Landrat von Elbe-Elster
: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Jaschinski ein

Die Initiative Klinikrettung Elbe-Elster hatte Landrat Christian Jaschinski wegen Veruntreuung von Steuergeldern angezeigt. Nun hat die  Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt.
Von
Heike Lehmann
Finsterwalde
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Christian Jaschinski (CDU), der Landrat des Landkreises Elbe-Elster, reagiert auf den Finsterwalder Einwohnerantrag zum Klinikum-Plan .

Christian Jaschinski, Landrat des Landkreises Elbe-Elster, 02.05.2023, **Foto: Andreas Franke**

Gegen Christian Jaschinski (CDU), der Landrat des Landkreises Elbe-Elster, wurde wegen des Verdachts der Veruntreuung ermittelt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft dazu entschieden.

Andreas Franke/EE-Kreis
  • Ermittlungen gegen Landrat Christian Jaschinski (CDU) wegen Untreue wurden eingestellt.
  • Staatsanwaltschaft Cottbus erklärte die Gehälter der Klinik-Geschäftsführer als rechtmäßig.
  • Vorwurf: Überhöhte Gehälter ohne Zustimmung des Aufsichtsrates – als haltlos eingestuft.
  • Landrat Jaschinski betonte Transparenz und rechtmäßiges Handeln während des Verfahrens.
  • Initiative Klinikrettung kritisierte Gehälter und kündigte eine Stellungnahme an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat das gegen Landrat Christian Jaschinski geführte Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingestellt. Das bestätigte am Montag (15. Dezember) Staatsanwalt Martin Mache, Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Ausgangspunkt war eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue, die „namens und in Vollmacht“ von Uwe Schrader, „der wiederum als Mitglied und im Namen der Initiative „Klinikrettung Elbe-Elster“ und ihrer Mitglieder“ handelt, bereits im Juni 2025 gestellt worden war. Öffentlich wurde das Ermittlungsverfahren Mitte November 2025

Der Vorwurf lautete: Der Landrat soll einem ehemaligen und auch dem aktuellen Geschäftsführer Michael Winkler des Elbe-Elster-Klinikums jeweils ein überhöhtes Gehalt verschafft haben. Ohne Zustimmung des Aufsichtsrates. Das käme Veruntreuung von Steuergeldern gleich.

Im Zentrum der Kritik steht Michael Winkler, Geschäftsführer des Elbe-Elster-Klinikums. Sein Gehalt von rund 25.000 Euro monatlich – etwa 300.000 Euro jährlich – wird von der Initiative als überhöht bezeichnet. Auch die Vertragsgestaltung von Winklers Vorgänger und weiterer Leitungsposten, die ohne ordnungsgemäße Einbindung des Aufsichtsrates erfolgt sein sollen, wurden angeprangert.

Das sagt die Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen

Die Untreue-Vorwürfe gegen den Landrat des Landkreises Elbe-Elster sind nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Cottbus haltlos. „Die angeführten Gehälter sind mit Gehältern von Geschäftsführern vergleichbarer Kliniken verglichen und als ‚nicht unvertretbar‘ eingeschätzt worden. Das heißt, sie sind schlichtweg nicht strafbar“, so Staatsanwalt Mache.

Jaschinski, der sich momentan im Wahlkampf befindet – Elbe-Elster wählt am 15. Februar 2026 einen neuen Landrat – geriet politisch unter Druck und verteidigte sich mehrfach öffentlich. Zuletzt bei der jüngsten Kreistagssitzung Anfang Dezember. Nach Angaben des Landkreises Elbe-Elster hatte der Landrat nach Bekanntwerden der Vorwürfe und Akteneinsicht „umgehend schriftlich Stellung genommen und sämtliche von der Polizei angeforderten Unterlagen zur Verfügung gestellt.“

Torsten Hoffgaard, Pressesprecher des Landkreises, erklärt: „Die Anzeige beruhte unter anderem auf unzutreffenden Darstellungen von Zuständigkeiten innerhalb der Elbe-Elster-Klinikum GmbH sowie auf Mutmaßungen des Anzeigeerstatters, der die Errichtung eines Zentralklinikums ablehnt.“ Laut Kreistagsbeschluss soll in Elbe-Elster ein neues Krankenhaus die bisherigen drei Häuser in Finsterwalde, Elsterwerda und Herzberg ablösen. Die Immobilien will man zu Gesundheitszentren entwickeln.

Landrat Christian Jaschinski zur Einstellung der Ermittlungen

Landrat Christian Jaschinski erklärt zur Einstellung der Ermittlungen: „Ich begrüße die klare Entscheidung der Staatsanwaltschaft Cottbus. Sie bestätigt, dass sämtliche im Verantwortungsbereich des Landkreises und des Klinikums getroffenen Entscheidungen rechtmäßig waren und die vorgesehenen gesellschaftsrechtlichen Verfahren eingehalten wurden. Die zuständigen Gremien waren ordnungsgemäß eingebunden. Für mich stand von Beginn an fest, dass die Vorwürfe haltlos sind. Transparenz und Kooperation waren mir in diesem Prozess besonders wichtig. Ich danke den Ermittlungsbehörden für die zügige und sachliche Prüfung.“

Die Initiative Klinikrettung hat ihrerseits eine Stellungnahme angekündigt.