von Margit Jahn

Berühmte „Forschter“ – wer sind sie und wo kamen sie her? Dieser spannenden Frage ist am Donnerstagabend der Forster Schriftsteller Bernd Beyer nachgegangen. Zum 63. Forster Geschichtsstammtisch kamen zahlreiche Interessierte in die Gaststätte Waldeule nach Groß Jamno.

„Die Stammtische haben schon überregional eine gewisse Berühmtheit erlangt“, betont Organisator Frank Henschel. Selbst Maria Nooke, Forsterin und heute Staatssicherheitsbeauftragte, will am 20. Juni ins Kompetenzzentrum kommen. „Das ist nochmals Zeitgeschichte“, so Henschel.

Am Donnerstag standen die vier Forster Bruno Kastner, Johann Martin Bolzius, Brigitte Frank und Bernd Drogan im Mittelpunkt. „Zuerst war die Idee da, ein ‚Wer ist wer’ über prominente Forster zu schaffen“, erzählt Beyer. Gesucht werden dafür noch historische Dokumente.

Beyer berichtet vom Volk der Burgunden, einem skandinavischen Volk, das über Dänemark, Polen an die Oder und Neiße zog. Anhand einer Regionskarte stellte er die Siedlungsgebiete der Burgunden im Jahre 50 n. Chr. vor. „Man muss sich schon fragen, ob später alle Burgunden weggezogen sind“, sagt er. So sei beispielsweise in seinen eigenen Genen, aber auch in denen von weiteren Familienangehörigen, der skandinavische Einfluss nachweisbar. „Es sieht so aus, als ob sich die Skandinavier mit der hiesigen Bevölkerung vermischt haben“, lautet sein Fazit.

Weiter spannte Beyer den Bogen ins 14. Jahrhundert zu Johann II. von Biberstein und ersten Aufzeichnungen von Forst. Der Adlige erhielt damals eine exzellente Ausbildung und konnte somit den umfangreichen Landbesitz verwalten. 1536 war Pinetius von Forst, auch Petrus Silvius genannt, mit seinen vielen Schriften einer der großen Gegenspieler von Martin Luther.

1626 herrschte Albrecht von Wallenstein in Forst. Wallenstein verfügte über sehr moderne Ansichten und besaß große Reichtümer. Er hat sich insgeheim für die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges eingesetzt und wurde später wegen seines Verrates ermordet.

Johann Martin Bolzius, 1703 in Forst geboren, war ein berühmter Theologe, der als lutherischer Pfarrer der Salzburger Gemeinde in Ebenezer, Georgia und später New Ebenezer wirkte. Von ihm existiert dort noch heute ein großes Denkmal als Anerkennung für seine Verdienste für die Stadt.

Weitere berühmte Namen wie Paul Thumann oder Franz Graf von Brühl wurden genannt. Bruno Kastner, 1890 in Forst geboren wurde als „Frauenschwarm“ ein berühmter Schauspieler, der in 98 Filmen mitwirkte. Da er einen Sprachfehler besaß, endete sein Erfolg allerdings mit der Stummfilmzeit.

Brigitte Frank, aufgewachsen in Forst, Mutter von fünf Kindern und Frau des Nazis Hans Frank, war das Elend der Menschen egal. Sie selbst handelte mit Pelzen, war nur auf ihren Reichtum bedacht und bekam den Spottnamen „Königin von Polen“.

Bernd Drogan, der 1967 bei Lok Forst aktiv Radsport betrieb, wurde zum berühmten Straßenradsportler der DDR.