Bahn Cottbus – Forst
: Strecke für Zug über Wochen gesperrt – damit müssen Pendler rechnen

Der Zugverkehr zwischen Cottbus und Forst wird jetzt länger eingestellt. Was sind die Gründe und die Alternativen für die Fahrgäste?
Von
Marcel Laggai
Forst
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Der RB 46 Cottbus-Forst musste aufgrund eines Vorfalls sogar zum Hauptbahnhof der kreisfreien Stadt umkehren.

Cottbus Hauptbahnhof, Gleis 4
ODEG RB 46 Cottbus-Forst

Die Zugstrecke zwischen Cottbus und Forst nutzen regelmäßig viele Pendler. Für sie brechen jetzt schwere Wochen an. (Archivfoto)

Michael Helbig

Pendler zwischen Forst und Cottbus brauchen jetzt über Wochen starke Nerven. Zugreisende werden aufgrund von unerwarteten Ausfällen der Bahn auf der Strecke immer wieder auf harte Geduldsproben gestellt. Nun planmäßig lange.

Konkret sind davon die Linien RB46 (Odeg) und RB93 (DB Regio AG) betroffen. Beide Linien verkehren auf dem Abschnitt Forst – Cottbus und werden ab Montag (5. September) komplett eingestellt – zumindest temporär.

Der genaue Zeitraum: 5. August 2024 (5 Uhr) bis zum 26. August 2024 (5 Uhr). Hintergrund der wochenlangen Streckensperrung ist eine Baumaßnahme, welche unter Anleitung der DB InfraGO AG stattfindet. Besagtes Unternehmen ist Tochter der Deutschen Bahn und kümmert sich um die Eisenbahninfrastruktur.

Das sorgt für die Sperrung der Strecke Cottbus – Forst

Bedeutet die Vollsperrung, dass die gesamte Strecke – Schienen und Leitungen – erneuert wird? Oder kommt womöglich endlich die lange ersehnte Elektrifizierung? Um letzteres Gleisbauprojekt kämpft die Kreisstadt Forst bereits seit langer Zeit. Geschätztes Investitionsvolumen: knapp 80 Millionen Euro.

So heißt es zumindest aus dem brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Doch zu früh gefreut, denn die anstehenden Bauarbeiten haben einen anderen Grund.

Aber was ist nun der genaue Anlass für den Zugausfall? „Die Sperrung in Richtung Forst (Lausitz) dient dazu, Gleisumbauten zur Erneuerung des ehemaligen Anschlusses HKW, in eine moderne Güterverkehrsladestelle zu wandeln“, heißt es aus dem Berliner Regionalbüro der DB-Tochter.

Ferner würden diese Bauarbeiten dazu beitragen, den Bahnhof Cottbus zu einem zukunftsorientierten und leistungsfähigen Bahnstandort zu ertüchtigen. Es handelt sich also um eine Maßnahme im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes, die in Zusammenhang mit dem neuen ICE-Instandhaltungswerk am Hauptbahnhof Cottbus steht.

Das Unternehmen selbst nennt das Projekt am Heizkraftwerk (HKW) eine Kompensationsmaßnahme für die Bautätigkeiten am Hauptbahnhof Cottbus. Sprich, um die Auswirkungen für die Umwelt am neuen ICE-Werk auszugleichen beziehungsweise abzumildern.

Infolgedessen werden am HKW bestehende Altanlagen wie Gleise und Weichen zurückgebaut, drei Abstellgleise auf einer Gesamtlänge von ungefähr 2200 Metern werden neu gebaut sowie eine neue Logistikstelle errichtet. Und jene Gleisanlagen werden schließlich an die bestehende Trasse Cottbus – Forst angeschlossen, weshalb die Sperrung erforderlich ist.

Ersatzverkehr auf der Strecke Cottbus – Forst eingerichtet

Aber wie kommen die Zug-Pendler nun nach Cottbus oder Forst? Laut Unternehmensangaben ist für Ersatzverkehr mittels Bus bereits gesorgt. Allerdings liegt die Verantwortung für den Ersatzverkehr nicht bei der DB InfraGO, sondern vielmehr beim betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen. Also bei der Odeg und DB Regio.

In Anbetracht der zurückliegenden Probleme – auch mit dem Ersatzverkehr – ist die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) um Beschwichtigung bemüht. „Wir können Ihnen versichern, dass wir gemeinsam mit unserem Partner DB Regio intensiv daran arbeiten, einen reibungslosen Ersatzverkehr sicherzustellen“, erklärt Odeg-Sprecherin Swantje Mielke.

In beide Richtungen werde jeweils ein Niederflurgelenkbus mit einer Kapazität von 150 Sitz- und Stehplätzen eingesetzt. Auftragnehmer: die Mundstock Reisen GmbH – aus Niedersachsen.

Im Hinblick auf die Ferien rechnet die Odeg erfahrungsgemäß mit einem geringeren Fahrgastaufkommen, wonach letztlich die Anzahl der eingesetzten Busse kalkuliert wurde. „Sollte es dennoch zu unerwarteten Engpässen kommen, haben wir die Möglichkeit, kurzfristig zusätzliche Busse einzusetzen.“

Allerdings gilt es für die Bus-Pendler und -Reisenden zu beachten, dass sich die Fahrtzeit nahezu verdreifacht. Anstatt knapp 20 mit dem Zug ist der Bus nämlich gut 51 Minuten von Busbahnhof zu Busbahnhof unterwegs.

Ab Forst geht es laut Ersatzfahrplan tagtäglich im Stundentakt ab 3.59 Uhr in Richtung Cottbus. Die letzte Fahrt des Tages startet derweil um 20.59 Uhr. In Cottbus (Bussteig 9) wird indes stündlich von 5.07 Uhr bis 23.07 Uhr abgefahren.

Hinweis der Odeg an die Reisenden

Für den Fall, dass es trotz aller Bemühungen zu Problemen mit dem Ersatzverkehr kommen sollte, können sich Reisende und Pendler an den Odeg-Kundendialog wenden. Er ist unter Telefon 030 514 88 88 88 erreichbar. Alternativ kann auch ein digitales Kontaktformular genutzt werden, mit dem das Odeg-Team versucht zu helfen: https://www.odeg.de/kontakt/kontaktformulare. Sämtliche Reiseauskünfte sowie Informationen zu den Strecken der Odeg sind unter: https://www.odeg.de/ zu finden.

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