Angriff im Jugendamt Finsterwalde
: Elbe-Elster steht vor einer großen Herausforderung

Der Angriff auf Mitarbeiter des Jugendamtes in Finsterwalde hat den Konflikt zwischen beiden Seiten aufgezeigt. Der Landkreis Elbe-Elster ist in der Pflicht.
Kommentar von
Kai Roeper
Finsterwalde
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Jugendamt: ARCHIV - 14.09.2017, Sachsen, Dresden: Der Schriftzug "Jugendamt" ist auf einem Schild zu lesen. (zu dpa: «Sozialverband: Viele Eltern stehen unter enormem Druck») Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der jüngste Angriff im Jugendamt des Landkreises Elbe-Elster zeigt die Zerbrechlichkeit eines sensiblen Systems. Kritisch bleibt, ob Transparenz, Schutz und Vertrauen bisher wirklich ausreichend gesichert sind.

Arno Burgi/dpa

Der Angriff im Jugendamt, Außenstelle Finsterwalde, machte bundesweit Schlagzeilen. Viele Menschen solidarisierten sich mit den betroffenen Mitarbeitern, andere hinterfragten auch die Rolle des Jugendamtes. Doch, wo endet kritisches Nachfragen – und wo beginnt die Täter-Opfer-Umkehr?

Die Frage ist nicht nur fachlich, sondern auch politisch: Reichen die bestehenden Strukturen in Elbe-Elster aus, um Kritik nachvollziehbar aufzugreifen, Mitarbeitende zu schützen und zugleich das Vertrauen der Familien zu erhalten?

Der eigentliche Konflikt reicht dabei tiefer. Eltern wollen für ihre Kinder das Beste – das Jugendamt muss eingreifen, wenn es daran Zweifel hat. Zwischen diesen beiden Polen entstehen Misstrauen, mitunter Ohnmacht, manchmal auch offene Eskalation. Gerade deshalb ist dieses System so verletzlich.

Der Landkreis Elbe-Elster muss Wege finden, diesen Konflikt transparent, fair und im Interesse der Kinder zu bearbeiten. Andernfalls drohen die Fronten weiter zu verhärten.