Viele schätzten Christian Homagk: Sportfreunde, Organisatoren, Kommunalpolitiker, die über Jahrzehnte mit ihm viele Projekte auf den Weg brachten und sich auch oft an ihm rieben. Christian Homagk war bekannt als Kämpfer für das, was er als richtig erkannt hatte und durchsetzen wollte. Vieles gelang ihm.
Jetzt, im 80. Lebensjahr, hat er den Kampf gegen die Krankheit, die ihn seit etlichen Jahren zunehmend belastete, verloren und ist am Mittwoch, 22. Juli 2020, gestorben.
„Er hat Vorschläge gemacht, wir haben sie angenommen. Nun ging er uns voraus. Unsere Trauer begleitet eine tiefe Dankbarkeit für die Jahre mit ihm“, teilt Marlies Homagk mit den Kindern Suse und Lars „für alle, die ihn schätzen“, mit.
Christian Homagks Lebensmotto „HEITER WEITER“, mit dem er schwierige Situationen bewältigte und Widerstände überwand, müssen nun andere in seinem Sinn fortführen. Das war sein Wunsch, als er am 1. Januar 2020 zum letzten Mal beim Neujahr-Lockerlauf Läufer ins Rennen schickte und erklärte, alle seine Tätigkeiten im Sport beim SV Neptun 08 und im Elbe-Elster-Läuferbund zu beenden. Die Krankheit forderte seine Kräfte.

Christian Homagk hat den Sport in Finsterwalde geprägt

Christian Homagk kennen viele Sängerstädter. Der 1940 geborene Ur-Finsterwalder wurde mit 14 Jahren Schwimm-Übungsleiter, er studierte an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig Sport und Deutsch. Als Lehrer und ehrenamtlichen Schwimmtrainer kennen ihn Finsterwalder aus eigener Erfahrung. Auch als „harten Hund“.
Der war er vor allem sich selbst gegenüber: beim Sport und als Organisator forderte er sich. Er etablierte in den 70er-Jahren den Modernen Dreikampf in Finsterwalde, ab 1980 die Laufbewegung und den Triathlonsport in der Region, auch gegen Widerstände im DDR-Sportbund, und er begründete den Läuferbund im Landkreis.
40 Jahre engagierte er sich im Läuferbund an vorderster Front, er war Gründungsvater und jahrelanger Hauptorganisator der Großsportveranstaltung „Finsterwalder Dutzend“. Nach mehr als 30 Jahren musste der Nikolaus beim gleichnamigen Lauf zum ersten Mal im Dezember 2019 ohne ihn auskommen.

Christian Homagk: Sportler, Organisator und Lokalpolitiker

Christian Homagk hat die Minimarathonbewegung ins Leben gerufen, Neptuns Stundenschwimmen und Winterlauf und viele andere Laufveranstaltungen. Er brachte seine Ideen als Sportfunktionär in den verschiedensten Gremien ein, arbeitete für die Wasserwacht und verschaffte dem Neptun-08-Nachwuchs tolle Wandererlebnisse auf Rübezahls Spuren. Es können nicht alle seine Aktivitäten aufgezählt werden.
Homagk war nicht nur Macher im Sport. Er sorgte mehr als 20 Jahre für erfolgreiche Sängerfeste. Dabei war er der Verantwortliche für die Festbroschüre. Seit 1963 wirkte er als Stadtverordneter. Unbequem und unangepasst war er hier vor und nach der Wende. Er war oft kein einfacher Partner, aber auch das zeichnete ihn aus, seine Ideen mit Ausdauer gegen Widerstände durchzusetzen.
„Man muss nicht immer seiner Meinung sein, aber die Auseinandersetzungen mit ihm sind stets konstruktiv“, konstatierte Bürgermeister Jörg Gampe, als Christian Homagk 2012 den Rotarier-Förderpreis erhielt. Vielfach geehrt wurden seine Verdienste, so mit dem Elbe-Elster-Kulturpreis, Ehrungen durch den Sportbund, den Schwimmsport- und Triathlonverband und durch Neptun 08.

Für Louis-Schiller-Medaille wohl zu unbequem

Verdient hätte er, so meinen es einige, auch die Louis-Schiller-Medaille als Bürgerschaftsmedaille der Stadt gehabt. Dafür war Christian Homagk aber wohl mitunter zu unbequem. Wichtig war dem Finsterwalder die Anerkennung von Mitstreitern und Bürgern der Stadt. Die kann ihm beim letzten Geleit entgegengebracht werden mit dem Versprechen: „Christian, es geht HEITER WEITER“!

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