Am 8. Juni 1991 wurden die Unterschriften unter einen Freundschaftsvertrag zwischen den Städten Hemer (Westfalen) und Doberlug-Kirchhain (Niederlausitz) gesetzt. Für eine lebendige Städtepartnerschaft mit vielen Begegnungen hat sich vor allem Ursula Reinhard, Partnerschaftsbeauftragte in Hemer, eingesetzt. Am 8. April, wenige Tage vor Ostern ist sie in ihrer Heimatstadt gestorben.

Ende März noch mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Stolz hat sie noch Ende März eine hohe Auszeichnung entgegen nehmen können. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte ihr und ihrem Mann Peter Reinhard das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landrat Thomas Gemke und Bürgermeister Michael Heilmann hatten den Orden an die beiden Hemeraner im kleinsten Familienkreis überreicht.

Der Verkehrsverein Hemer, die Förderung der Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen 2010 und später des Sauerlandparkes sowie die Städtepartnerschaft zwischen Hemer und Doberlug-Kirchhain haben einen großen Teil des Lebens von Peter und Ursula Reinhard ausgemacht, würdigte Bürgermeister Michael Heilmann.

Ausstellung im Schloss und gegenseitige Besuche

In den 29 Jahren, die Ursula Reinhard als Partnerschaftsbeauftragte mit viel Herzblut die Städtepartnerschaft mit Doberlug-Kirchhain begleitet hat, sind zahlreiche Bekanntschaften und Freundschaften entstanden. Auch Bodo Broszinski, Bürgermeister der Stadt Doberlug-Kirchhain, hatte anlässlich der Ehrung in einem persönlichen Schreiben den unermüdlichen Einsatz von Ursula Reinhard gewürdigt.

2001 – anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft – hatte Ursula Reinhard eine Ausstellung im Schloss Doberlug eröffnet. Mit Bildern und Texten wurde dokumentiert, dass die Menschen zweier Städte, die, obwohl sie mehr als 600 Kilometer trennen, viel Gemeinsames haben. Persönlich die Grüße aus Hemer zum Neujahrsempfang in Doberlug-Kirchhain zu überbringen, ließ sich Ursula Reinhard nur selten nehmen. Gemeinsam mit ihrem Mann organisierte sie gegenseitige Besuche der Einwohner beider Städte.

Als besondere Ehre durften sich die Eheleute Reinhard in das goldene Buch der Stadt Hemer eintragen.

Mit Ursula Reinhard verliert die Stadt Hemer eine Frau, die sich unermüdlich ehrenamtlich für die Gemeinschaft stark gemacht hat.