Newcastle-Krankheit
: In Spree-Neiße müssen Tausende Hennen getötet werden

In einem Legehennenbetrieb im Landkreis Spree-Neiße ist die Newcastle-Krankheit ausgebrochen. Betroffen sind drei Ställe mit rund 270.000 Tieren. Das Veterinäramt ordnet Tötungen und Schutzzonen an.
Von
Jan Siegel
Forst/Roggosen
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Geflügelpest (Symbolfoto): ARCHIV - 19.03.2025, Bayern, Ruderatshofen: Legehennen stehen im Freigehege eines Bio-Bauernhofes vor ihrem Stall. (zu dpa: «Weitere Fälle von Geflügelpest bei Tierhaltern in Thüringen») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein sehr großer Legehennenbestand im Landkreis Spree-Neiße ist der hochansteckenden Newcastle-Krankheit zum Opfer gefallen. (Symbolfoto)

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • In Spree-Neiße ist in einem Legehennenbetrieb Newcastle-Krankheit bestätigt.
  • Drei Ställe mit je ca. 90.000 Tieren betroffen; Bestand gesperrt.
  • Veterinäramt ordnet Tötung, Schutz- (3 km) und Überwachungszone (10 km) an.
  • Seit Ende Februar vier Ausbrüche in Brandenburg – erstmals seit 1996.
  • Insgesamt fast 870.000 Tiere müssen getötet werden; Halter sollen Verdachtsfälle melden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Landkreis Spree-Neiße ist in einem Legehennenbetrieb der Ausbruch der Newcastle-Krankheit amtlich bestätigt worden. Betroffen sind bisher drei Stalleinheiten mit jeweils etwa 90.000 Tieren, heißt es am Freitag (6. März) in einer Mitteilung aus dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium.

Erhöhte Tierverluste und ein Rückgang der Legeleistung hatten erste Hinweise auf eine Erkrankung geliefert. Die Proben, entnommen vom bestandsbetreuenden Tierarzt und untersucht in einem akkreditierten Privatlabor, bestätigten den Verdacht auf das Virus (APMV).

Das Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße hat eine Schutz- und Überwachungszone rund um den Ausbruchsherd im Bereich Roggosen ausgewiesen. Die Schutzzone umfasst einen Radius von mindestens drei Kilometern und wird von einer Überwachungszone mit einem Radius von 10 Kilometern umgeben. Die genauen Grenzen der Restriktionsgebiete sollen nach Informationen aus dem Landwirtschaftsministerium auf einer interaktiven Karte veröffentlicht werden.

Der betroffene Bestand ist gesperrt. Weiterführende amtliche Untersuchungen durch das Landeslabor Berlin-Brandenburg sowie das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigten den Ausbruch der Newcastle-Krankheit. Die Newcastle-Disease ist eine hochansteckende Virusinfektion, die vor allem Geflügel befällt und zu hohen Verlusten führen kann.

Veterinäramt ordnet Tötung und eine Schutzzone an

Im Zuge der Ausbruchsbekämpfung ordnete das Veterinäramt eine Tierseuchenallgemeinverfügung an. Dazu gehört auch die tierschutzgerechte Tötung der betroffenen Tiere.

Newcastle-Krankheit – die atypische Geflügelpest

Die Newcastle-Krankheit (engl.: Newcastle Disease (ND) oder Pseudo Fowlpest) ist eine weltweit verbreitete, außerordentlich ansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Vögeln. Das Krankheitsbild erinnert an die Geflügelpest („Vogelgrippe“), daher wird die Newcastle-Krankheit in Fachkreisen auch als atypische Geflügelpest bezeichnet. Die Erkrankung wurde in Europa erstmals 1927 im nordenglischen Newcastle nachgewiesen.

Für den Menschen ist die Newcastle-Krankheit ungefährlich, kann jedoch bei engem Kontakt mit erkrankten Tieren zu Bindehautentzündungen führen. Die Schutzmaßnahmen dienen der Sicherheit weiterer Geflügelbestände in der Region. Betroffene Geflügelhalter werden von den Landkreisen informiert und zur Einhaltung der Maßnahmen angehalten.

Seit Ende Februar wurden im Land Brandenburg insgesamt vier Ausbrüche der Newcastle-Krankheit festgestellt – erstmals seit 1996. Neben dem aktuellen Fall in Spree-Neiße wurde das Virus auch im Landkreis Dahme-Spreewald in Bestensee nachgewiesen. Dort wurde der Bestand ebenfalls gesperrt und die Schutz- und Überwachungszone angepasst. Es müssen fast 870.000 Tiere getötet werden.

Alle Geflügelhalter werden aufgefordert, bei auffälligen Symptomen umgehend das Veterinäramt zu informieren.