizei, Gerichten, Politik und Vereinen. In diesem Jahr geht es um die Sicherheit von Senioren und Hilfsangebote des Weißen Rings.

Der Tag in Forst steht auch unter dem Motto „Ohne Furcht im Alter – damit Sie nicht Opfer werden“. Mit den Netzwerkpartnern wolle man den Gedanken der Opferhilfe in der öffentlichen Wahrnehmung stärken. „Dass besonders die ältere Generation immer wieder Opfer von Täuschungen und Betrug wird, darf uns nicht sprachlos machen, sondern wir wollen Senioren die Hilfs- und Präventionsangebote des Weißen Rings nahebringen und sie auf ihre rechtlich verbrieften Ansprüche aufmerksam machen“, sagt Jürgen Lüth, Landesvorsitzender des Weißen Rings in Brandenburg. „Aus unserer Opferarbeit wissen wir, dass gerade ältere Menschen aufgrund fehlender wirksamer Abwehr- und Präventionsmechanismen besonders anfällig gegenüber Trickbetrügern und -dieben sind.“ Trotz jahrelanger Präventionsarbeit werde eine erhebliche Zahl an Fällen registriert, bei denen betagte Bürger Opfer von Enkeltrick und anderen Betrugsmaschen  geworden sind.

In Südbrandenburg wurden 2018 insgesamt 162 solcher Fälle angezeigt, darunter 153 Fälle, bei denen es beim Versuch blieb. Im Jahr 2017 seien es noch 72 Fälle gewesen. „Wir wissen aber auch, dass die Täter oft mit einer hohen kriminellen Energie und einem verblüffenden Ideenreichtum vorgehen“, sagt Lüth. „Diese Entwicklung ist nur durch gemeinsames Handeln aller Netzwerkpartner zu stoppen. Eine besondere Rolle spielt hier die Polizei, die uns mit der jährlichen Polizeilichen Kriminalitätsstatistik auf die Schwerpunkte aufmerksam macht. Darüber hinaus gelte es, die hohe Fachkompetenz der Präventionsmitarbeiter der Polizei noch stärker zu nutzen.“ Man wolle auf die Hilfsangebote verweisen, die dazu beitragen können, die schweren Folgen sowohl hinsichtlich der materiellen, als auch der psychischen Schädigungen zu lindern, erläutert Lüth. .