Schlagballspieler in Forst weg
: Jetzt ist auch der nackte Mann verschwunden

In Forst mehren sich Fälle von Diebstahl historischer Bronzeplastiken. Jetzt ist auch der nackte Schlagballspieler verschwunden. Die Stadt setzt 1000 Euro Belohnung aus.
Von
Harriet Stürmer
Forst
Der Forster Schlagballspieler steht normalerweise ganz in der Nähe des Wasserturms, dem Wahrzeichen der Stadt. Unbekannte Täter haben die Bronzeplastik gestohlen. Die Polizei ermittelt. Die Stadt bittet Bürger um Mithilfe beim Wiederauffinden des historischen Kunstwerks.

Der Schlagballspieler in Forst steht normalerweise ganz in der Nähe des Wasserturms, dem Wahrzeichen der Stadt. Unbekannte Täter haben die Bronzeplastik gestohlen. Die Polizei ermittelt. Die Stadt bittet Bürger um Mithilfe beim Wiederauffinden des historischen Kunstwerks.

Rico Hofmann
  • In Forst ist die Bronzeplastik „Schlagballspieler“ am Wasserturm verschwunden – die Polizei ermittelt.
  • Die Stadt setzt 1000 Euro Belohnung aus und bittet um Hinweise an die Polizei 03562 920 oder per E-Mail.
  • Bereits zuvor wurde im Rosengarten die „Kranichgruppe“ von Jürgen von Woyski entwendet, auch hier 1000 Euro.
  • Der denkmalgeschützte „Schlagballspieler“ von Georg Wrba stand seit den 1950er-Jahren nahe dem Wasserturm.
  • Das Werk war zuvor wegen Vandalismus demontiert und im Frühjahr 2026 wieder fest verankert zurückgekehrt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gerade erst war der nackte Mann an seinen angestammten Platz am Forster Wasserturm zurückgekehrt. Jetzt ist der Schlagballspieler plötzlich wieder verschwunden. Offenbar wurde die bekannte Bronzeplastik diesmal gestohlen.

Wer kann Informationen zum Vorfall liefern? Die Stadt setzt 1000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise aus.

Besonders bitter für die Forster: Es ist schon der zweite Diebstahl einer historischen Plastik innerhalb weniger Wochen. Auch der Rosengarten beklagt aktuell einen schweren Verlust. In diesem Fall hat die Stadt ebenso eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt.

Rosengarten Forst verliert sein bekanntes Kranichpaar

Im Rosengarten betrifft es die beiden Kraniche, die hier seit 60 Jahren ihren festen Platz hatten. 1966 hat der bekannte Bildhauer Jürgen von Woyski (1929 bis 2000) die beiden Bronzeplastiken geschaffen. Woyski hat mit seiner Kunst das Bild vieler Städte in der Niederlausitz maßgeblich geprägt. Ende August war seine Forster „Kranichgruppe“ verschwunden. Die Polizei ermittelt.

Parkleiter Stefan Palm geht davon aus, dass unbekannte Täter das Kranichpaar in der Nacht vom 21. auf den 22. August gestohlen haben. Der Verlust sei schwerwiegend und entsprechend schmerzhaft, sagt er. Es gehe um wertvolles Kulturgut, das jetzt weg ist und nicht einfach wiederbeschaffbar sei.

Forster Schlagballspieler steht unter Denkmalschutz

Genauso schmerzhaft ist aus Sicht der Stadt nun der Verlust des denkmalgeschützten Schlagballspielers. Die Forster lieben die Freiplastik. Jahrzehntelang stand sie vor dem Stadion am Wasserturm – gut sichtbar auch für Autofahrer, die entlang der viel befahrenen Berliner Straße unterwegs sind. Doch nun herrscht auf dem Sockel Leere. Was ist passiert?

Verwaltungsmitarbeiterin Stefanie Simmann sagt, das Fehlen des Kunstwerkes sei am Montag, 14. September, festgestellt worden. „Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte sich der Diebstahl am vergangenen Wochenende ereignet haben. Die Polizei wurde umgehend informiert und hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Strafanzeige wurde gestellt. Für Hinweise, die zur Wiederauffindung des Schlagballspielers führen, setzt die Stadt eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro aus.“

Das Rathaus bittet die Bürger ausdrücklich um Mithilfe: Wer an besagtem Wochenende im Bereich des Wasserturms Beobachtungen gemacht hat, die mit dem Verschwinden der Plastik in Zusammenhang stehen könnten, oder Hinweise zum Verbleib der Plastik geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 03562 920 oder bei der Stadt Forst per E-Mail an info@forst-lausitz.de zu melden.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Süd in Cottbus bestätigt am Dienstag, 15. September, dass der Polizei am späten Montagvormittag der Diebstahl einer Plastik aus Bronze in der Berliner Straße in Forst gemeldet wurde. Unbekannte Täter hätten die lebensgroße Nachbildung eines Schlagballwerfers entwendet. Die Grundplatte auf dem Sockel wurde demnach nicht beschädigt. „Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen eingeleitet und beschäftigt sich unter anderem mit der Feststellung der Sachschadenssumme“, teilt der Sprecher weiter mit.

Kunstwerk in Forst gerade erst aufgearbeitet

Zuletzt musste das etwa 80 Kilogramm schwere Kunstwerk vor gut einem Jahr von Mitarbeitern des städtischen Betriebshofs demontiert werden. Offenbar hatte Vandalismus dazu geführt, dass die Füße nicht mehr sicher auf ihrer Grundplatte standen und die Platte wiederum nicht mehr sicher mit dem Sockel verankert war. In der Folge wurde extra eine Fachfirma beauftragt, um den Schaden zu beheben. Erst im Frühjahr 2026 war der Schlagballspieler dann wieder zurück auf seinen Sockel gekehrt – fest verankert.

Jetzt ist der Sockel leer. Er blieb bei dem Diebstahl des Schlagballspielers unbeschädigt.

Jetzt ist der Sockel in Forst leer. Er blieb bei dem Diebstahl des Schlagballspielers unbeschädigt.

Harriet Stürmer

Die Plastik stammt von Georg Wrba (1872 bis 1939), der zu den bedeutenden deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts gehörte und weit über 3000 plastische Werke an 322 Objekten in gut 45 Städten und Ortschaften schuf. Sein Schlagballspieler entstand im Jahr 1928 – zu einer Zeit, in der der gebürtige Münchner Wrba als Professor an der Akademie für Bildende Künste Dresden lehrte.

Bronzeplastik stand jahrzehntelang neben dem Wasserturm

Ursprünglich stand die Plastik ab dem Jahr 1929 vor dem heutigen Gymnasium in Forst (Landkreis Spree-Neiße), das seinerzeit als Schule gebaut wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Schlagballspieler in den 1950er-Jahren umplatziert – und stand seitdem unmittelbar in der Nähe des Wasserturms.

Ihr Verlust bedeutet deshalb weit mehr als einen rein materiellen Schaden.
Stefanie Simmann
Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Forst (Lausitz)

Indes beklagt die Stadt noch weitere einschlägige Diebstähle. So wurde im Laufe des Jahres auch das Fehlen mehrerer Symboltafeln an Forster Brücken sowie der Gedenktafel am Paul-Högelheimer-Denkmal festgestellt, berichtet Stefanie Simmann. Man sei angesichts dieser Entwicklung sehr besorgt. „Die betroffenen Kunstwerke und Erinnerungszeichen sind Teil der Geschichte und des kulturellen Erbes der Stadt. Ihr Verlust bedeutet deshalb weit mehr als einen rein materiellen Schaden.“

Auf ihrer Internetseite informiert die Stadt Forst über die bislang fehlenden beziehungsweise entwendeten Kunstwerke: www.forst-lausitz.de