Angedacht als launiges Beisammensein haben wieder viele FDP-Anhänger, Parlamentarier und Wegbegleiter von Finsterwaldes Altbürgermeister Johannes Wohmann den Weg in die Kegelbahn in der Gaststätte Sieben Brunnen gefunden. Wohmann freute sich, dass mit Bodo Broszinski (Doberlug-Kirchhain, FDP), Felix Freitag (Sonnewalde, UWSU) und Delf Gerlach (Uebigau-Wahrenbrück, FDP) auch mehrere Stadtväter seiner Einladung gefolgt waren. Sogar die frisch gebackene Brandenburger FDP-Generalsekretärin Anja Schwinghoff wagte sich an die Bahnen.

Scharfe Kritik am Umweltsau-Lied

Bevor die ersten Kugeln rollen konnten, gab es wohldosierte Politikspitzen. Dazu ließ der Ortsverbandschef der Finsterwalder FDP wieder die Handpuppen sprechen. Ihre Namen: Dorothea und Wolfgang.

Vor allem den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwischte eine schwere Breitseite. „Oma“ Dorothea rechnete mit dem Umweltsau-Lied des WDR-Kinderchores ab. „Das ist ein unglaublicher Vorgang aus den Lautsprechern des demokratischen Rundfunks mit seiner bekloppten Zwangsabgabe.“ Dorothea sieht ihre Generation diskriminiert, sieht faschistoide Tendenzen und nennt es eine Frechheit, das Lied als Satire zu bezeichnen.

Harte Worte, die dem Kegelspaß im Anschluss aber keinen Abbruch taten. Nicht nur FDP-ler hatten sich unter die Sportler gemischt. Zum ersten Mal dabei war Sonnewaldes neuer Bürgermeister Felix Freitag. Der 33-Jährige rechnete sich keine großen Chancen aus. „Ich freue mich einfach auf Spielspaß und schöne Gespräche.“ Günter Adam von den Unabhängigen Bürgern Finsterwalde stimmte ein: „Das macht die Sache aus, auch mal einen Abend ohne Stress und politische Diskussionen zu erleben, locker und unverkrampft.“

Reiko Mahler hat es in dem Armen

Auf den Bahnen zeichnete sich derweil schnell ab, wer die größten Chancen auf den Sieg hat. Schon nach zwei mal zehn Würfen hatte der stellvertretende Kreisvorsitzende der Elbe-Elster-Liberalen Reiko Mahler 98 Punkte auf dem Konto und lag damit vor dem finalen Durchgang beinahe uneinholbar vorn.

Reiko Mahler freute sich auch abseits der Kegelbahn über Zahlen. Genauer gesagt die 67 und 76. Das sind die Mitgliederzahlen der Elbe-Elster-FDP Ende 2018 und aktuell. „Der Trend geht in die richtige Richtung“, so Mahler.

Kevin Manigk ist einer der jüngsten Neuzugänge. Der 19-Jährige ist seit Dezember dabei. „Ich bin politisch sehr interessiert und habe in der FDP einfach die meisten Übereinstimmungen mit meinen Ansichten gefunden“, erklärte der Falkenberger seine Entscheidung.

Altliberaler erinnert sich an manche Tüte Mitleid für die FDP

Deutlich länger darf sich Reinhard Hoffmann als Liberaler bezeichnen. Seit 1985 in der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD) und nach der politischen Wende in der FDP hat er einiges mitgemacht. „Wir sind ein familiärer Haufen, der schon mal die eine oder andere Tüte Mitleid abbekommt. Aber viele finden unsere Idee auch gut. Die Haltung ist wichtig und daran halte ich fest“, sagte der 70-Jährige, ebenso vom FDP-Ortsverband Falkenberg.

Zurück zum sportlichen Part: Reiko Mahler ließ auch im dritten Durchgang keine Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Der Seriensieger beim Bürgermeisterkegeln kam mit 155 Punkten über die Ziellinie.

26. Auflage des Bürgermeisterkegelns soll in Uebigau steigen

Nach 25 Jahren in Finsterwalde soll das Bürgermeisterkegeln 2021 in Uebigau steigen. Das hat ein Stechen – natürlich auf der Kegelbahn – zwischen Delf Gerlach und Bodo Broszinski ergeben.

Johannes Wohmann will etwas ruhiger treten. „Ich bin jetzt seit zehn Jahren im Ruhestand. Langsam beginne ich zu vergessen, dass ich mal Bürgermeister war“, sagte er mit einem Schmunzeln. Dem Bürgermeisterkegeln möchte er treu bleiben. Etwas befreiter aufspielend klappt es dann vielleicht doch irgendwann noch mit dem ersten Sieg.