Podcast aus Finsterwalde
: Aus welchem simplen Grund es fast scheiterte

Podcasten wirkt leicht, kann aber erstaunlich aufwendig sein. So auch beim Podcast „Gastrokumpel“ von Raimund Stuckatz und Jens Irrgang. Beinahe wären die zwei gar nicht erst an den Start gegangen.
Von
Kai Roeper
Finsterwalde
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Raimund Stuckatz (links) und Jens Irrgang (rechts) mit Mikrofonen in der Hand im Wohnwagen in Dollenchen zum Podcast-Aufzeichnen.

Wie schwer ist es eigentlich, einen eigenen Podcast aufzunehmen? Jens Irrgang (links) und Raimund Stuckatz (rechts) berichten, wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt.

Sandra Ketterer
  • Podcast „Gastrokumpel“ zeigt: Hinter lockeren Gesprächen steckt viel Arbeit.
  • Technik war die größte Hürde, der Spotify-Zugang brauchte rund sechs Wochen.
  • Aufnahmen finden in Gastronomien statt – Nebengeräusche und Unterbrechungen inklusive.
  • Rollen sind klar verteilt, doch Zeit und gemeinsame Termine zu finden ist schwierig.
  • Episoden dauern 45 bis 60 Minuten, Abrufe pro Folge liegen bei rund 3400.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von außen sieht Podcasten oft erstaunlich leicht aus. Bei Jens Irrgang und Raimund Stuckatz klingt das in ihrem Podcast „Gastrokumpel“ auch so: zwei Stimmen, lockere Gespräche über Gastronomie, am Ende steht eine fertige Folge im Netz. Doch dahinter steckt deutlich mehr Arbeit, als man beim Zuhören vermutet.

Für Jens Irrgang war die erste Hürde nicht das Erzählen, sondern die Technik. Allein die Einrichtung der Plattform kostete ihm eigenen Angaben zufolge einige Nerven. Rund sechs Wochen habe er gebraucht, um den Spotify-Zugang überhaupt zum Laufen zu bringen. „Wir waren kurz davor, schon das Handtuch zu schmeißen“, erzählt Jens Irrgang.

Hinzu kommt: „Gastrokumpel“ läuft neben dem eigentlichen Beruf. Raimund Stuckatz organisiert Gäste und Abläufe, Jens Irrgang kümmert sich um Aufnahme, Technik und Schnitt. Die größte Herausforderung sei es, überhaupt Zeit und gemeinsame Termine zu finden.

Bei der inhaltlichen Vorbereitung setzen die beiden nicht auf Perfektion. „So eine klassische Vorbereitung mit dicken Notizbüchern, farbigen Markern und zehnseitigem Fragenkatalog gibt’s bei uns eher nicht“, sagt Irrgang. Natürlich werde besprochen, wen man einlädt und worüber gesprochen werden soll. Vieles entwickle sich aber spontan: „Irgendwo zwischen: ,Das besprechen wir heute‘ und ,Ach komm, lass einfach mal quatschen.‘“ Die fertigen Episoden dauern meist zwischen 45 und 60 Minuten.

Die größten Hürden beim Podcast: Organisation und Technik

Die Podcasts werden dort aufgenommen, wo auch die Gastronomie zu Hause ist, und nicht etwa im professionellen Studio. Nebengeräusche, Unterbrechungen und wechselnde Bedingungen gehören dazu. Genau deshalb sei die Technik der eigentliche „Endgegner“, sagt Irrgang. Mikrofone, Kabel, Ton und Aufnahme müssten funktionieren – sonst helfe auch das beste Gespräch nichts.

Der erste „Gang“, wie die beiden ihre Folgen nennen, ging im September 2024 online. Seitdem erscheint der Podcast unregelmäßig. Nach Angaben der Macher kommt eine Folge auf rund 3400 Abrufe – für einen regionalen Nebenbei-Podcast ein beachtlicher Wert.

Professionell produzierte Podcasts wie „Mordlust“ oder „Mord auf Ex“ erreichen mehr als fünf Millionen Nutzer pro Monat. Spotify-Größen wie „Gemischtes Hack“ haben schätzungsweise über eine Million Hörer pro Folge.

Der Podcast ist und bleibt für die beiden ein Hobby. „Wir wollen keinen Druck aufbauen. Wenn’s passt, passt’s. Und wenn nicht, dann eben nicht – auch das ist irgendwie Teil des Konzepts. Oder zumindest nennen wir es so, damit es professioneller klingt“, scherzt Jens Irrgang.

Das braucht man, um einen Podcast zu produzieren

    • Ein Thema oder Konzept – damit der Podcast klar und nicht beliebig wird.
    • Mindestens ein Mikrofon – für verständlichen Ton; das Handy reicht oft nur bedingt.
    • Aufnahmegerät oder Software – zum Speichern der Aufnahme.
    • Kopfhörer – um Ton und Störungen direkt zu kontrollieren.
    • Ein ruhiger Aufnahmeort – damit kein Lärm oder Hall stört.
    • Ein Schnittprogramm – zum Schneiden von Versprechern und Pausen.
    • Zeit für Planung und Nachbearbeitung – eine Folge entsteht nicht nur beim Aufnehmen.
    • Eine Veröffentlichungsplattform – etwa Spotify oder Apple Podcasts.