Die Mittelstraße im vornehmen historischen Stadtkern von Doberlug war nicht mehr vorzeigbar. Im Fachjargon heißt es: „Aufgrund eines schlechten straßenbaulichen und entwässerungstechnischen Zustandes der Anlagen war ein grundhafter Ausbau erforderlich.“ Am Freitag bie der feierlichen Straßenfreigabe aber freute sich nicht nur Anwohnerin Jutta Heller über die glatte Fahrbahn. „Das ist eine richtige Avenue geworden“, stellte sie fest.

Alles neu unter der Straße

Für insgesamt 450 000 Euro wurden im westlichen Abschnitt der Mittelstraße Fahrbahn, die Gehwege, die Grundstückszufahrten sowie die Straßenentwässerung erneuert. Der Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz hat parallel dazu die Trinkwasserleitungen erneuert. Mit einer neuen Niederspannungsleitung werden jetzt die Anliegergrundstücke und die Straßenbeleuchtung versorgt. Und die Stadt hat auch vorausgedacht. Mitverlegt sind Leerrohre für eine künftige schnelle Datenübertragungsleitung.

Über Städtebau gefördert

Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) verwies auf die Städtebauförderung, die für Doberlug über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz einen höheren Fördersatz bereithält, aber endlich ist.

Die Planung und Bauüberwachung lag in Verantwortung der Voigt Ingenieure GmbH Luckau, gebaut hat die Bauunternehmung Ezel GmbH Torgau. Die archäologische Baubegleitung blieb ohne Befunde. Im Juli wurde mit der Maßnahme begonnen. Die Baufirma war schneller als geplant. So konnte die Straße nicht erst im Dezember, sondern bereits am 22. November für den Verkehr freigegeben werden.

Dickes Lob für den Polier

Ein dickes Lob gab es für Silvio Karg, den Polier der Firma Ezel, der baufachlich die Baustelle gut im Griff hatte und zudem stets im regelmäßigen Gespräch mit den Anliegern, die ihrerseits großes Verständnis für die Baumaßnahme aufgebracht haben, nach besten Lösungen suchte.

„Für Doberlug war die Straße die zweite bedeutende Baumaßnahme, die in diesem Jahr fertiggestellt werden konnte“, erinnerte der Bürgermeister an das sanierte Schulungsgebäude der Freiwilligen Feuerwehr Doberlug. Das werde im kommenden Jahr in der Reihe „Denkmal des Monats“ der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern Berücksichtigung finden, verriet er.

Zurück zu Jutta Heller, die mit ihrem Mann Claus-Dieter zu den ältesten Anwohnern der Straße gehört. Sie schwört, als sie das erste Mal mit dem Fahrrad über die neue Straße fuhr, habe sie fast gar nicht treten müssen, so gut fuhr sie sich. Ein dickes Lob für die Straßenbauer.