Egal, ob kleiner Handwerksbetrieb, international agierender Konzern oder Bundesbehörde, alle eint ein Problem und das heißt: Woher bekomme ich geeigneten Nachwuchs? Die Oscar-Kjellberg-Oberschule hat eine Jobbörse ins Leben gerufen – und alles kommt, was in Südbrandenburg in der Wirtschaft Rang und Namen hat. Am 18. Januar 2020 gab es bereits die 16. Auflage – mit mehr als 40 Firmen, Institutionen und Behörden.

Unternehmen stellen sich vor Berufswahl in Finsterwalde leicht gemacht

Finsterwalde

Intensive Gespräche über Berufsausbildung trotz geringerer Resonanz

Mittlerweile ist die Börse fast ein Selbstläufer mit vielen Stammausstellern. Zwar blieb die Resonanz diesmal etwas unter deren Erwartungen, doch sahen viele diesen Umstand nicht als sehr problematisch. Das bestätigte auch Frank Porthun, Marketingreferent bei BASF Schwarzheide und verantwortlich für die Rekrutierung des Nachwuchses, der erklärte, dass man in Finsterwalde immer gute Erfahrungen gemacht hätte. „Gegenüber großen Messen, zu denen die Schüler in ihrer Schulzeit oft hingekarrt werden, kommen hier alle freiwillig und mit echtem Interesse. Man kann so sehr gute, intensive und konstruktive Gespräche führen.“

Ihm zur Seite stand Sarah Kopf, Auszubildende zur Chemikantin, die in zwei Wochen ihren Facharbeiterbrief bekommt. „Es war für mich die beste Entscheidung, bei der BASF zu lernen. Die Ausbildung ist sehr vielfältig, es gibt spannende Herausforderungen, man wird super unterstützt und hat echte Aufstiegschancen. Es gibt hier auf jeden Fall Zukunft.“

Berufsinformationsbörse zeigt eine große Vielfalt

Die Zukunft nicht dem Zufall überlassen wollte Familie Mittag aus Zürchel mit Tochter Vivien. Sie besuchten aus diesem Grund die Messe. „Ich bin technisch interessiert, doch meine Liebe gehört den Sprachen und nun will ich hier mal schauen, ob es da zusammen etwas gibt. Erst einmal für ein Praktikum und dann vielleicht für eine Ausbildung. Eine duale Ausbildung, mit Beruf und Studium, würde mir schon gefallen“, erklärte die 14-Jährige. Und Mutter Carina ergänzte: „Wir sind doch etwas überrascht, denn es gibt eine große Vielfalt und die Chancen sind wirklich groß.“

Studierte Landwirtin wirbt für Ausbildung in Sonnewalde

Erstmals auf der Messe war die studierte Landwirtin Julia Wittich von der Agrargenossenschaft Sonnewalde, die für ihren Betrieb warb. „Natürlich haben auch wir Bedarf. Schon im Vorfeld nahm ich zu vielen Schulen Kontakt auf, um das vorzustellen, was wir machen.“ Schulleiterin Cornelia Warsönke habe sie dann zur Berufsinfobörse eingeladen. „Es war eine richtige Entscheidung, denn ich habe hier gute Gespräche führen können, stieß auf echtes Interesse und ich denke, ich sehe einige Jugendliche wieder. Wir bleiben auf alle Fälle dran und wenn es gewollt ist, sind wir kommendes Jahr wieder mit am Start.“