Die Vorfreude der Töpfer auf den Crinitzer Töpfermarkt am 2. und 3. April ist gespalten. Auf der einen Seite ist da noch immer die Sorge, dass irgendetwas dem Markttreiben doch wieder einen Strich durch die Rechnung macht, dass die Kauflust der Besucher getrübt sein könnte.
Auf der anderen Seite ist da die Begeisterung: Endlich wieder der direkte Kontakt zu den Kunden. Margitta Schulze, Vorsitzende des Heimatvereins Crinitz, welcher das Markttreiben ausrichtet, ist guter Dinge, das der Markt wie geplant stattfinden kann.

Spremberg

Töpferei Schulze bietet Unikate an

Auf den Kundenkontakt freut Jörg Schulze aus Elbe-Elster sich besonders, verrät er. Der 29-Jährige betreibt mit seiner Mutter Annett die Steinzeugtöpferei Schulze-Crinitz. Für den Jubiläumsmarkt habe sich das Mutter-Sohn-Gespann überlegt, Stücke aus dem Kohlebrand zum Verkauf anzubieten. Das Besondere daran: Die Erzeugnisse stammen aus den 1970er bis 1990er Jahren. „Sowas bekommt man heute gar nicht mehr“, erklärt Jörg Schulze.
Bei den dekorativen Gebrauchsgegenständen handle es sich außerdem um echte Einzelstücke oder Originale (das heißt, nur drei wurden davon gefertigt). Der Kohlebrand verleihe den Töpfereierzeugnissen außerdem ein besonderes Aussehen: „Das lässt sich nicht in Worte fassen. Es sieht einfach nur hammergeil aus“, fasst Jörg Schulze zusammen.

Tunsch setzt auf Gebrauchskeramik

Hans-Jörg Tunsch, der in Crinitz zusammen mit seinem Bruder Christian die Töpferei Tunsch betreibt, setzt auch zum Jubiläum auf das Altbewährte. Das Unternehmen habe sich vor allem Gebrauchskeramik auf die Fahne geschrieben, erklärt der 50-Jährige. „Man will eine Keramik doch auch benutzen können“, so der Crinitzer.
Den Töpfermarkt kennt er bereits seit der ersten Veranstaltung. „Damals waren es nur weniger Händler“, erinnert sich Hans-Jörg Tunsch zurück. Was sich in all den Jahren noch verändert habe? „Es ist viel Kitsch dazu gekommen!“

Effektglasur peppt Töpferhandwerk auf

Marko Falkenhan ist ebenfalls Töpfer aus Crinitz und freut sich auf das Markttreiben. An seinem Stand erwartet die Einkäufer vor allem Traditionelles Handwerk, wie Gurken- und Kartoffeltöpfe, aber auch Vasen und Sparschweine.
Eine türkise Effektglasur verleihe den Stücken allerdings ein ganz besonderes aussehen. „Durch Temperaturunterschiede und Stärke der Glasur sieht jedes Stück ein bisschen anders aus“, erklärt er. Die auffällige Farbe habe Seltenheitswert, wie sie kaum irgendwo anders zu finden sei.
Laut aktueller Planung sollen etwa 90 Händler beim Crinitzer Töpfermarkt vertreten sein, teilt Margitta Schulze mit. Von 10 bis 17 Uhr können Besucher an beiden Tagen das Markttreiben, nebst Rummel und Kremserfahrt genießen.