Ersthelfer in Elbe-Elster
: Lebensretter per App – Mitstreiter für Projekt gesucht

Zwischen Finsterwalde, Herzberg und Elsterwerda sind Kat-Retter fast täglich im Einsatz. Wie das neue Projekt funktioniert und warum Helfer keine Scheu haben müssen.
Von
Sven Hering
Finsterwalde
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Eine Notfall-Ausrüstung für Kat-Retter in Elbe-Elster.

Eine Notfall-Ausrüstung für Kat-Retter in Elbe-Elster.

Sven Hering
  • Kat-Retter-App rettet Leben in Elbe-Elster.
  • Julie Riesen und andere Helfer werden per App alarmiert.
  • 300-350 Einsätze jährlich, keine Verpflichtung zur Teilnahme.
  • Freiwillige aus Hilfsorganisationen, Feuerwehr oder medizinischen Berufen können sich anmelden.
  • Einweisung und Anmeldung per E-Mail erforderlich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In ihrem ersten Einsatz ging es gleich um Leben und Tod. Julie Riesen ist seit einem halben Jahr als Kat-Retterin registriert. Damit gehört sie zu den Freiwilligen, die per App direkt von den Rettungsstellen um ihre Mithilfe gebeten werden, sollten sie sich in der Nähe einer Person befinden, die medizinische Hilfe benötigt. Fast zeitgleich mit dem Rettungsdienst war sie an diesem Tag vor Ort. Ein Mann musste reanimiert werden.

„Dabei zählt jede Sekunde“, erklärt die junge Frau, die in der Notaufnahme des Herzberger Krankenhauses arbeitet. So unterstützte sie den Rettungsdienst beim Aufziehen der Medikamente. „Gerade in solchen Fällen hilft jede Hand“, ergänzt sie. Die Reanimation verlief erfolgreich. Der Patient konnte gerettet werden.

Einweisung und Anmeldung für Kat-Retter

Ein Einsatz, wie er statistisch fast täglich zwischen Finsterwalde und Elsterwerda vorkommt. „Wir haben pro Jahr zwischen 300 und 350 Alarmierungen“, gibt Sebastian Weiss, Chef des Eigenbetriebs Rettungswesen, einen Einblick in die aktuellen Zahlen. Dabei bestehe für den Kat-Retter keine Verpflichtung, dass er jede Alarmierung wahrnehmen müsse. „Selbst wenn ich nur einen Einsatz absolviere und dadurch ein Menschenleben rette, dann habe ich sehr viel gewonnen“, so Weiss.

So wirbt der Rettungsdienst-Chef um weitere Helfer. Doch wer kann überhaupt Kat-Retter werden? Die Teilnahme der Ersthelfer setze deren Mitgliedschaft und aktive Tätigkeit in einer Hilfsorganisation, der Feuerwehr, bei der Polizei oder die derzeitige oder ehemalige Tätigkeit in einem medizinischen beziehungsweise rettungsdienstlichen Beruf voraus. Über eine mögliche Ausweitung des Teilnehmerfeldes entscheiden die Träger des Rettungsdienstes sowie die ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes des Leitstellengebietes.

Um als Ersthelfer über die App Kat-Retter alarmiert werden zu können, muss der Helfer zunächst eine Einweisung erhalten, in der die aktuellen Reanimationsleitlinien und die Verwendung der App geschult werden. Dazu muss eine E-Mail an die örtlich zuständige Hilfsorganisation geschickt werden. In der formlosen Mail müssen die Kontaktdaten (Name, Vorname, E-Mail-Adresse, Telefon) mit dem Betreff „Anmeldung als Ersthelfer für Kat-Retter“ enthalten sein. Die Hilfsorganisation trete dann mit dem Interessierten in Kontakt, um einen Termin für eine Einweisung zu vereinbaren.

Julie Riesen ermutigt zur Teilnahme am Kat-Retter-Projekt

Julie Riesen möchte zur Teilnahme an dem Projekt ermuntern. „Es gibt bei uns viele Notärzte, die auch noch als Kat-Retter gelistet sind“, erklärt sie. Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren engagieren sich ebenso ehrenamtlich wie medizinisches Personal aus dem Elbe-Elster-Kreis. „Man muss keine Scheu haben, weil eigentlich kann man nichts falsch machen“, so Julie Riesen.