Hühner ausgesetzt bei Finsterwalde
: Rangerin rettet verwahrloste Hähne

Im Naturparadies Grünhaus bei Finsterwalde hat eine Rangerin zwei ausgesetzte, verwahrloste Hähne entdeckt, was für Kritik am Umgang mit Haustieren sorgt.
Von
Mario Sanders
Grünhaus
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Haushühner von Rangerin mitten im Wald gefunden

Herzlos ausgesetzt: Rangerin findet zwei Hühner mitten in der Natur. Die beiden Hähne waren ohne eine Überlebenschance sich selbst überlassen.

Susann Nitzsche/Collage: Sebastian Schubert
  • Zwei verwahrloste Hähne im Naturparadies Grünhaus bei Finsterwalde entdeckt.
  • Eine Rangerin rettete die Tiere – einer musste eingeschläfert werden.
  • Ausgesetzte Haustiere gefährden Wildtiere durch Krankheiten und Beutegreifer.
  • Das Aussetzen von Tieren ist strafbar nach dem Tierschutzgesetz.
  • Ranger schützen Natur und sensibilisieren für nachhaltiges Verhalten in Schutzgebieten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine ungewöhnliche Begegnung sorgte kürzlich für Aufsehen im Naturschutzgebiet Grünhaus. Rangerin Susann Nitzsche, die im Rahmen des Auerhuhn-Monitorings unterwegs war, entdeckte auf dem Rückweg zu ihrem Dienstwagen zwei abgemagerte und verwahrloste Hähne mitten im Wald – begleitet von frischen Spuren eines Autos. Seit einem dreiviertel Jahr ist die Herzbergerin Rangerin im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Die Herkunft der beiden Haushähne ist rätselhaft: Während es denkbar sei, dass sie entlaufen sind, spricht die Entfernung von mehreren Kilometern zur nächsten Siedlung eher dagegen. „Wir können nicht ausschließen, dass die Tiere hier ausgesetzt wurden. Nach Gesprächen mit dem örtlichen Tierschutzverein passiert so etwas leider häufiger“, berichtet Susann Nitzsche.

Die Hähne befanden sich bei der Rettung in einem kritischen Zustand. Kurzentschlossen packte die Rangerin die Tiere in leergeräumte Werkzeugkisten und brachte sie zum Tierarzt. Einer der Hähne musste aufgrund seines schlechten Zustands eingeschläfert werden. Der andere wird derzeit von einer engagierten Tierfreundin aufgepäppelt.

Hähne haben keine Chance im Naturpark bei Finsterwalde

„Die beiden hatten im Wald keine Überlebenschance“, erklärt Nitzsche. Neben dem offensichtlichen Tierleid birgt das Aussetzen von Haustieren auch ökologische Risiken: Haushühner können Parasiten und Geflügelkrankheiten wie Geflügelpocken auf Wildvögel übertragen. Zudem lockt ihre Anwesenheit häufig Beutegreifer wie Füchse, Waschbären oder Marder an, die zusätzlichen Druck auf Bodenbrüter und andere Wildtiere ausüben.

Die Rangerin macht zudem auf die rechtlichen Konsequenzen aufmerksam: Das Aussetzen von Tieren ist gemäß §3 Absatz 3 des Tierschutzgesetzes verboten und kann mit empfindlichen Strafen geahndet werden. Wer Hinweise zu den Hähnen oder deren Haltern geben kann, wird gebeten, sich bei der Naturwacht zu melden.

Für den Schutz unserer Natur um Finsterwalde

„90 Ranger und rund 350 Freiwillige der Naturwacht Brandenburg sind seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften des Landes auf rund 9.000 Quadratkilometern unterwegs. Das ist ein Drittel des Bundeslandes“, berichtet die Rangerin. Sie erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, schützen wertvolle Biotope und setzen Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz um.

Susann Nitzsche möchte für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten sensibilisieren. „Wir begleiten jährlich etwa 7.500 Teilnehmer auf geführten Touren und fördern so den Naturtourismus. Auch die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gehört zu unseren Aufgaben, etwa durch Junior-Ranger-Gruppen oder Schul-AGs.“