„Zauberpeter“ Peter Kersten ist tot: Bekannter Magier der DDR mit 80 Jahren gestorben

Immer lachend – so kannten die Fernsehzuschauer den Zauberkünstler Dr. Peter Kersten als „Zauberpeter“. Nun ist er im Alter von 80 Jahren gestorben.
Klaus Franke/dpaEr war ganz sicher einer der bekanntesten Söhne der Rosenstadt Forst. Der als „Zauberpeter“ vor allem in Ostdeutschland bekannte Magier Peter Kersten ist tot.
Er war im Jahr 1943 in der Neißestadt als Hans-Peter Lehmann geboren worden und verzauberte über Generationen hinweg zunächst das ostdeutsche Publikum, promoviert zwischendurch im Fach Physikalische Chemie und startet noch zu DDR-Zeiten als Dr. Peter Kersten eine magische Weltkarriere.
Magische Karriere – vom DDR-Fernsehen auf die Weltbühne
Bekannt wurde Kersten, besonders durch die Sendereihe „Zauber auf Schloss Kuckuckstein“. Von 1985 bis 1991 begeisterte der Künstler das Publikum mit seinen Zaubertricks. Im DDR-Fernsehen erreichten seine Sendungen „Kunterbunt“ und „Zauber auf Schloss Kuckuckstein“ Kultstatus.
Mit dem Ende des DDR-Fernsehens musste er sich allerdings eine neue Beschäftigung suchen.
In seinen Glanzzeiten gehörte Dr. Peter Kersten zu den besten Magiern der Welt. 1977 gewann er die höchste Auszeichnung der Zauberwelt und wurde von der Academy of Magical Arts in Hollywood mit dem sogenannten „Zauber-Oscar“ ausgezeichnet. „The Magic Doctor“ oder auch als „Zauberpeter“ trat beispielsweise auch vor der Tochter des früheren amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter auf. Und auch der einstige spanische König Juan Carlos buchte den geborenen Forster für eine Privatvorstellung.
Was ist die Academy of Magical Arts?
Die Academy of Magical Arts ist eine Organisation in Hollywood, die sich der Förderung und Anerkennung der Zauberkunst widmet. Sie vergibt unter anderem den „Zauber-Oscar“, eine sehr hoch angesehene Auszeichnung für besondere Leistungen in der Zauberkunst. Die Academy hat sich auf die Fahne geschrieben, die Kunst der Magie auf höchsten ethischen Standards zu fördern.
Von der Bühne hinter die Kamera – Kerstens Abenteuer nach der DDR
Immer öfter stand Peter Kersten dann nach 1991 auch hinter der Kamera und berichtete für Reisefilme und Reportagen für die MDR-Sendung „Windrose“ aus entlegenen Regionen der Welt.

Peter Kersten (Zauberpeter) signiert seinen Beitrag im Forster Jahrbuch.
Nils OhlFür seine „Magische Weltreise“ bediente er sich aus seinem Fundus von rund 150 Filmen aus aller Welt, die er in seine Zauber-Show einbettete. Mit diesem Programm tourte er durch die Lande, stand damit auch mehrmals in seiner alten Heimat auf der Bühne. Seinen letzten öffentlichen Auftritt in Forst (Lausitz) hatte er bei der Jahrbuch-Präsentation des Forster Museumsvereins am 31. August 2021.
Kersten sei ein „Lebensfreund“ gewesen, sagte seine langjährige Kollegin, Urte Blankenstein. Die beiden standen für Zaubershows öfter gemeinsam auf der Bühne – auch außerhalb der DDR. Bekannt sei etwa der Auftritt als „schwebende Jungfrau“ gewesen, so Blankenstein, die selbst als „Frau Puppendoktor Pille“ regelmäßig im DDR-Fernsehen zu sehen war.
Ein letzter Geburtstag im geliebten „Schloss Kuckuckstein“
Mit dem sächsischen Schloss Kuckucksstein fühlte sich Peter Kersten stets verbunden. „Es ist ein Stück meiner Identität und künstlerischen Heimat“, sagte er stets. Auch seinen 80. Geburtstag feierte „Zauberpeter“ noch im Sommer 2023 auf dem Schloss.
Dr. Peter Kersten starb im Alter von 80 Jahren am 31. Oktober 2023 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren in einem Radebeuler Hospiz.

