Von Daniel Roßbach

Für Bahnreisende zwischen Cottbus und Elbe-Elster sind es ohnehin schwere Zeiten: Bauarbeiten und Schienenersatzverkehr von Cottbus nach Calau und zurück machen die Fahrt länger und umständlicher.

Doch im Schienenverkehr auf dieser Strecke gibt es noch ein anderes, längerfristiges Ärgernis: Denn aus Cottbus kommt man mit den Linien RE 10 und RB 43 kommt man zwar stündlich – aber nicht ganz.

Denn von Cottbus nach Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Falkenberg fährt um 10 Uhr kein Zug, in die Gegenrichtung müssen Fahrgäste zwischen 10 und 12 Uhr zwei Stunden auf einen Zug warten.

Diese Lücke liege „in einer grundsätzlich relativ nachfrageschwachen Zeit“, erklärt eine Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Der VBB sei in dieser Konstellation Aufgabenträger der Länder.

In der Tat gebe es in dieser Zeit das geringste Interesse, bestätigt  der Fahrgastverband „Pro Bahn“: „Um diese Zeit sind Schüler und Pendler gefahren, und die Schüler fahren noch nicht zurück.“ Privatreisende seien in dieser Zeit selten unterwegs, sagt Karl-Peter Naumann von der Interessengruppe: „Vormittags sieht man nahezu überall eine geringere, aber nie keine Nachfrage.“

Karl-Peter Naumann kritisiert den Fahrplan aber trotzdem: „Mit einem wirklichen Taktfahrplan hat dieses nichts zu tun.“ Dafür sei entscheidend, dass sich Reisende auf den Takt verlassen können, gerade ohne im Einzelnen auf den Fahrplan zu sehen. Nur so biete der Schienenverkehr unkompliziert große Flexibilität.

Als Grund dafür, dass es auf der Strecke durch die Niederlausitz keinen echten Stundentakt gibt, vermutet der „Pro Bahn“-Sprecher Sparsamkeitsgründe: „Für einen Zug, der nicht fährt, muss eben auch nichts bezahlt werden“, sagt er.

Besserung für Pendler und andere Zugreisende ist zwar in Sicht, lässt aber noch auf sich warten: Laut dem Landesnahverkehrsplan soll es ab 2022 ein durchgehendes stündliches Angebot geben.