Mit einer Kontaktsperre und weiteren Restriktionen hat die Landesregierung seit Wochenbeginn in Brandenburg das öffentliche Leben weiter stark eingeschränkt. All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Ausbreitung des Coranavirus zu verhindern.

In der Stadt Forst wurde jetzt in einer gemeinsamen Aktion von Verwaltung und Deutschem Roten Kreuz (DRK) auf die neue Situation reagiert. Um hilfsbedürftige Personen in dieser Ausnahmesituation des Alltags zu unterstützen und nicht alleine zu lassen, haben Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) und die Geschäftsführerin des DRK Kreisverbandes Forst Spree-Neiße, Regina Schneider, am Dienstag, 24. März, das Projekt „Team Forster Zusammenhalt“ ins Leben gerufen.

Forster Hilfsprojekt soll keine Konkurrenz zu anderen Angeboten sein

Einwohner in der Stadt können demnach ab sofort Hilfe zur Unterstützung bei Alltagsproblemen in Anspruch nehmen. Die Hilfen können genutzt werden, wenn Personen aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens Erledigungen nicht mehr selber wahrnehmen können. Dazu zählen der Einkauf von Lebensmitteln, der soziale Kontakt, die Versorgung der Haustiere, Apothekengänge, telefonische Beratung oder die Vermittlung einer täglichen warmen Mahlzeit.

Das Projekt soll das Angebot der bestehenden Pflegedienste in Forst und Umgebung bei Bedarf ergänzen. „Wir wissen, dass diese derzeit sehr gut ausgelastet sind und verstehen uns auch nicht als Konkurrenz, sondern als ergänzendes Angebot“, so die Forster Bürgermeisterin. Die Unterstützungsangebote stünden grundsätzlich allen Einwohnern zur Verfügung, die hilfsbedürftig seien.

DRK Forst bekommt Anfragen aus gesamten Bundesgebiet

„Unser Selbstverständnis ist es, Menschen in Krisen zu helfen“, erklärt die Forster DRK-Chefin Regina Schneider. So berichtet sie von Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet. Kinder oder Enkelkinder machten sich Sorgen um ihre Eltern oder Großeltern. Das wäre ein Ansatz, um mit der neuen Initiative Hilfe zu leisten. In manchen Fällen reiche es einfach aus, die Senioren regelmäßig anzurufen, sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Die älteren Leute hätten damit die Gewissheit, nicht alleine zu sein, ihre Sorgen und Probleme jemandem mitteilen zu können, wenn es zum Beispiel keine Angehörigen gebe.

Hilfe für Forster Familie in Corona-Quarantäne

Sven Zuber, Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal, schildert einen aktuellen Fall. „Wir haben eine Familie, die keinerlei Sozialkontakte in der Stadt hat und sich derzeit in Quarantäne befindet.“ Hier sei bereits Kontakt zum Deutschen Roten Kreuz aufgenommen worden. Dort kümmert man sich nun um vermeintlich profane Dinge wie Einkaufen.

Wie funktioniert das Hilfsprojekt?

Hilfebedürftige können sich im Rathaus unter der Bürgertelefonnummer 03562/989-289 wochentags zwischen 9 und 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag zwischen 9 und 14 Uhr melden. Anfragen können auch per Mail an die Adresse hilfe@forst-lausitz.de gestellt werden. Außerdem ist die Stadt dabei, auf der eigenen Internetseite ein entsprechendes Formular einzurichten. Auch dort können Hilfswünsche formuliert werden.

In der Stadtverwaltung kümmert sich ein vierköpfiges Team um die Umsetzung. Dabei wird zunächst die Hilfsbedürftigkeit überprüft. Das soll allerdings unbürokratisch geschehen.

Die Hilfe selbst wird dann von Mitgliedern des Forster DRK ermöglicht und umgesetzt.

Was machen Freiwillige, die anderen helfen wollen?

Auch Personen, die andere selber unterstützen möchten, können sich an das Rathaus wenden. Ein entsprechendes online-Formular wird unter www.forst-lausitz.de im Laufe dieser Woche ebenfalls bereit stehen. Die Stadt kümmert sich dann um die Vermittlung.

Wie ist die allgemeine Lage in Forst?

„Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich die Bürger der Stadt an die neuen Bestimmungen halten und sich gut auf die neue Situation eingestellt haben“, sagt Bürgermeisterin Simone Taubenek.

Cottbus

Lausitzer Rundschau mit eigener Plattform für Hilfsangebote

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