Juselhalle Finsterwalde: Wer in die älteste Turnhalle der Stadt einzieht

Juselhalle - älteste Turnhalle in Finsterwalde.
Heike Lehmann- Die Juselhalle in Finsterwalde wird vom ArTaS Kinder- und Jugendensemble genutzt.
- Die Halle, erbaut 1895, wurde zehn Jahre nicht genutzt und nun renoviert.
- ArTaS trainiert ab 1. Dezember dort und braucht Spenden für einen Sportboden.
- ArTaS führt kreative Workshops durch und hat 50.000 Euro Förderung erhalten.
- Ziel: Volle Konzentration auf Sport und kreative Projekte in der Juselhalle.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Viele Finsterwalder kennen die Juselhalle noch als Handballhalle, Jugendtreff, Party-Location oder Begegnungsstätte, sprich Mehrgenerationenhaus. In ihrer Anfangszeit, sie ist Baujahr 1895, wurde hier vor allem geturnt. Seit etwa zehn Jahren aber ist die Halle ungenutzt. Das soll sich in diesem Jahr noch ändern.
Dass es so lange brauchte, bis die Juselhalle aus dem Dornröschen-Schlaf wachgerüttelt wird, habe laut Stadtverwaltung an „fehlender Nachfrage für eine dauerhafte Nutzung“ gelegen. Mit dem Finsterwalder Kinder- und Jugendensemble für Artistik, Tanz und Sport (ArTaS) hat endlich der langersehnte Nutzer an die Tür geklopft.
ArTaS zieht in die Juselhalle in Finsterwalde
Susanne Hoffarth, Vorstandvorsitzende vom Förderverein des Kinder- und Jugendensembles Artistik, Tanz und Sport, sagt: „Wir führen seit längerer Zeit schon Gespräche mit der Stadtverwaltung. Auch wenn die Juselhalle für unsere Zwecke nicht ganz ideal ist, haben wir uns doch entschieden, dass wir sie nutzen wollen.“ Zum 1. Dezember könnte der Umzug von der Turnhalle der Förderschule, wo ArTaS seit Jahren trainiert, in die Juselhalle stattfinden.
Logisch, dass die Stadt als Eigentümer der Juselhalle nach den Jahren der Nichtnutzung erst einiges auf Vordermann bringen musste. Stadtsprecherin Paula Hromada zählt auf: „Die Toilettenausstattung wurde erneuert, die Beleuchtung auf LED umgestellt sowie die notwendige Notbeleuchtung und Rauchmelder erneuert. Außerdem fand eine Grundreinigung statt.“
Was ArTaS in der Juselhalle darf und was nicht
So viel steht fest: Mit ArTaS kehrt der Sport, gepaart mit fröhlichem Kinderlachen, zurück in die Juselhalle. Die Nutzung der Halle werde dem Ensemble, das seit einigen Jahren zum SV Neptun 08 gehört, „zu reinen Trainingszwecken“ gestattet, so die Stadtsprecherin.
Und weiter: „Womit die Juselhalle im Übrigen ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt wird. Schon der Gründer und erste Vorsitzende des Finsterwalder Turnvereins, Louis Schiller, turnte dort. Das heutige Nutzungsverhalten geht aus der Hallen- und Hausordnung hervor.“ Öffentliche Veranstaltungen wird es also keine geben.
Dennoch liegen Vorteile für ArTaS klar auf der Hand. „Wir müssen unsere Geräte nicht mehr hin und her räumen wie jetzt noch an der Förderschule“, sagt Susanne Hoffarth. „Die Matten, Kugeln, Podeste – das ist zum Teil Schwerstarbeit.“
Spendenlauf für Boden in der Juselhalle in Finsterwalde
Susanne Hoffarth erklärt aber auch: „Der Boden aus Gussasphalt in der Halle ist für unsere Zwecke nicht ideal. Wir brauchen einen Sportboden und wollen einen Teil der Fläche damit auslegen.“
Bis zum 31.10.2024 kann jeder noch seinen Teil zum modernen Laminatboden beitragen. Denn ArTaS nimmt teil an der LaminatDEPOT Lauf-Challenge 2024. Zum Projekt: Jeder gelaufene Meter bringt ein kleines Stück Boden in eine Kinder- oder Jugendeinrichtung. Wenn insgesamt 250.000 Kilometer gelaufen werden, dann werden für 100 Kinder- und Jugendeinrichtungen Böden im Gesamtwert von 150.000 Euro gespendet. ArTaS liegt mit bisher gelaufenen 22.138 km an der Spitze – mit großem Vorsprung. Bleiben die Finsterwalder bis zum Abschluss der Challenge vorn, dann winkt ihnen ein Sonderpreis im Wert von 2500 Euro. Hier geht es zur Anmeldung!

ArTaS-Kinder zeigen stolz ihre selbst gestaltete, neue Bühnenkleidung.
Monika BöttgerArTaS hat sich aber auch über den Teilhabefonds Brandenburg in der Kategorie Kinder und Jugendliche um Förderung über die Strukturentwicklung der Lausitz beworben. Insgesamt bekommt der Verein 45.000 Euro Zuschuss für sein Projekt „Neue Kunst in der Juselhalle“. Auch ein flächenelastischer Funktionsboden für 100 Quadratmeter wurde gefördert. Natürlich muss der Verein dafür auch einen Eigenanteil aufbringen.
45.000 Euro Förderung für ArTaS in Finsterwalde
Das Programm zum Sängerfest 2024 und der Auftritt in der Manege vom Circus Probst, bei dessen Gastspiel in Finsterwalde, können damit refinanziert werden. Gleichzeitig wird das Geld für aktuelle Workshops mit dem Künstler Martin Böttger verwendet. Übungsleiterin Monika Böttger ist begeistert: „Am ersten Ferienwochenende haben 36 Kinder sehr kreativ und engagiert ihre nächste Bühnenkleidung selbst gesprayt.“
Auch an einer kreativen Wandgestaltung in der Juselhalle haben sich Kinder beteiligt. Weitere Workshops sind in Planung.

Martin Böttger bringt Kunst auf die Wand in der Juselhalle. ArTaS-Kinder helfen dabei.
Heike LehmannWenn sich ArTaS in der Juselhalle eingerichtet hat, kann sich der Verein wieder voll und ganz auf den Sport konzentrieren. Nachwuchsprobleme kennt man bei ArTaS nicht. „Wir haben jetzt mit einer neuen Gruppe das Training begonnen. Da sind Kinder dabei, die zum Teil ein Jahr lang darauf gewartet haben. Andere sind in die Auftrittsgruppe aufgerückt“, sagt Monika Böttger, die die Anfänger betreut und trainiert.


