Baustelle in Forst
: Brücke über die Malxe soll im Sprint ersetzt werden

Die Malxe-Brücke entlang der L49 in Forst muss ersetzt werden. Spätestens bis Ende 2029. Dann gilt eine Sperrung. Aber das Land verspricht Bauen im Sprint. Das steckt dahinter.
Von
Harriet Stürmer
Forst
Jetzt in der App anhören
Die Ortsverbindung wird unter Vollsperrung saniert.

ARCHIV - 18.07.2019, Sachsen, Borna: Ein Schild weist auf eine Baustelle hin. (zu dpa «Volksinitiative gegen Straßenausbaubeiträge gibt erneut Unterstützerlisten ab») Foto: Jan Woitas/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Baustelle in Forst: Der geplante Ersatzneubau der Brücke über die Malxe ist eines von landesweit 14 Pilotprojekten, an denen Brandenburg jetzt testen will, ob sich beim Brückenbau die Zeit der Verkehrseinschränkungen verkürzen lässt. (Symbolbild)

Jan Woitas/dpa
  • In Forst wird die Malxe-Brücke an der L49 ersetzt – Beginntermin ist noch offen.
  • Das Land testet den „Brückensprint“, um Sperrzeiten auf etwa sechs Wochen zu verkürzen.
  • Pilotphase mit 14 Brücken läuft bis 2029, der gesamte Ansatz ist bis 2038 angelegt.
  • Modularbau und BIM sollen Planung und Bau beschleunigen, teils mit vorhandenen Bauteilen.
  • Bei der Pilotphase ist Vollsperrung vorgesehen, da Ausweichrouten in der Region rar sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die viel befahrene Brücke über die Malxe in Forst (Lausitz) ist in die Jahre gekommen. Das Bauwerk muss ersetzt werden. Die Arbeiten sollen unter Vollsperrung für den Verkehr entlang der Spremberger Straße (L49) stattfinden. Wann sie beginnen und sich Autofahrer somit auf erhebliche Verkehrseinschränkungen einstellen müssen, ist derzeit allerdings noch unklar.

Für Autofahrer gibt es aber auch eine gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Der geplante Ersatzneubau ist eines von landesweit mehr als einem Dutzend Pilotprojekten, an denen Brandenburg jetzt testen will, ob sich beim Brückenbau die Zeit der Verkehrseinschränkungen verkürzen lässt.

Brückensprint nennt sich das neue Programm, bei dem das Land den Einsatz modularer Schnellbauweisen erprobt. Das federführende Infrastrukturministerium und der Landesbetrieb Straßenwesen versprechen sich davon, dass sich die Erneuerung der Straßenbrücken deutlich beschleunigen lässt.

Landesbetrieb betreut 1556 Brücken an Straßen in Brandenburg

Der Landesbetrieb Straßenwesen betreut 1556 Brücken an Bundes- und Landesstraßen. Deren Erhalt ist eine Daueraufgabe für das Land. Zwar ist der überwiegende Teil vergleichsweise jung. Zugleich gibt es aber auch viele ältere Bauwerke, für die Erneuerungsbedarf besteht, zumal die Verkehrsbelastungen stetig zunehmen.

Pendeln

Warum kommt die Bahn zu spät? Was bringt ein Tempolimit auf der Autobahn? Wir berichten über alles was Berufspendler in der Region wissen müssen.

Das Problem in ländlichen Regionen wie Forst (Landkreis Spree-Neiße): Hier gibt es für den Verkehr oft nur wenige Ausweichmöglichkeiten.

„So können die Arbeiten vor Ort konzentriert werden.“
Aud Krubert
Sprecherin beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung

Im Zuge des Brandenburger Brückensprints sollen bei geeigneten Brückenneubauten künftig Bauteile mit einem hohen Vorfertigungsgrad eingesetzt und auf der Baustelle montiert werden. Planung und Bauleistung sollen gemeinsam vergeben werden. Die vorhandenen Abmessungen der Bauwerke sollen dabei möglichst erhalten bleiben. Auch die vorhandenen Gründungen und Unterbauten sollen, wo dies technisch möglich ist, weiter genutzt werden, kündigt das federführende Infrastrukturministerium an.

„So können aufwendige Planungsverfahren vermieden und die Arbeiten vor Ort konzentriert werden“, erklärt Ministeriumssprecherin Aud Krubert.

An 14 Brücken sollen die neuen Bauweisen getestet werden

Den Auftakt bildet eine Pilotphase mit 14 Brücken, an denen die neuen Bauweisen unter den besonderen Anforderungen des Straßenbrückenbaus erprobt werden. Die Pilotphase ist bis 2029 vorgesehen. Anschließend sollen die Erfahrungen ausgewertet werden. In einer weiteren Phase soll der Ansatz auf zusätzliche geeignete Brücken übertragen werden. Der gesamte Brückensprint ist bis 2038 angelegt.

Bei den Pilotvorhaben ist vorgesehen, die Arbeiten unter Vollsperrung in einem eng getakteten Zeitraum umzusetzen, berichtet Ministeriumssprecherin Krubert weiter. „Dadurch sollen die Verkehrseinschränkungen auf etwa sechs Wochen begrenzt werden. Das ist für viele Menschen und Unternehmen besser planbar als lang andauernde Baustellen mit wechselnden Verkehrsführungen.“

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat landesweit 197 kleinere Brücken identifiziert, die grundsätzlich für eine Erneuerung in modularer Bauweise geeignet sind. Davon liegen 143 an Landesstraßen und 54 an Bundesstraßen. Die Auswahl beruht insbesondere darauf, ob ein Bauwerk für einen modularen Überbau geeignet ist und ob vorhandene Bauteile weiter genutzt werden können. Die Umsetzung sei allerdings abhängig von den zur jeweiligen Projektphase zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln, sagt Aud Krubert.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Brückensprints ist die sogenannte BIM-Methode (Building Information Modeling). Wesentliche Informationen zum Bauwerk und zu seinem Umfeld werden dabei bereits während der Vorbereitung in einem digitalen Modell zusammengeführt und dargestellt. Dazu gehören auch Randbedingungen für die Baustellenlogistik.

Landesbetrieb setzt Pilotprojekte als Bauherr um

„Unternehmen erhalten damit schon in der Angebotsphase eine genauere Grundlage für die Planung und Kalkulation. In Verbindung mit standardisierten Bauteilen soll BIM zudem die Abstimmung, Prüfung und Überwachung der Vorhaben unterstützen“, erklärt die Ministeriumssprecherin.

Der Landesbetrieb Straßenwesen bereitet die erforderlichen Vergabeverfahren vor und wird die Pilotprojekte als Bauherr umsetzen. Eine Markterkundung habe bereits Interesse bei 14 Unternehmen hervorgerufen, heißt es. Die Erfahrungen aus der Pilotphase sollen auch in andere Vorhaben des Straßenbaus einfließen, betont Mike Koehler, Vorsitzender des Vorstands vom Landesbetrieb Straßenwesen.

Sieben Monate zwischen Planung und Inbetriebnahme

Ein erstes Beispiel, wie das Land standardisierte, modulare Bauweisen mit digitalen Methoden verbinden will, zeigt eine Brücke an der L171 in Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel).

Hier lagen zwischen Planungsbeginn und Inbetriebnahme sieben Monate. Diese Erfahrungen sollen nun mit dem Brückensprint auf weitere geeignete Bauwerke übertragen werden. (hs)