Noch vor wenigen Jahren sei es kaum ein Thema gewesen, in der jetzigen Zeit aber ein akutes Problem, sagt Elke Hellmuth. Die Ossakerin (Elbe-Elster) trauert um ihre achtjährige Langhaar-Collie-Dame Fienchen, die in Folge einer Parasiteninfektion verstorben ist. Die 52-jährige Tierernährungsberaterin und Tierheilpraktikerin will mit einem Appell dabei helfen, dass es anderen Hundehaltern nicht bald ähnlich ergeht, denn sie sieht einen dramatischen Trend.
„Der Klimawandel und der Import von Hunden aus südlichen Ländern wie Frankreich, Italien, Griechenland, Portugal und Spanien sind Gründe dafür, dass sich einige Krankheiten, die durch Parasiten übertragen werden, auch hier bei uns in Deutschland immer mehr ausbreiten“, sagt sie.

Vor der Reise ins Ausland unbedingt einen Tierarzt aufsuchen

Ein gefährliches Beispiel sei die Leishmaniose, die durch Sandmücken übertragen wird. „Und das in Südeuropa von etwa Ende Mai bis Mitte Oktober.“ Elke Hellmuth rät: „Vor Reisebeginn sollte man auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen, der über die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen und Mittel aufklärt.“ Sehr wichtig zu wissen sei: „Die Leishmaniose ist eine Zoonose. Sie ist von Mensch auf Tier und umgekehrt übertragbar.“
Die kinderliebe und verfressene Collie-Dame Fienchen ist im Alter von 8 Jahren in Folge einer Parasiteninfektion gestorben.
Die kinderliebe und verfressene Collie-Dame Fienchen ist im Alter von 8 Jahren in Folge einer Parasiteninfektion gestorben.
© Foto: Elke Hellmuth
Eine Behandlung der Erkrankung sei möglich. „Begleitend, weil heilbar ist sie nicht“, sagt die 52-jährige Züchterin der Collies from Land of Parrots. Genau diesen Kampf führe ihre 4-jährige Collie-Dame Anny aktuell noch erfolgreich.

Immer mehr Infektionskrankheiten bei Hunden auch in Deutschland

Und damit nicht genug: Weitere Krankheiten nehmen laut der Ossakerin hierzulande immer stärker zu. Bei der tückischen Ehrlichiose könnten noch Jahre nach dem Aufenthalt im Ausland Symptome wie beispielsweise Nasenbluten auftauchen. Und: „Dieses Zeckenfieber ist jetzt auch in Deutschland angekommen.“

Cottbus

Eine weitere gefürchtete Krankheit, die sich durch Zecken immer stärker ihren Weg durch das Fell unserer treuen Begleiter bahnt: die Babesiose. „Unbehandelt führt sie in kürzester Zeit zum Tod des Hundes“, sagt Elke Hellmuth.
Besorgniserregend sei, dass immer neue Infektionskrankheiten, auch durch Würmer übertragen, dazu kommen.

Einmal im Jahr das geliebte Haustier gründlich untersuchen

Der Tipp der Tier-Fachfrau „Ich rate Hundebesitzern, einmal im Jahr eine Blut-, Urin- und Kotkontrolle beim Tierarzt machen zu lassen, um frühzeitig krankmachende Erreger bekämpfen zu können. Unsere Tiere können uns leider nicht sagen, dass sie Schmerzen haben.“