Am Dienstagmorgen ist vermeldet worden, dass bei der Finsterwalder Kjellberg-Gruppe in Teilbereichen 60 von insgesamt 80 Mitarbeitern entlassen werden sollen. Dabei beruft sich das Inforadio vom rbb auf eine Mitteilung vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Die Kjellberg-Gruppe ist einer der Weltmarktführer im Bereich Plasmaschneidtechnik. Sie besteht aus sieben Betriebsteilen mit insgesamt 500 Beschäftigten.

Kjellberg spricht von Lösungssuche

Am Dienstagvormittag reagiert Kjellberg mit einer Presseinformation auf die Gerüchte. Darin heißt es: „Bezugnehmend auf die heutige Information vom DGB gegenüber des Senders RBB, es können bei Kjellberg Finsterwalde kurzfristig Arbeitsplätze wegfallen, dementiert die Kjellberg-Gruppe.“

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Lauchhammer

Allerdings klingt in der Mitteilung durch, dass das Unternehmen durchaus Probleme hat. „Wir stehen am Anfang einer Lösungssuche, um gemeinsam mit den Betriebsräten und unseren Mitarbeitern die erforderlichen Neustrukturierungen zukunftssicher zu gestalten“, wird Dr. Michael Schnick, Holding-Geschäftsführer der Teknoholt GmbH zitiert.

So müsse Kjellberg auf den Abschwung der Geschäftsbereiche Werkzeug- und Anlagenbau sowie der Schweißtechnik reagieren und auf die veränderten Marktanforderungen vorbereitet sein.

Bei Unternehmenssprecherin und Marketingleiterin Sophie Antoinette Lewin klingt das so: „Wir wollen uns in den Bereichen Werkzeugbau, Sondermaschinenbau und im schweißtechnischen Bereich besser den Marktanforderungen anpassen. Wir können uns hier nicht wirklich von Mitbewerbern abheben. Deshalb gibt es einen Konzeptvorschlag, der jetzt mit den Betriebsräten diskutiert wird.“ Diese Betriebsteile liegen im Gewerbegebiet Massen und der Grenzstraße.

Können Mitarbeiter in andere Bereiche wechseln?

Dass die Optimierungspläne zwangsläufig weniger Beschäftigte bedeuten, wollte die Unternehmenssprecherin nicht bestätigen. „Wir prüfen, ob Fachkräfte in andere Unternehmensbereiche übernommen werden können.“

Nicht betroffen von den Umstrukturierungsplänen sei der Bereich des Plasmaschneidens, betont Lewin. Hier gehört Kjellberg Finsterwalde zu den Weltmarktführern.

Zurückhaltend mit Informationen ist Willi Eisele, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Cottbus und Südbrandenburg. „Wir sind mit den drei betroffenen Betriebsräten im Gespräch. Sie wurden am Montagabend vom Unternehmen informiert.“ Man brauche als IG Metall zudem noch weitere Informationen.

Kommt Motor der Stadt ins Stottern?

Erst im September hatte die RUNDSCHAU über die Feier von 60 Jahren Plasmaschneiden in Finsterwalde berichtet. Damals wurde eine neue Plasmaschneideanlage präsentiert.

Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) bezeichnete Kjellberg als einen Motor in der Stadt. So entstünden in der Straße vor dem Firmengelände neue Wohnungen und Häuser, ein Kompetenzzentrum und bald die neue Stadthalle.

Aarhus/Lauchhammer

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