Affenzoo Jocksdorf: Putziges Quartett – das sind die neuen Bewohner im Tiergarten

Für die vier neuen Zwergotter im Affenzoo Jocksdorf wurde eigens ein neues Gehege geschaffen.
Harriet Stürmer- Der Affenzoo Jocksdorf hat vier Zwergotter aus dem Tierpark Hagenbeck aufgenommen.
- Für die Otter wurde ein neues Gehege mit Teich, Steg und Schilfufer gebaut.
- Die Tiere fressen Fische, Küken, Gemüse – Obst lehnen sie ab.
- Der Affenzoo sucht Spenden und Freiwillige zur Unterstützung des Betriebs.
- Im September wird der erste Geburtstag der Zwergotter gefeiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Affenzoo in Jocksdorf (Landkreis Spree-Neiße) hat außergewöhnlichen Zuwachs bekommen. Vier putzige Zwergotter sind die neuesten Bewohner der Anlage zwischen Forst (Lausitz) und Döbern – und sie fühlen sich hier offensichtlich rundum wohl. Für das Junggesellenquartett – die noch recht jungen Tiere sind durchweg Männchen – wurde eigens ein neues naturnahes Gehege angelegt, das ihm jeglichen tierischen Komfort bietet.
Zwergotter sind die kleinste der weltweit 13 Otterarten. Ihr natürlicher Lebensraum ist Südostasien, wo sie zum Beispiel gerne an dicht bewachsenen Ufern von Flüssen und Seen leben. Allerdings sind die Tiere vom Aussterben bedroht; die Haltung in Zoos dient also vor allem dem Erhalt und der Erhöhung ihres Bestandes.
Die Zwergotter stammen aus dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg
Die Zwergotter, die seit wenigen Monaten im Affenzoo Jocksdorf zu Hause sind, stammen aus der Zucht des bekannten Tierparks Hagenbeck in Hamburg, wo die Zwergotter-Familie stetig wächst. Auch in der Natur wandert der männliche Nachwuchs ab und gründet ein eigenes neues Revier, das die vier Hamburger Jungtiere nun im rund 450 Kilometer entfernten Jocksdorf (Gemeinde Neiße-Malxetal) gefunden haben.
Inzwischen haben sich die kleinen Zwergotter hier gut eingelebt. Ihr Gehege: der frühere Schwimmteich der Zoo-Gründerin. Der Teich wurde extra für die Tiere mit einem Schutzhaus für den Winter bebaut und hat auch einen Holzzaun und einen Steg bekommen. Ihr neues festes Revier bietet den Zwergottern somit alles, was die Tiere brauchen: schwimmen im Teichwasser, Landgänge ans von Schilf umgebene Ufer, ein warmes Winterquartier inklusive zweier Toiletten, Sonnenbaden auf dem hölzernen Steg und schlafen im selbst gebauten Schilfnest darunter.

Warten aufs Futter: Die Zwergotter im Affenzoo in Jocksdorf werden unter anderem mit toten Küken und Fischen versorgt.
Harriet StürmerNachbarn und Supermärkte unterstützen den Affenzoo bei Forst
Und ihr Fressen? Nancy Schröter – ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins „Affen-Zoo Jocksdorf e.V.“, die die Zwergotter sogleich liebevoll unter ihre Fittiche genommen hat – erzählt, dass die Raubtiere in freier Wildbahn so ziemlich alles fressen, was sie in ihrem Lebensraum bekommen können. Hier in der Tieranlage kriegen sie vor allem Fische und Küken, aber nicht lebend. Die Pfleger haben inzwischen auch festgestellt, dass sie sogar Eier, Möhren und Paprikaschoten fressen.
Das Obst hingegen, das der Affenzoo zur Freude der Vereinsmitglieder gerade jetzt zur Erntezeit von vielen Nachbarn oder auch Supermärkten in der Region gespendet bekommt, bleibt anderen Tieren vorbehalten. Im Zoo gibt es viele dankbare Abnehmer dafür.
Die idyllische Anlage beheimatet vor allem viele Affenarten. Hier lebt zum Beispiel seit mehr als zehn Jahren auch ein ziemlich betagter Weißschulter-Kapuzineraffe. Roxy – ein Weibchen – ist jetzt schon 52 Jahre alt. In freier Wildbahn, so sagt man, hat diese Art eine Lebenserwartung von rund 15 bis 20 Jahren. Der jüngste Zuwachs dagegen ist ein drei Wochen altes Goldkopflöwenäffchen, das stolz von seinem Papa durchs Gehege getragen wird. Babysitting ist bei Krallenaffen ein Job für die ganze Familie.
Auch allerlei Ziervögel wie Wellensittiche, Nymphensittiche oder Zwergpapageien können Besucher im Affenzoo erleben; ebenso wie seltene Zwerghühnerarten, Alpakas, Emus, Kängurus oder Schildkröten. Und seit Kurzem lebt hier auch ein äthiopischer Wüstenigel, der in Zoos selten anzutreffen ist. In Europa zum Beispiel wird er aktuell einzig in Zagreb in Kroatien gehalten – und jetzt eben auch in Jocksdorf.

Affenzoo in Jocksdorf: 2. Vereinsvorsitzende Nancy Schröter bei den Emus
Harriet StürmerVerein „Affen-Zoo Jocksdorf e.V.“ 2007 gegründet
Hier in dem beschaulichen Dorf weitab vom Trubel einer großen Stadt haben sich die Eheleute Sybille und Stefan Mai in den 80er-Jahren auf ihrem Grundstück ihren eigenen Zoo geschaffen – sämtliche Gehege und das Außengelände selbst gebaut beziehungsweise gestaltet. 2007 haben sie dann den Förderverein „Affen-Zoo Jocksdorf e.V.“ gegründet, der mehrere Dutzend Mitglieder zählt. Das rund 1,3 Hektar große Zoo-Gelände wurde schließlich 2012 an den Zooverein verpachtet.
Anders wäre das Projekt Affenzoo, das in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen ist, vermutlich gar nicht mehr zu stemmen; sehr viel Arbeit ist mit dem Erhalt der Anlage verbunden. Jeden Tag müssen die Gehege in Ordnung gebracht, die Tiere mit frischem Futter versorgt und der Garten in Schuss gehalten werden.
Unterstützung durch weitere ehrenamtliche Vereinsmitglieder oder junge Männer und Frauen, die ihren Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren, ist von daher übrigens ausdrücklich erwünscht, wie Nancy Schröter sagt. Auch Spenden sind gerne gesehen. Die enormen Energiekosten und andere laufende Ausgaben verschlingen die Eintrittsgelder und Einnahmen aus dem kleinen Imbiss nahezu vollständig.
Im September wird Geburtstag gefeiert im Affenzoo Jocksdorf
Derweil geht jetzt auch in Jocksdorf so langsam die Sommersaison zu Ende. Die Ferien sind fast vorbei und damit kehrt wohl wieder etwas mehr Ruhe im Affenzoo ein. Nichtsdestotrotz laufen aber schon die Planungen für den nächsten öffentlichen Höhepunkt: Im September wolle man den einjährigen Geburtstag der neuen Zwergotter gebührend feiern, kündigt Nancy Schröter an. Eigentlich sind nur zwei der vier Tiere aktuell ein Jahr alt geworden; die anderen beiden werden bald schon zwei. Aber gefeiert werden soll freilich für alle.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
■ Adresse: Jocksdorf 8, 03159 Neiße-Malxetal
■ Telefon: 035695 7183
■ Öffnungszeiten: im Sommer von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr), im Winter 10 bis 16.30 Uhr. Donnerstag Ruhetag
■ Eintrittspreise: Erwachsene 7 Euro, Kinder von 2 bis 16 Jahren 3 Euro, Hunde (an der Leine) 2 Euro, Gruppenrabatt (ab 10 Personen) 10 Prozent
■ Internet: www.affenzoo-jocksdorf.de

