Schule in Finsterwalde: Welche Schüler Lehrer nie vergessen werden

Für viele Schüler in Finsterwalde und ganz Brandenburg heißt es: „Ab in die Sommerferien“. Manche von ihnen kehren nicht an die Schule zurück, sondern haben ihren Abschluss schon in der Tasche. Wie blicken Lehrer auf ihre ehemaligen Schüler zurück? (Symbolbild)
Ina Fassbender/dpa- Lehrer in Finsterwalde erinnern sich an prägende Klassen und einzelne Schüler.
- Ulli Biesold beschreibt Ehemaligentreffen als emotional, Gesichter wecken sofort Erinnerungen.
- Er nennt Elisabeth Kugler und Vincent Lorenz, der bei der Zeugnisübergabe mit vielen Preisen auffiel.
- Mehrere Ehemalige arbeiten heute am Sängerstadt-Gymnasium – etwa Frau Zarach, Frau Schicketanz, Herr Walther.
- Alexander Piske betont neue Erlebnisse mit jeder Klasse und erinnert eine Schülerin, die in Blossin Selbstvertrauen gewann.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für viele Schülerinnen und Schüler in Finsterwalde sind es in diesen Tagen die letzten Stunden im vertrauten Klassenraum. Die Schulzeit endet, Zeugnisse werden verteilt, Abschiede gemacht. Manche werden schon in wenigen Monaten an diese Jahre zurückdenken, andere vielleicht erst später – an Mitschüler, Pausen, Prüfungsstress und an Lehrer, die sie über Jahre begleitet haben.
Dass Schüler ihre Lehrer nicht vergessen, liegt nahe. Aber wie ist es eigentlich umgekehrt? Vermissen Lehrer ihre früheren Schüler? Welche Jahrgänge, Namen und Geschichten bleiben bei ihnen hängen?
Tatsächlich bleibt auch auf der anderen Seite einiges zurück. Lehrer erinnern sich an besondere Jahrgänge, an prägende Klassen und an Schüler, die nie still sitzen konnten, Jahre später aber plötzlich mit Ausbildung, Meisterbrief oder Kinderwagen vor ihnen stehen. Und an Sätze, die man im Lehrerzimmer noch lange weitererzählt.
Lehrer aus Finsterwalde erinnern sich gerne zurück
Am Sängerstadt-Gymnasium in Finsterwalde kennt Ulli Biesold dieses Gefühl nur zu gut. Seit 1992 ist er Lehrer, heute Schulleiter. In mehr als drei Jahrzehnten haben viele Schülerinnen und Schüler seine Klassenräume durchlaufen. Da sei es fast unmöglich, eine einzelne Person oder einen einzelnen Jahrgang herauszuheben, sagt er. Und doch gibt es sie, die ehemaligen Schüler, an die man sich sofort erinnert.
„Klar, vermisst man Schüler“, sagt Ulli Biesold. Gerade bei Gelegenheiten wie dem Tag der offenen Tür freue er sich immer, wenn Ehemalige wieder auftauchen. Dann seien plötzlich Gesichter wieder da, die man lange nicht gesehen habe und die doch sofort Erinnerungen wecken. „Schüler, die nachhaltig gewirkt haben, vergisst man nicht.“

Ulli Biesold erinnert sich noch sehr gut daran, wie Vincent Lorenz (r.) im Jahr 2024 die Bühne verließ. André Speri, damals im Vorstand der Kjellberg-Stiftung, überreichte ihm das Kjellberg-Stipendium. Eine von vielen Auszeichnungen für den Schüler mit einem Abiturdurchschnitt von 1,0.
Ulli BiesoldZu diesen Namen gehören für ihn etwa Elisabeth Kugler oder Vincent Lorenz. An Letzteren erinnert sich Biesold noch ganz genau. „Ich kann mich noch erinnern, als er voller Preise und Ehrungen die Bühne bei der Zeugnisübergabe verlassen hat“, sagt er. Solche Bilder bleiben.
Überhaupt ist Schule für Biesold weit mehr als Unterricht nach Plan. Wer so lange im Beruf ist, erlebt ganze Lebenswege zumindest ein Stück weit mit. Viele ehemalige Schüler begegnen ihm im Alltag später wieder – in der Stadt, bei Veranstaltungen, manchmal ganz zufällig beim Einkaufen. Manche Kontakte reichen inzwischen 30 Jahre zurück.
Ehemalige Schüler werden in Finsterwalde oft zu Kollegen
Besonders stolz ist der Schulleiter auf die ehemaligen Schüler, die heute seine Kollegen am Sängerstadt-Gymnasium sind. Ulli Biesold zählt auf: „Frau Zarach, Frau Schicketanz, Herr Walther.“ Mehr als zehn Kolleginnen und Kollegen seien es wohl.
Eine von ihnen ist Monique Fritsche. Sie unterrichtet seit zehn Jahren als Lehrerin an jener Schule, die sie früher selbst besucht hat. Auch sie sagt, dass manche Schüler und Klassen einen nicht mehr loslassen. „Zu den eigenen Klassen hat man natürlich eine ganz besondere Beziehung“, erklärt sie.
Gerade als Musiklehrerin hat sie viele Schülerinnen und Schüler über längere Zeit begleitet – bei Proben, Auftritten und Schulveranstaltungen. Da entstehen oft Erinnerungen, die bleiben. Viele ehemalige Schüler kennt sie deshalb bis heute, einige auch privat.
Lehrer erzählen gerne Geschichten über ehemalige Schüler
Alexander Piske, Klassenlehrer der 8a an der Schule mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt Lernen, möchte keine früheren Jahrgänge gegen heutige ausspielen. „Ich möchte nicht darin verfallen, zu sagen, früher waren die Schüler besser“, sagt er. Für ihn bringe jede Klasse ihre eigenen Geschichten, Anekdoten und Erlebnisse mit sich – im Unterricht, auf Klassenfahrten oder im Alltag.
Wichtig sei für ihn, mit der Zeit zu gehen und sich für die Interessen der Schüler zu öffnen. Gerade im Bereich Social Media lerne er immer wieder Neues von ihnen. Erst vor Kurzem habe ihm ein Schüler begeistert eine TikTok-Anwendung gezeigt, die eine Mitschülerin entdeckt hatte. „So entstehen überall Anekdoten“, meint Alexander Piske.

Für Lehrer Alexander Piske aus Finsterwalde bleiben nicht einzelne Jahrgänge, sondern besondere Erlebnisse mit Schülerinnen und Schülern in Erinnerung.
Alexander PiskeBesonders in Erinnerung bleiben ihm Momente, in denen Schüler über sich hinauswachsen. Im kommenden Schuljahr fährt seine Klasse wieder zur Bildungsfahrt nach Blossin. Dort geht es in der 9. Klasse um Berufsorientierung und Bewerbungsgespräche. An eine Schülerin von vor vier Jahren denkt er dabei noch oft zurück: In Blossin habe sie so viel Selbstbewusstsein gewonnen, dass ihm bei ihrem Auftritt sogar die Tränen gekommen seien.
Wenn eine 10. Klasse verabschiedet wird, sei das immer etwas Besonderes, sagt Alexander Piske. Dennoch vermisse er frühere Schüler nicht. „Ich freue mich auf jeden neuen Schüler und auf die neuen Erlebnisse mit ihnen.“


