Silvester 2023 in Finsterwalde
: Glücksbringer – das steckt hinter Schweinchen, Kleeblatt und Hufeisen

Warum kaufen wir Klee in Blumentöpfchen samt Schornsteinfegern? Oder Schweinchen aus Marzipan und Schoko-Marienkäfer? Mehr über unsere Glückssymbole verraten uns Menschen aus Finsterwalde
Von
Lena Braun
Finsterwalde
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  • Die Star-Tankstelle in Doberlug-Kirchhain hat Silvester glücklicherweise bis 18 Uhr geöffnet. Und einen Neujahrstrunk bekommt man dort am 1. Januar 2024 von 8 bis 20 Uhr.

    Die Star-Tankstelle in Doberlug-Kirchhain hat Silvester glücklicherweise bis 18 Uhr geöffnet. Und einen Neujahrstrunk bekommt man dort am 1. Januar 2024 von 8 bis 20 Uhr.

    Lena Braun
  • Glaubt man in Finsterwalde an Glückssymbole? Wir finden es heraus.

    Glaubt man in Finsterwalde an Glückssymbole? Wir finden es heraus.

    Lena Braun
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Menschen lieben Silvester und verschenken Glücksschweine, knallgrüne Kleeblätter, kleine Schornsteinfeger, Marienkäfer, Hufeisen aus Schokolade und süße Fliegenpilze.

Annett Kluth, Verkäuferin in der Star-Tankstelle in Doberlug-Kirchhain, bestätigt: „Ich bekomme oft ein Töpfchen mit Klee und einem Schornsteinfeger geschenkt. Doppeltes Glück! Die Leute glauben vielleicht, ich brauche es. Aber ob es wirkt? Der vierblättrige Klee wurde doch extra für mich gezüchtet.“

Ein vierblättriges Kleeblatt ist in der Natur eher selten

Aber, gilt auch ein künstlich erzeugtes vierblättriges Kleeblatt als gutes Omen für unser Glück und Wohlbefinden? Kluths Kollegin Antje Drillisch nickt. „Glücksklee finde ich richtig schön. Wirklich. Und dann erst die Marzipanschweinchen! Die sind doch viel zu schade, um sie zu essen. Aber ansonsten glaube ich, jeder ist selbst seines Glückes Schmied.“ Sie lacht. „Ich geb mein Glück doch nicht aus den Händen!“

Das vierblättrige Kleeblatt gilt schon seit mehr als 2000 Jahren als Glückssymbol. Es heißt, Eva habe beim Auszug aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitgenommen. Darum besitzt jeder, der ein vierblättriges Kleeblatt sein Eigen nennt, symbolisch ein kleines Stück vom Paradies.

Kurz bevor die Uhr in der Silvesternacht das neue Jahr einläutet, hält man in Spanien eine Schale mit Trauben in der Hand. Zu jedem Glockenschlag steckt man sich eine Traube in den Mund. Man muss recht schnell sein, denn die exakt richtige Anzahl gegessener Trauben um Mitternacht bringt Glück.

Wir wünschen anderen zum Jahreswechsel viel Glück

Was wird das neue Jahr 2024 bringen? Zum Jahreswechsel fragt sich das ein jeder. Wird die Zukunft schön? Werde ich Glück haben? In Rosemarie Schmidts Schreibwarencenter in Finsterwalde gibt es Glückwunschkarten mit allen uns geläufigen Glückssymbolen. „Wir haben Karten mit Hufeisen und Schweinchen, und auch mit Glückskäfern. Sie verkaufen sich alle gut“, sagt die Händlerin.

Marienkäfer bringen Glück. Und zwar aus gutem Grund: Sie vertilgen unsere verhassten Blattläuse.

Lena Braun

Was die Darstellungen bedeuten? Rosemarie Schmidt weiß es nicht, nur, dass sie dem Menschen Glück bringen sollen.

Marienkäfer bringen Glück

Der Marienkäfer brachte den Menschen einst tatsächlich Glück. Denn eine Marienkäferlarve vertilgt in ihrem Leben etwa 40.000 Blattläuse. Marienkäfer galten daher als Himmelsboten, sie waren heilig. Sie zu töten, brachte – gerade im ländlichen Raum – Unglück, logisch, denn sie waren die Garantie für eine gute Ernte.

Heutzutage kann man Marienkäferlarven sogar im Internet bestellen. Sie schützen die geliebten Rosen im Garten vor Ungeziefer, ohne dass man Gift einsetzen muss. Sie sind so beliebt, dass sie auch schon mal ausverkauft sind.

Glücksklee ist in Finsterwalde eines der beliebtesten Mitbringsel für eine Silvesterparty. Roswitha Weber, Floristin bei Blumen Hellmuth, verkauft in den letzten Dezembertagen jede Menge Glücksklee.

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Roswitha Weber, Floristin bei Blumen Hellmuth in Finsterwalde, verkauft in den letzten Dezembertagen Glücksklee im Schweinchen- oder Fliegenpilztopf wie geschnitten Brot. „Ich weiß nicht, ob die Töpfchen wirklich Glück bringen. Aber alle freuen sich, wenn sie einen Glücksklee geschenkt bekommen. Will man lange Freude daran haben, sollte man ihn nicht zu warm stellen. Und feuchte Füße mag die Pflanze auch nicht.“

Schwein gehabt – das bedeutet Glück

Schon bei Griechen, Römern und Germanen galt ein Schwein als Glückssymbol. Schwein gehabt, ist ein typischer Spruch, der darauf hinweist, dass das Tier im europäischen Raum für Wohlstand, Fruchtbarkeit und Stärke stand. Denn wer im Mittelalter ein Schwein besaß, galt als reich, er war angesehen.

Ute Scholz, Inhaberin des Hotels zum Vetter in der Langen Straße in Finsterwalde, bestätigt das. „Glücksklee im Glücksschwein gehört bei mir zu Silvester auf den Tisch. Das ist Tradition. Ich verschenke solche Töpfchen auch an meine Kinder.“

Glückssymbole haben eine lange Tradition. Ute Scholz verschenkt jedes Jahr Glücksklee an ihre Kinder.

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Die Hotelbesitzerin weiß nicht, ob der geliebte Brauch wirklich etwas bewirkt, trotzdem wird er gepflegt. „Zu Neujahr wird bei uns dann Quellendes, also Reis oder Nudeln gegessen. Tut man das, so sagt man, vermehre sich das Geld.“

Glück, verborgen im Gebäck

In Griechenland hingegen gibt es einen würzig-süßen Neujahrskuchen, benannt nach dem heiligen Vassilios, direkt nach Mitternacht. In ihm ist eine Münze eingebacken. Wer sie mit seinem Stück erwischt, hat Glück im neuen Jahr.

Bei uns sind mittlerweile auch Glückskekse mit Orakelsprüchen sehr beliebt, denn die Botschaften sind meist positiv und motivierend. Erfunden hat sie der japanische Einwanderer Makato Hagiware, der in San Francisco im Golden Gate Park einen Teegarten betrieb. Er hat irgendwann zwischen 1907 und 1914 damit begonnen, Glückskekse zum Tee zu verteilen. Die fortune tea cookies haben es bis in unsere Region geschafft. Man bekommt sie schon im Discounter.

Glückssymbole sind etwas Positives

Jillian Walburg, Inhaberin der neuen Patisserie am Markt in Finsterwalde, steht an der Maschine und rührt Schokolade. „Ich glaube an Glückssymbole, weil ich an sie glauben will. Warum sollte man nicht an etwas so Positives glauben?“, fragt sie. Bevor sich die Konditorin in Finsterwalde selbstständig gemacht hat, hat sie im Dezember stets kleine Marzipanschweinchen und Schornsteinfeger-Zylinderhüte produziert, aus denen ein Kleeblatt spross.

Was wirklich Glück schenkt, ist die Schokolade aus der Patisserie Jillian Walburg am Markt in Finsterwalde.

Lena Braun

Schornsteinfeger zu Silvester schützen, so sagt man, das Haus. Der Kamin war einst der wichtigste Ort im Haus, an ihm wurde Essen zubereitet und sich gewärmt. Streikte der Kamin, war man verzweifelt, und nur der Schornsteinfeger konnte helfen. Er galt den Menschen daher als Glücksbringer.

Jillian Walburg: „Meine Motivation Konditorin zu werden war, andere glücklich zu machen. Niemand weiß, ob die Dinge, die man sich zu Silvester schenkt, wirklich Glück bringen, aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass die Kakaobohnen, die ich verarbeite, Glück bringen. Sie sind randvoll mit Endorphinen.“

Setzen wir also in dieser Silvesternacht Glückshormone frei, so gut können. Egal ob Dopamin, Serotonin, Endorphin, Noradrenalin, Phenethylamin oder Oxytocin und schweben gemeinsam mit diesen Glücksbotenstoffen hinein ins neue Jahr 2024.