Sport in Elbe-Elster: Olympia-Hoffnung und Irritationen bei Sportlerwahl

Die Sieger der diesjährigen Sportlerehrung in Elbe.-Elster.
Jürgen WeserIn gut drei Monaten werden in Paris die Olympischen Spiele eröffnet ‒ und aktuell darf sich eine Sportlerin aus Finsterwalde noch berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme machen. Radsportlerin Clara Schneider ist nicht nur die amtierende U23-Europameisterin im Keirin. Die aus Werenzhain stammende Bahnradsportlerin hat noch die Chance, einen der freien Plätze zu ergattern. „Für mich als U 23 Sportlerin wäre das ein Riesenerfolg“, sagt sie.
Einen weiteren Titel hat die gerade aus Kanada von einem Wettkampf zurückgekehrte Athletin dabei in dieser Woche eingeheimst. Bei der Sportlerwahl Elbe-Elster siegte sie in der Kategorie der Frauen. Bereits zum 24. Mal ging die Ehrung des Kreissportbundes Elbe-Elster über die Bühne. 16 Athleten zwischen zehn und 72 Jahren in den Einzelwertungen und acht Teams für die Mannschaftswertung durften sich im Saal der Finsterwalder Gaststätte Alt-Nauendorf über die Auszeichnung als Beste für das Jahr 2023 freuen.
Senioren-Sportler aus Bad Liebenwerda trainiert täglich
Die Nominierten spiegelten dabei die Vielfalt des Sport-Lebens in Elbe-Elster wider: Die Palette reicht von der weiblichen E-Jugend Handballmannschaft des VfB Doberlug-Kirchhain über Radsportlerin Clara Schneider vom RSV Finsterwalde bis zum 62 Jahre alten Uwe Kiefl vom RSC Bad Liebenwerda. Kiefl ist Deutscher Meister im Radsport bei den Senioren und hat die WM in Dänemark im Visier. Er trainiert siebenmal in der Woche und absolviert dabei rund 700 Kilometer.

Radsportlerin Clara Schneider, hier von Landrat Christian Jaschinski ausgezeichnet, macht sich noch Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme in Paris.
Jürgen WeserDie Sieger und Gewinner des vom Herzberger Unternehmer Gerd Rothaug seit dem vergangenen Jahr gesponserten und der Künstlerin E.R.N.A. aus Altenau gestalteten Roga-Cups sind: Laura Köppe (Ruderverein Mühlberg) bei den Mädchen, Lukas Lohse (Ruderverein Mühlberg) bei den Jungen, Clara Schneider (RSV Finsterwalde) bei den Frauen, Uwe Kiefl (RSC Bad Liebenwerda) bei den Männern sowie bei den Jugendmannschaften der Mix Doppelvierer mit Steuerfrau vom Ruderverein Mühlberg und im Erwachsenenbereich die 1. Männermannschaft Handball vom BSV Grün-Weiß Finsterwalde.
Die Mühlberger „Ruder-Festspiele“ bei den diesjährigen Ehrungen könnten noch größer werden, wenn es den Ausbau der Regatta bei Mühlberg gibt, zeigte sich Kreissportbund-Chef Detlev Leissner überzeugt.
Elbe-Elster-Vereine melden weniger Sportler
Für sportliche Unterhaltung während der Auszeichnungsveranstaltung sorgte die Tanz- und Artistik-Sportgruppe ArTaS aus Finsterwalde, die seit einem Jahr großen Zuwachs erfahre. 197 Sportvereine gebe es in Elbe-Elster mit etwa 15.300 Mitgliedern, so Detlev Leissner.
Dafür erschien es allerdings verwunderlich, dass insgesamt nur 38 Vorschläge zur Auszeichnung von den Vereinen eingereicht wurden. „Ja, die Meldungen sind zurückgegangen, seit der KSB einen anderen Weg für die Wahl geht“, so Leissner. Hier gelte es möglichst nachzusteuern oder zu korrigieren, um wieder mehr Vereine zur Teilnahme zu bewegen, so der Elbe-Elster-Sportchef.
Mit den Triathleten Marit Brandt und Matthias Brandt vom SV Neptun 08 Finsterwalde gelang es einem Ehepaar, unter die Nominierten zu gelangen. Das familieninterne „Duell“ gewann knapp Mathias Brand mit Platz zwei vor Marit auf Platz drei. Mit Frank Werner, Wolfgang John und dem 72-jährigen Gerhard Tott vom Schießclub „Weidmannsheil“ Massen schafften es auch Vertreter einer Randsportart unter die Ausgezeichneten.

Mit 62 Jahren topfit: Uwe Kiefl wird von Detlev Leissner als Sportler des Jahres geehrt.
Jürgen WeserGanz vorn bei den Ehrungen etabliert sind seit Jahren die Kegelvereine. Diesmal der Kreiskeglerverband, der SV Frieden Beyern, der ESV Lok Elsterwerda und ESV Lok Falkenberg. Stolz ist die 1. Handball-Männermannschaft des BSV Grün-Weiß Finsterwalde auf ihren Aufstieg in die Brandenburgliga, „in der wir derzeit allerdings um den Klassenerhalt zittern müssen“, wie die Männer schmunzelnd verraten.
Wahlplakat sorgt für Verwunderung
Neben der Ehrung erfolgreicher Sportlerinnen und Sportler wünschen sich Vertreter von Vereinen wie Jörg Schulz vom ASC Grün-Weiß Finsterwalde wieder mehr Wertschätzung für Übungsleiter und Organisatoren der Sportarbeit bei der Sportlerehrung, „weil sie den Trainings- und Übungsbetrieb am Laufen halten, Talente ausbilden und damit unverzichtbar für die Sportvereine sind.“
Und dann gab es auf der Auszeichnungsveranstaltung noch leichte Irritationen. Während der Sportlerehrung zeigten sich einige Gäste wie Thomas Boxhorn vom VfB Doberlug-Kirchhain verwundert über das große Werbebanner von Gerd Rothaug direkt über dem Büfett. Werbung durch die Sponsoren sei normal, erklärte er. „Aber das ist ein astreines Wahlplakat“, so Boxhorn.


