Von Daniel Roßbach

Fast einhundert Jahre alt sind die Automobile, deren Besitzer sich am nächsten Wochenende in Elbe-Elster und im Lausitzer Seenland zu einem Treffen der „Dixi“-Interessengemeinschaft versammeln wollen. Sie alle eint die Leidenschaft für ihre Oldtimer des Dixi-Fabrikats. Dabei handelt es sich um Automobile, die zwischen 1927 und 1932 im Automobilwerk Eisenach in Thüringen produziert wurden.

Auch Günter Wilhelm aus Staupitz bei Finsterwalde gehört zu den Dixi-Enthusiasten, ebenso wie Reinhard Heepe aus Senftenberg. Gemeinsam laden die beiden nun andere Mitglieder der ­Dixi-Gemeinde in die Lausitz ein.

Etwa 30 Dixi-Besitzer – es sind ausschließlich Männer – aus ganz Deutschland haben sich dafür angekündigt, je einer auch aus der Schweiz und Österreich. Solche Treffen veranstalten die Auto-Liebhaber zweimal in jedem Jahr. „Ich habe lange gedacht, dass ich erst zu einem der Treffen kommen möchte, wenn mein Auto soweit aufgebaut ist, dass ich mit ihm dorthin fahren kann“, sagt Günter Wilhelm. „Aber das war eigentlich Unsinn, denn man kann sich dort sehr gut austauschen. Zum Beispiel über die Restaurierung.“

Als 2016 die Einladung nach Thüringen zum Ort der Herstellung der Automobile kam, zögerte Günter Wilhelm nicht länger, auch ohne fertiges Auto zu einem der Treffen zu fahren. Die Dixi-Fahrzeuge wurden in Eisenach auf Lizenz als deutsche Ausführung des englischen Auto-Typs „Austin 7“ gebaut. Nachdem BMW die Fabrik in der Wartburgstadt 1928 übernahm, wurden daraus als „BMW 3/15“ die ersten Automobile dieser Marke.

Fahrtüchtig sind einige davon noch heute, wie das 1932 gebaute Modell von Günter Wilhelm zeigt. Dessen Restaurierung dauerte jedoch eine lange Zeit: Seit 20 Jahren besitzt Wilhelm den Oldtimer, erst seit etwa einem Jahr ist er fertig aufgebaut und wieder für den Straßenverkehr zugelassen. Wenn der Staupitzer mit seinem Oldtimer herumfährt, freut er sich über interessierte und bewundernde Blicke und Komplimente für das glänzende rot-schwarze Gefährt.

Und mit etwa sieben Litern Spritverbrauch auf 100 Kilometer ist es noch nicht einmal vollkommen aus der Zeit gefallen. „Nur der Bremsweg ist länger, als es vor allem die anderen Verkehrs-Teilnehmenden gewohnt sind“, erzählt Günter Wilhelm davon, wie es ist, mit einem solchen Auto auf modernen Straßen unterwegs zu sein.

Bestaunt werden können die schicken Oldtimer am Samstag, 7. September, nachmittags auf dem Markt in Finsterwalde. Schon davor sind die Dixis auf Ausfahrten unterwegs, so unter anderem am Freitag zu den IBA-Terrassen in Großräschen und am Samstagvormittag nach Bad Liebenwerda. Zum Abschluss des Treffens gibt es dann noch einen Ausflug zum Hot-Rod-Drag-Rennen „Headbanging“ auf dem Lausitzflugplatz.