Wünsche für Oberspreewald 2024: Was Menschen aus Lübbenau, Vetschau und Calau umtreibt

Auf ein gutes 2024!
Monika Skolimowska/dpaZum Jahreswechsel vor einem Jahr stand der Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges in der Ukraine an erster Stelle vieler Menschen im Oberspreewald. Dass sich dieser nicht erfüllt hat, im Nahen Osten ein weiterer Konflikt mit Waffen ausgetragen wird und das Land vor großen finanziellen Herausforderungen steht, legt sich wie ein schwerer Schleier über unsere diesjährige Umfrage zu den Wünschen, die die Menschen in und rund um Lübbenau, Vetschau und Calau für das kommende Jahr haben.
Wie schon im vergangenen Jahr sehnen sie sich auch eine anhaltende oder wiederkehrende Gesundheit herbei; darin eingeschlossen Glück und Wohlergehen für sich selbst, für Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und alle anderen nahestehenden Personen. Und was wünschen sich Südbrandenburger sonst noch?
Mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft

Marrin Arfsten-Häußler
Uwe HegewaldMarrin Arfsten–Häußler aus Groß Jehser: Etwas mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft würde uns allen weiterhelfen. Seitens der Politik fühlen wir uns alleingelassen, obwohl die hiesigen Landwirte einen verdammt guten Job machen. Und das rund um die Uhr — ohne zwei freie Wochentage und mit seltenen Urlaubstagen. Was die uns auferlegte Bürokratie und Auflagen betrifft, ist der Tag gar nicht lang genug, um alles abzuarbeiten. Munter werden die Preise erhöht oder Förderungen spürbar zurückgefahren. Entscheidungsträger und Verbraucher sollten sich vor Augen halten, dass wir Landwirte nachhaltig produzieren.
Unüberlegte Schnellschüsse vermeiden

Helmut Schneider
Uwe HegewaldHelmut Schneider aus Vetschau: Ich hoffe auf seriöse und zuverlässige Personen, denen es 2024 gelingt, die Fülle der anstehenden Probleme zu lösen. Um unüberlegte Schnellschüsse zu vermeiden, sollte dabei mit Augenmaß gehandelt werden. Als passionierter Tüftler und Sammler von Oldtimern sind die Bedenken nicht unbegründet. Bei allem verständlichen Hype um elektrobetriebene Kraftfahrzeuge sollte der Fahrzeuggeschichte angemessener Raum eingeräumt werden. Auch wenn die Fahrzeuge, die wir liebevoll instand setzen und zu gelegentlichen Anlässen präsentieren, mit klassischen Verbrennungsmotoren ausgestattet sind.
Unterstützung für die Kinder– und Jugendarbeit

Kathrin Lungwitz
Uwe HegewaldKathrin Lungwitz aus Zinnitz: In erster Linie ist die Unterstützung und Förderung für jegliche Aktivitäten in der Kinder– und Jugendarbeit zu nennen. Wir brauchen den Nachwuchs, damit es auch zukünftig voran– und weitergeht. Das betrifft gleichermaßen die Familien, Schulen und alle weiteren Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Respektvoll ziehe ich den Hut vor allen Frauen und Männern, die sich bei der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ehrenamtlich einbringen und sich dafür oftmals viel Zeit ans Bein binden. Darin einbezogen jene Mitstreiter, die nie in der Zeitung stehen oder denen auch anderswo nie Anerkennung gezollt wird.
Gastronomie wieder auf Kurs bringen

Peter Lehmann
Uwe HegewaldPeter Lehmann aus Lübbenau: Als Gästeführer ist es mein größter Wunsch, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Touristinformation weiterhin so reibungslos klappt wie bisher. Um Lübbenau und den Spreewald weiterhin für Besucher attraktiv zu halten, ist es wichtig, dass die Gastronomie wieder auf Kurs kommt. Viele Anbieter haben noch immer mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen und finden keine Fachkräfte. Was nützen uns die einladende Stadt und die einzigartige Landschaft, wenn wir unsere Besucher nicht sattbekommen? Sie sollen mit besten Erinnerungen heimreisen und für unsere Region werben.
Ein glückliches Händchen für die Kultur

Lisa Becker
Uwe HegewaldLisa Becker aus Calau: Aufgrund der umfassenden Bauarbeiten am Lindengarten und in der Poststraße gibt es in Calau nur eingeschränkte Parkmöglichkeiten. Ich hoffe, dass sich das Problem 2024 löst. Bei der kulturellen Ausrichtung wünsche ich der Stadt weiterhin ein glückliches Händchen, verbunden mit einer Anregung: Vielleicht gelingt es zu den kommenden Stadtfesten wieder etwas mehr Fahrgeschäfte zu binden. Zuletzt nährte sich der Eindruck, dass sich die Angebote verringert haben. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen treffen diese Attraktionen den Nerv und locken somit Familien zum Stadtfest.
Nicht noch mehr Solaranlagen auf unseren Feldern

Babette Rostock
Uwe HegewaldBabette Rostock aus Briesen: In unseren Dörfern Laasow, Briesen, Tornitz und Wüstenhain gibt es einen ausgeprägten Zusammenhalt. Am gegenseitigen Unterstützen soll im kommenden Jahr festgehalten werden. Von der Stadt Vetschau wünschen wir uns mehr Beachtung und Entscheidungen mit Weitsicht, die uns unmittelbar berühren. Ein ungehemmtes Installieren von noch mehr Solaranlagen auf unseren Feldern sind für unsere Dorfbewohner keine Option. Umso mehr würden wir uns über einen funktionierenden Nahverkehr freuen. Wir hoffen, dass wir diesbezüglich bei den Entscheidungsträgern auf der anderen Seite der A15 Gehör finden.
Vertretbare Lösungen für die Rassegeflügelzucht

Lothar Wolf
Uwe HegewaldLothar Wolf aus Vetschau: Wenn es der Politik und den Veterinärämtern 2024 nicht gelingt, vertretbare Lösungen für die Rassegeflügelzucht zu finden, geht eine Tradition den Bach runter. Aufgrund der hohen Auflagen mussten wir unsere Ausstellung in Vetschau in diesem Jahr erstmals absagen. Tierarzt– und Laborkosten von bis zu 30 Euro pro Tier können Züchter nicht mehr schultern. Immer mehr Hüter der Rassenvielfalt werfen das Handtuch, Jüngere stoßen nicht nach. In unserem 1902 gegründeten Verein ist die Mitgliederzahl inzwischen auf sieben Züchter geschrumpft. Wenn keine Kehrtwende passiert, war’s das mit der Zuchtarbeit.
Wandersportgemeinschaft hofft auf einen konstanten Zuspruch

Marina Hentschke
Uwe HegewaldMarina Hentschke aus Lübbenau: Am Samstag, 6. Januar 2024, starten wir um 10 Uhr vom Roten Platz in Lübbenau in unser neues Wanderjahr. Dann werden wir erstmals auch den Wanderplan für die neue Saison verteilen. Unsere Wandersportgemeinschaft hofft auf einen konstanten Zuspruch von Seelenverwandten. Durch Internetauftritte beim Wanderverband Brandenburg und Reisewelt Brandenburg haben wir mehr Aufmerksamkeit erfahren. Inzwischen werden wir auf unseren Touren von Wandernden aus anderen Landkreisen oder Städten begleitet, die aus Berlin oder Potsdam zu uns stoßen. Wir wünschen uns natürlich, dass der Trend anhält.

