Openart Lausitz Biennale: Kunst- und Kulturfestival, ein Glücksfall für die Region?

Eröffnung der 1. Openart Lausitz Biennale im Atelierhof Werenzhain. Das Interesse in der Region an dem Kulturfestival war groß und wurde am ersten Wochenende von der präsentierten Kunst nicht enttäuscht.
Jürgen Weser- Openart Lausitz Biennale startet in Werenzhain, Doberlug-Kirchhain und Rückersdorf – gelungene Premiere.
- Über 50 Künstlerinnen und Künstler bespielen ungewöhnliche Orte, teils mit regionalem Bezug.
- Markt 20 in Doberlug-Kirchhain wird unter „Transformation“ mit Innenräumen und Hofgarten neu belebt.
- Am Rückersdorfer See begeistern Sandskulpturen „Die Welt zu Gast“ und eine Tanzperformance.
- Programm läuft bis zum 20. September, weitere Termine und Orte stehen auf der Website.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist geschafft und gelungen. Am Sonntagabend konnten Maysun Kellow als Projektleiterin und Michaela van den Driesch als künstlerische Leiterin tief durchatmen. Ihr aufwendiges, umfangreiches und arbeitsintensives Projekt der 1. Openart Lausitz Biennale hatte am ersten Wochenende (31. Juli bis 2. August) in Werenzhain, Doberlug-Kirchhain und Rückersdorf viele Besucher zu den Orten der Kunst verschiedenster Couleur gelockt.
Schon zur Eröffnung war der Atelierhof Werenzhain von Besuchern bestens gefüllt. Kunst im Saal, in den Ausstellungsräumen und ehemaligen Stallungen des Vierseitenhofes zeigte den Atelierhof als Ort mit ganz eigener Geschichte. Aus dem ehemaligen Lehnschankgut mit Tanzsaal begannen Künstlerinnen 1996 die Veränderung zum Kunstdomizil bis in die Gegenwart. Heute ist der Atelierhof ein nicht mehr wegzudenkender Anziehungspunkt in der Region mit Kunst und Gastronomie.
Kulturstaatssekretär Tobias Dünow zeigte sich so beeindruckt, dass er seine vorbereitete Rede zur Seite legte und die Organisatorinnen mit ihrer dreißigjährigen Kulturerfahrung überschwänglich lobte für „ihre Zuversicht, ihr Engagement und ein wenig Größenwahn“.
Fast totgesagt, jetzt Kulturstandort: Markt 20 in Doberlug-Kirchhain
Gleichzeitig richteten Enrico Reiche, Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain, und Ortsvorsteher Uwe Roland den Blick nach vorn. „Die geniale Idee der Biennale, die mit viel Fördergeld, Unterstützung durch die Kommunen und noch mehr Engagement zahlreicher Helfer realisiert wurde, macht uns zum besonderen Einfallstor für die Lausitz.“ Mehr als fünfzig nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler belegen das mit ihren Werken.

1. Openart Lausitz Biennale: Kunstinstallationen leuchten im Saal vom Atelierhof Werenzhain.
Jürgen WeserDie Openart Lausitz Biennale will auch totgesagte Objekte zum Leben erwecken. Das gelang mit dem heute in Doberlug-Kirchhain leer stehenden Stadthaus am Markt 20. Es wurde vom Bürgerhaus zum staatlichen Objekt in der NS-Zeit und in der DDR und nach dem Ende der DDR zum Ordnungsamt, bevor es zum Leerstand kam. Die Biennale bespielt dort unter dem Schlagwort „Transformation“ Innenräume und Hofgarten.
So zeigt eine Serie Dorfbilder von Sven Bernitz Baukultur im ländlichen Raum. Meggie Schneiders „TAFEL-KIOSK-PFADE“ verwandeln den Garten in ein Laboratorium der Begegnung, auch mit zwei großformatigen Wandbildern im Haus und 24 mobilen Hand-Tafeln. Dazu gehörten zur Eröffnung der Schau am Sonnabend die Sängerinnen-Vereinigung Kirchhain mit ihren Liedern „Wir sind in Kirchhain zu Haus“ und „Was kann es Schöneres geben“.
Sandskulpturen bringen die Welt an Strand von Rückersdorf
Kaum etwas Schöneres als das innerhalb einer Woche Geschaffene konnte es am Rückersdorfer See, dem dritten Ort der Biennale am ersten Wochenende, nicht geben. Elvira Altmann und Christel Swiderski aus Finsterwalde waren am Sonnabendabend zufällig am See und staunten über die Sandskulpturen am Strand. „Die Welt zu Gast“ heißt es dort mit Objekten wie Alhambra und die Sphinx. Die beiden Frauen begeisterte die Tanzperformance der international besetzten Tanzkompanie golde g. aus Cottbus, die auch im Atelierhof Werenzhain und im Haus Markt 20 in Doberlug-Kirchhain mit ihrer Tanzshow die Kunsträume bespielte.
Begeistert von den Skulpturen ist auch der Rückersdorfer Bürgermeister Georg Zörner. Glücklich war er, dass damit so viele Leute nach Rückersdorf gelockt wurden. Das freute auch Benno Lindel von der Künstlergruppe Sandcity. „Ein bisschen größer hätte ich die Skulpturen noch gewünscht“, war von manchem Besucher zu hören. „Vielleicht in zwei Jahren“, blicken Maysun Kellow und Michaela van den Driesch nach vorn auf eine vielleicht neue Biennale, denn diesmal hieß es ja 1. Openart Lausitz Biennale.
Erst einmal gibt es bis zum 16. August in Werenzhain, Doberlug-Kirchhain und Rückersdorf noch genügend zu erleben. In Werenzhain werden am 9. August Führungen angeboten und am 15. August gibt es um 15 Uhr eine Performance der Künstlerin Simono, am 15. und 16. August Workshops in der Metallschmiede Jürgen Mahl und am 16. August ab 14 Uhr die Finissage.

1. Openart Lausitz Biennale: Blick in Ausstellungsräume in Werenzhain mit Arbeiten regionaler und internationaler Künstler.
Jürgen WeserAuf dem Markt im Stadtteil Kirchhain wird es am 8. und 9. August ein POP-UP-Parlament und eine Performance mit Meggie Schneider geben. In Sonnewalde gibt es am 15. August von 10 bis 18 Uhr die Open-Air-Ausstellung „Wenden“ mit regionalen künstlerischen Statements von Stella Marusch, Lea Frieda Hoffarth, Robert Strauch sowie von Gästen im Werkhofgarten Sonnewalde, Kleinkrausnik 21.
Die 1. Openart Lausitz Biennale findet ihre Fortsetzung bis zum 20. September in Lauchhammer, Jamlitz, Forst und Cottbus. Das Programm im Einzelnen steht unter www.openart-lausitz-biennale.de

