Rechenzentrum in Massen
: Fläche steht bereit – eine Hürde muss noch genommen werden

Ein neues Rechenzentrum verspricht Arbeitsplätze in Massen bei Finsterwalde. Auch die Sängerstadt könnte davon profitieren. Jedoch ist zuvor eine ganz wichtige Sache abzusichern.
Von
Mario Sanders
Massen
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Computergrafik vom geplanten Rechenzentrum im Lübbenauer Industrie- und Gewerbegebiet „Am Spreewalddreieck“, früher das Kraftwerksgelände.

Könnte so ähnlich wie auf dieser Computergrafik vom geplanten Rechenzentrum im Lübbenauer Industrie- und Gewerbegebiet „Am Spreewalddreieck“ auch ein Rechenzentrum im Industrie- und Gewerbegebiet von Massen aussehen?

Schwarz Digits
  • Neues Rechenzentrum in Massen geplant, 150 Arbeitsplätze.
  • 12 Hektar Fläche bereit, Stromversorgung muss gesichert werden.
  • Strombedarf von 200 MVA, 50-100% erneuerbare Energien ab 2027.
  • Abwärme könnte Stadt Finsterwalde nutzen.
  • Wohnbauflächen und Plätze in Kitas und Schulen werden vorbereitet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zu den rund 100 Firmen und etwa 2000 Arbeitsplätzen im Gewerbe- und Industriepark Massen nahe Finsterwalde wird sich ab Januar 2026 ein großer Dienstleister hinzugesellen. Amazon Web Services nimmt am 15. Januar 2026 im Rahmen einer Veranstaltung in Potsdam offiziell die AWS European Sovereign Cloud in Betrieb.

Das Unternehmen investiert über 7,8 Milliarden Euro in Deutschland und hat weitere Expansionspläne für Europa, darunter auch in Massen bei Finsterwalde, angekündigt. Dies ist nach dem angekündigten Aus von Autozulieferer Antolin eine gute Nachricht für die Region.

Funktionierende IT-Infrastruktur und sicherer Datentransfer sind unabdingbare Voraussetzungen für unsere moderne Welt. So waren Augen und Ohren in der Gemeinde Massen und im Amt Kleine Elster offen, als eine Projektgesellschaft sich anmeldete. Sie war auf der Suche nach einer Fläche für die Errichtung eines Rechenzentrums.

„Verhandlungen um den Bau dieses Rechenzentrum mit künftig etwa 150 Arbeitsplätzen sind auf dem besten Weg“, sagt Amtsdirektor Marten Frontzek. „Die benötigte Fläche von mindestens zwölf Hektar steht zur Verfügung, der Kaufvertrag liegt vor. Allerdings ist zuvor eine dringende Sache abzusichern: die Stromversorgung.“

Stromversorgung nur durch Mitnetz abzusichern

Das Rechenzentrum hätte einen enormen Strombedarf von mindestens 300 MVA. Dieser entspricht in etwa dem Bedarf einer Stadt mit 300.000 Einwohnern.

Die Bereitstellung derartiger Energiekapazitäten ist mit dem Stromversorger Mitnetz abzugeklärwerden. Günstig ist dabei die Lage des geplanten Vorhabens in der Nähe zum Umspannwerk. „Den Strombedarf müsste das Rechenzentrum nach gegenwärtiger Gesetzeslage zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien decken, ab 2027 sogar zu 100 Prozent. Kurze Wege zum Endverbraucher sind bedeutsam. Und wir im Landkreis Elbe-Elster produzieren fast 350 Prozent mehr an erneuerbarer Energie als wir selbst verbrauchen“, verweist Frontzek auf einen wichtigen Aspekt.

Marten Frontzek ist Direktor vom Amt Kleine Elster.

Marten Frontzek (45) ist im Amtsausschuss am Mittwoch von acht der neun Gremiumsmitglieder gewählt worden.

Marten Frontzek ist Direktor vom Amt Kleine Elster.

Henry Blumroth

Potenzial für regionale Energiebalance

Könnte Mitnetz das Anschlussbegehren des Rechenzentrums in Massen verwirklichen, würde mit diesem ein großer Verbraucher als Gegengewicht zu Solar- oder Wind-Energieerzeugern im Netz verfügbar sein. So ließe sich in der gesamten Region ein Gleichgewicht aus Erzeugung und Verbrauch herstellen.

Der Amtsdirektor fügt an: „Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn die freie Fläche im Gewerbegebiet mit dem Rechenzentrum belegt würde. Wir hoffen und sind gut gestimmt, weil vom Netzbetreiber signalisiert wurde, dass die entsprechend erforderlichen Notwendigkeiten umsetzbar seien“.

Mit dem Sicherstellen der Stromversorgung könnte dann die konkrete Umsetzung des Bauvorhabens starten. Zu einzelnen Fakten ist momentan Verschwiegenheit verabredet. Doch so ein Rechenzentrum wäre ein großer Industriebau.

Abwärme könnte die Stadt Finsterwalde nutzen

Wenn das Rechenzentrum in zwei Stufen gebaut würde, dann bestünde im fünf- bis sechsjährigen Entwicklungsprozess ein Bedarf von bis zu 150 Mitarbeitern – von IT-Experten bis hin zu zuverlässigen Sicherheits- und Wartungskräften.

Die im Rechenzentrum entstehende Abwärme könnte in Abstimmung mit den Stadtwerken Finsterwalde genutzt und somit der örtlichen Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden.

Für die benötigten Rückkehrer und Zuzügler hätte Marten Frontzek gute Nachrichten: „Wir bereiten in unseren umliegenden Gemeinden bereits Flächen für eine Wohnbebauung vor, arbeiten an Plätzen in Kindertagesstätten und Schulen.“