Am 9. November ruft das Projekt „Stolpersteine“, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert, dazu auf, die Gedenksteine zu putzen und die Orte, an denen sie verlegt sind, zu besuchen. Neun dieser Gedenkorte gibt es auch in Finsterwalde.

Die „Stolpersteine“ aus Messing erinnern an individuelle Schicksale von Opfern des Nationalsozialismus. Es gibt sie nach Angaben des Projekts, das der Künstler Gunter Demnig 1993 ins Leben gerufen hat, inzwischen in 1265 Kommunen in Deutschland und in 20 anderen Ländern.

Finsterwalde hat seine Stolpersteine seit zehn Jahren

Die Stolpersteine in Finsterwalde wurden vor fast genau zehn Jahren, am 11. November 2009, verlegt. Die zwei Steine für Hanna Galliner und Dorothea Jacobsen wurden im Oktober 2012 gestohlen und am Tag der Befreiung Deutschlands von den Nationalsozialisten im darauf folgenden Mai erneuert.

Dr. Rainer Ernst  erklärt die historischen Umstände zur Zeit der Galliners in Finsterwalde.
Dr. Rainer Ernst erklärt die historischen Umstände zur Zeit der Galliners in Finsterwalde.
© Foto: Paula Hromada

Erst vor wenigen Wochen hatten Nachfahren der Familie Galliner, der sechs der Stolpersteine in Finsterwalde gewidmet sind, die Stadt besucht. Ein aktuell in Südafrika erschienenes Buch von Jeanine Hack, der Urenkelin der vor den Nazis geflohenen Galliners, hat neue Details ihrer Familiengeschichte erkundet. Dagegen ist über das Schicksal anderer Finsterwalder Opfer der Nationalsozialisten immer noch wenig bekannt. Die Recherchen zu Leo Henesch etwa, die der ehemalige Leiter des Museumsverbund Elbe-Elster Dr. Rainer Ernst angestellt hat, blieben ohne Ergebnis.

Stolpersteine in der Berliner Straße in Finsterwalde für Hanna, Heinz  und Dorothea Galliner (später Jacobsen).
Stolpersteine in der Berliner Straße in Finsterwalde für Hanna, Heinz und Dorothea Galliner (später Jacobsen).
© Foto: Daniel Roßbach

Der 9. November als der Tag der Aktion erinnert an die Novemberprogrome der Faschisten an diesem Datum 1938, in denen die Nazis hunderte jüdische Menschen getötet und Tausende Synagogen und andere jüdische Einrichtungen zerstörten.

Gedenkminute an den Stolpersteinen

Zur Reinigung der Stolpersteine empfiehlt das Team hinter diesem Projekt Messingputzmittel (bei mittelmäßig verschmutzten Steinen) oder Essigessenz aus Essigsäure, Wasser und Salz (bei stärker verschmutzten Steinen). Die Steine sollten mit Putzschwämmen gereinigt werden, und nicht mit Drahtbürsten oder ähnlich harten Gegenständen.

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Youtube Empfehlung zum Putzen von Stolpersteinen

An den Stolpersteinen hat vor kurzem nach dem rechtsextremen Anschlag in Halle, bei dem zwei Menschen getötet wurden, eine Gedenkminute und Solidaritätsbekundung für die Opfer statt.