Von Torsten Pötzsch

„Lieber so, als später wieder tagelang im Wald zu stehen und Brände zu löschen“, so das Statement eines Kameraden am Samstag, bei den Kreismeisterschaften im Feuerwehrsport, als gegen Mittag der große Regen einsetzte.

Dieser Meinung stimmten viele zu, obwohl der Regen den Ablaufplan ordentlich durcheinander wirbelte und einige Disziplinen, aus Sicherheitsgründen, sogar abgesagt wurden. „Das sind hier alles Freiwillige, Ehrenamtliche. Da muss man nichts unnötig riskieren“, begründeten Marten Frontzeck, Leiter Wettbewerbe beim Kreisfeuerwehrverband, und Thomas Merten, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, ihre Entscheidung. „Der Löschangriff Nass wird natürlich durchgezogen, da werden eh alle nass.“ Die Entscheidung wurde von allen Teilnehmern ohne Diskussionen angenommen und die ausgefallenen Einzeldisziplinen werden zu gegebener Zeit nachgeholt.

Als am Samstagmorgen die Wettkämpfe begannen, sah es noch nach einem super Wettkampftag aus. Bereits 8.45 Uhr gingen die Sonnewalder Kinder an den Start, denn Sonnewalde nutzte die Gunst der Stunde und integrierte seine Stadtmeisterschaften gleich in die Kreismeisterschaft. Offizieller Start war dann im Feuerwehrsport-Zentrum an der Torgauer Straße in Doberlug-Kirchhain um 10 Uhr. Insgesamt gingen 16 Frauen und 30 Männer in den Einzeldisziplinen und 15 Frauen- und 32 Männerteams an den Start. „Damit liegen wir im Durchschnitt der vergangenen Jahre und sind eigentlich zufrieden“, erklärte Marten Frontzeck. Thomas Merten pflichtete ihm bei, bemerkte aber, „dass trotz einer sehr hohen Motivation unter den Teilnehmern und den sehr guten Bedingungen im Feuerwehrsport-Zentrum es immer schwieriger wird, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen“.

Keine Probleme mit der Motivation scheint Sonnewalde zu haben, denn die Sonnewalder dominierten die Kreismeisterschaften in diesem Jahr wie kein anderes Team. Bei den erreichten Resultaten kann man sich leicht vorstellen, dass diese nur durch hartes und ehrgeiziges Training zu erreichen sind. Mandy Kuschke, deutsche Rekordhalterin im Feuerwehr-Zweikampf und Sonnewaldes Teamchefin, schaute auch schon über den Tellerrand der Kreismeisterschaften hinaus. „Fest im Visier haben wir die Landesmeisterschaften im September in Wittenberge und da haben wir bei den Frauen in der Gruppenstafette einen Titel zu verteidigen. Bis jetzt lief die Vorbereitung gut, alles läuft nach Plan und ich bin ganz optimistisch.“

Insgesamt lief es bei den Kreismeisterschaften für Sonnewalder optimal und sie räumten ordentlich ab. So war Marian Laue, mit 18,78 Sekunden, auf der 100-Meter-Hindernisbahn, nicht zu schlagen. Gut in Form holten sich die Männer von Sonnewalde A auch in der 4x100-Meter-Feuerwehrstafette den Titel und die Frauen von Sonnewalde 2 A taten es ihnen gleich. Auch die Gruppenstafette ging klar bei den Frauen an Sonnewalde 1 und der Löschangriff Nass, die Königsdisziplin, war fest in der Hand der Sonnewalder Frauen.

Jubeln durften aber auch andere, denn die Göllnitzer Männer hatten einen richtig guten Tag erwischt und holten sich die Kreismeisterschaft im Löschangriff Nass 2019. Trotz der Sonnewalder Übermacht und Dauerregen waren am Ende alle zufrieden und froh, dass alle gesund und unverletzt den Wettkampftag überstanden.