(sh) Große Bühne für das kleine Team: Der Betriebsrat des Deutschen Roten Kreuzes Forst Spree-Neiße ist auf der Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Cottbus mit dem diesjährigen DGB-Betriebsrats-Oscar ausgezeichnet worden. Vor rund 600 Besuchern nahm die kleine Abordnung den Preis am Mittwoch entgegen.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke betonte auf RUNDSCHAU-Nachfrage das Engagement des Betriebsrates vor allem bei den schwierigen Verhandlungen zum Abschluss eines Tarifvertrages, welcher nun rückwirkend zum 1. August 2018 eingeführt wurde. Franke erwähnte zudem den Einsatz des Betriebsrates im Zusammenhang mit Kündigungsprozessen oder auch Abmahnungen.

Betriebsratschef Robert Otto, der mit seiner Stellvertreterin Anke Koch und Sandro Mühlmeister den Preis stellvertretend für das siebenköpfige Gremium entgegennahm, sprach von einem täglichen Überlebenskampf als Betriebsrat und bedankte sich bei verschiedenen Partnern für die Unterstützung. „Wir mussten, gerade mit Blick auf die Tarifverhandlungen, einen steinigen Weg gehen“, so Otto gegenüber der RUNDSCHAU. Die eigentliche Arbeit stehe jetzt allerdings noch bevor. So müssten die rund 160 Mitarbeiter des DRK in die richtige Tarifgruppe eingegliedert werden. Die Kontrolle darüber obliege dem Betriebsrat. Außerdem wolle sich die Interessenvertretung der Arbeitnehmer damit nicht zufriedengeben. Otto: „Wir sind gerade dabei, das Thema Betriebsvereinbarungen anzugehen.“  Dabei gehe es darum, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern. Otto nennt ein Beispiel: Wer sieben Tage am Stück gearbeitet habe, soll einen Anspruch auf zwei zusammenhängende freie Tage erhalten, bei zehn Tagen Arbeit soll es anschließend vier freie Tage geben.

Mit Sorge verfolgt der Betriebsrat derzeit die Kündigung von Pflegeverträgen durch das DRK. Die RUNDSCHAU hatte vor wenigen Tagen über ein aktuelles Beispiel berichtet. Die DRK-Geschäftsführung begründet diesen Schritt mit personellen Engpässen.