Brand bei Finsterwalde: Lage entspannt sich – Anwohner können in Häuser zurück

Feuerwehreinheiten bekämpfen den Waldbrand bei Kleinbahren im Landkreis Elbe-Elster. Rund 300 Einsatzkräfte sind mit 36 Fahrzeugen vor Ort. Sie werden von 40 Polizeikräften unterstützt.
Frank Hammerschmidt/dpa- Waldbrand bei Kleinbahren außer Kontrolle, Großschadenslage ausgerufen.
- 120 Einwohner von Kleinbahren werden vorsorglich evakuiert.
- Feuerwehr und Katastrophenschutz mit Spezialkräften im Einsatz.
- Trockene Wälder und 34 Grad erhöhen die Brandgefahr erheblich.
- Zehn-Kilometer-Radius als gefährdet eingestuft, Wind erschwert Löscharbeiten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwischen Breitenau und Kleinbahren (Landkreis Elbe-Elster) hat am Dienstag (1. Juli 2025) der Wald gebrannt. Etwa 22 Hektar waren nach derzeitigem Stand betroffen. Das entspricht ungefähr einer Fläche von 30 Fußballfeldern. Die Lage sei „händelbar“, sagte eine Kreissprecherin am Dienstagabend. Der Einsatz zog sich bis in die späten Abendstunden. Bislang sei es gelungen, die Ausbreitung des Brandes aufzuhalten.
Am Abend bekämpften etwa 300 Feuerwehrkameraden den Großbrand vom Boden aus. „Es handelt sich nicht um eine Brandwiederholung, auf dieser Fläche hat es noch keinen so großen Brand gegeben“, sagte die Sprecherin. Der Katastrophenschutzstab, der um 14 Uhr aufgrund des Großbrandes beim Landkreis Elbe-Elster im Ordnungsamt einberufen wurde, schätzt die Lage am Dienstagabend als stabil ein.
Aufgrund der entspannten Lage bei dem Großbrand hob der Katastrophenschutzstab dann am späten Dienstagabend die Großschadenslage im Raum Sonnewalde auf. Ab 22 lag die weitere Brandbekämpfung und Koordination vor Ort in der Verantwortung der örtlichen Feuerwehren. Zuvor war die Evakuierung in Kleinbahren aufgehoben worden.
Katastrophenschutzstab hebt Evakuierung in Kleinbahren auf
Aufgrund der aktuellen Gefahr war gegen 14 Uhr die sofortige Evakuierung der Ortes Kleinbahren angeordnet worden. Kleinbahren ist ein Ortsteil der Stadt Sonnewalde. 52 Personen mussten am Nachmittag den Ort verlassen; die Zufahrten zu Kleinbahren wurden von der Polizei abgeriegelt.

Noch immer raucht der Wald zwischen Breitenau und Kleinbahren nach den Löscharbeiten.
Mario Sanders„Ab 20 Uhr konnten die Bewohner wieder in ihre Häuser in Kleinbahren zurückkehren“, teilte Torsten Hoffgaard, Sprecher vom Landkreis Elbe-Elster, mit. Die Lage an der Großbrandstelle sei vom Katastrophenschutzstab als nicht mehr bedrohlich für den Sonnewalder Ortsteil eingeschätzt worden.
Das betroffene Gebiet liegt in der Babbener Heide – nach dem Ort Babben benannt – einem Ortsteil der Gemeinde Massen-Niederlausitz. Der Babbener Forst umfasst eine Waldfläche von ungefähr 5500 Hektar.
Landkreis Elbe-Elster ruft am Nachmittag Großschadenslage aus
Am Dienstagsnachmittag um 14 Uhr war die Großschadenslage ausgerufen wurden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden gerufen, der Katschutz-Stab des Landkreises Elbe-Elster mobilisiert und der Einsatzleitwagen II in Fahrt gesetzt. Örtliche Feuerwehren waren da mit 180 Einsatzkräften und 36 Fahrzeugen vor Ort im Einsatz. Gegen 17.15 Uhr trafen vier Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr Cottbus ein, um die Kräfte vor Ort zu unterstützen. Auch aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz kam Unterstützung. Die Feuerwehren wollen auch über Nacht noch am Einsatzort bleiben.

Von Finsterwalde aus war die Rauchwolke des Waldbrandes bei Kleinbahren im Landkreis Elbe-Elster zu sehen.
Thomas KeilDer Kommandowagen mit drei Tragkraftspritzenfahrzeugen Wasser (TSF-W) mit entsprechend umfassender Ausbildung zur Vegetationsbrandbekämpfung wurden alarmiert. Letztere vier Fahrzeuge mit etwa 20 Einsatzkräften bildeten den Kreisregner, wobei die Kräfte und Mittel bei den Ortswehren Maasdorf (Verbandsgemeinde Liebenwerda) und Lebusa (Amt Schlieben) vorgehalten wurden und unter Leitung von Stefan Gängler aus Bad Liebenwerda zum Einsatz herangeführt wurden.
Das Feuer breitete sich nordwärts aus. Löschhubschrauber wurden noch nicht angefordert. Gefährlich könnte es werden, weil das Gebiet als kampfmittelverdächtig eingestuft ist. Das erschwere die Einsätze. Die Sowjetarmee hatte dort zu DDR-Zeiten ein Tanklager eingerichtet.
Einwohner von Kleinbahren werden evakuiert
„Die etwa 80 Einwohner von Kleinbahren müssen vorsorglich evakuiert werden“, informierte Torsten Hoffgaard, Sprecher vom Landkreis Elbe-Elster, am frühen Nachmittag. „Kräfte der Feuerwehr Sonnewalde sind vor Ort und überprüfen, inwieweit Einwohner selbstständig das Gefahrengebiet in Richtung Sonnewalde verlassen können oder Hilfe benötigt wird. Richtung Sonnewalde deswegen, weil der Wind aus Richtung Südost bläst“, so Hoffgaard weiter. Das alles sei eine Vorsichtsmaßnahme.
Sammelstelle für Bürger war die Gaststätte Lindenkrug in Großbahren. Kitas und Schulen waren von der Evakuierung nicht betroffen. Die Feuerwehr und das Amt Kleine Elster waren zusammen mit der Polizei vor Ort und kümmerten sich um die Sicherheit und das Wohl der Einwohner.
Neun Kleinbahrener und zwei Labradore hatten sich im Lindenkrug eingefunden. Es hätte sein können, dass sie dort auch die Nacht verbringen müssen. Unter ihnen war auch Anke Müller, deren Mann Heiko und Sohn Toni im Löscheinsatz waren. Die restlichen Einwohner des evakuierten Dorfes waren zwischenzeitlich bei Freunden, Verwandten und Bekannten untergekommen.

Anke Müller und weitere Einwohner von Kleinbahren können Abends wieder in ihre Häuser zurück.
Anke MüllerBei 34 Grad Celsius sei der Wald knochentrocken. Um das Schadensgebiet werde ein Radius von zehn Kilometern als gefährdet eingestuft, sagte Elbe-Elster-Sprecher Hoffgaard noch am Nachmittag Der Einsatz könne sich noch bis in die späten Abendstunden ziehen.

Waldbrand bei Kleinbahren: Die Einsatzleitstelle ist am Gerätehaus im benachbarten Ort Breitenau eingerichtet.
Mario SandersFür Fragen und Informationen steht ein Bürgertelefon mit der Nummer 03535 464004 zur Verfügung.
Noch sei es zu früh, um zu benennen, ob das Feuer eventuell durch fahrlässiges Handeln verursacht wurde, so der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel. „Trockenheit ist ein Faktor, doch die Brandursache ist in den meisten Fällen der Mensch.“ Der Landkreis Elbe-Elster gab die betroffene Fläche am Dienstagnachmittag noch mit 13 Hektar an, der Waldbrandschutzbeauftragte Engel nannte eine Fläche von etwa 15 Hektar. Am Dienstagabend informierte der Landkreis Elbe-Elster darüber, dass insgesamt 22 Hektar Waldfläche von dem Feuer betroffen waren.
Drei Feuerwehrleute wurden laut Informationen des Landkreises Elbe-Elster während des Einsatzes verletzt. Die meisten Straßensperren wurden am Dienstagabend wieder aufgehoben. Bestehen bleibe noch die Sperrung zwischen Babben und Breitenau (K6229).
Mehrere Waldbrände zur gleichen Zeit in Südbrandenburg
Im Süden Brandenburgs ist die Waldbrandgefahr laut Angaben des Umweltministeriums in Potsdam derzeit hoch bis sehr hoch. Das hat die Feuerwehr am Dienstag (1. Juli 2025) zu spüren bekommen. Gleich mehrere Waldbrände zur selben Zeit musste sie in Südbrandenburg bekämpfen. So hat es neben dem Feuer in der Babbener Heide auch in Waldstücken im Mühlberger Ortsteil Fichtenberg und im Finsterwalder Ortsteil Sorno gebrannt – alle drei Waldgebiete liegen im Landkreis Elbe-Elster.
Doch auch in anderen Landkreisen musste die Feuerwehr zu Waldbränden ausrücken. So brannte der Wald im Welzower Ortsteil Proschim und in der Gemeinde Neuhausen/Spree im Ortsteil Laubsdorf im Landkreis Spree-Neiße. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz stand im Calauer Ortsteil Zinnitz der Wald in Flammen. Und im Landkreis Dahme-Spreewald gab es einen Waldbrand in der Gemeinde Schönwald im Ortsteil Schönwalde.


