Das Land Brandenburg bekommt eine neue kulturelle Marke: die Brandenburger Festspiele. Dahinter verbergen sich musikalische Entdeckungsreisen auf hohem Niveau unter dem Motto „So klingt Brandenburg!“ Auftakt ist am Donnerstag, 11. Juni, in Finsterwalde (Elbe-Elster). Stargast ist Pianist Justus Frantz.

Dass das trotz Corona-Eindämmungsverordnung geht, hat Walter Schirnik, der Präsident des neuen Festivals, vor riesiger Kulisse am Besucherbergwerk F 60 in Lichterfeld erklärt: „Es gibt in diesen Tagen nicht viele Konzerte in üblicher Weise. Justus Frantz wird auf einer rollenden Schwerlastbühne konzertieren, die an verschiedenen sogenannten Kulturhaltestellen in Finsterwalde stoppt. In Zeiten, in denen die Menschen nicht zur Musik kommen dürfen, kommt also die Musik zu ihnen.“ Auf die Höchstgrenze von 150 Zuhörern werde man streng achten, wird sie überschritten, rollt die Bühne weiter.

Starpianist Justus Frantz hat bei Anblick der F60 eine Idee

Innerhalb von 14 Tagen habe man das Projekt mit der Sparkasse Elbe-Elster als Partner vor Ort auf den Weg gebracht, unterstreicht Intendant Manuel Dengler. Die Brandenburger Festspiele führen in Schlösser, Kirchen, Kinos, Klöster und andere atemberaubende Orte der Region. In Finsterwalde macht der klingende Tieflader am Sängerlieddenkmal (10.30 Uhr), auf dem Markt (11 Uhr), im Schlosspark (14 Uhr), in der Brandenburger Straße (15 Uhr) und auf dem Innenhof der Sparkasse Elbe-Elster (15.45 Uhr) Station, bevor auf der Schlosswiese Doberlug (19 Uhr) die besondere Konzertreise endet.
Justus Frantz ist begeistert von der Idee und der Region. Ein Ausflug in den Spreewald sei einer der schönsten Momente in seinem Leben gewesen. „Das Konzept des Festivals ist einzigartig“, lobt er. Beim Anblick der F60 kommt ihm sofort eine Idee: „Hier würde ich gern die Sinfonietta von Janácek mit einem Riesenorchester aufführen und das große Indurstriedenkmal einbeziehen.“ Beifall gibt’s dafür von den Kulturmanagern der F60. Einen Tag nach dem Auftritt in Finsterwalde gibt Justus Frantz ein Konzert mit dem ersten Chinesischen Fernsehen und 100 angeschlossenen Rundfunkanstalten, das ihm mehr als eine Milliarde Zuhörer bescheren wird.
Der Landkreis Elbe-Elster erlebt eine Premiere der Brandenburger Festspiele, eines neuen Kulturformats. Am 11. Juni spielt Justus Frantz live am Steinway-Flügel von einem Tieflader herab. Instrument und Künstler machen Station an mehreren Stellen in Finsterwalde.
Der Landkreis Elbe-Elster erlebt eine Premiere der Brandenburger Festspiele, eines neuen Kulturformats. Am 11. Juni spielt Justus Frantz live am Steinway-Flügel von einem Tieflader herab. Instrument und Künstler machen Station an mehreren Stellen in Finsterwalde.
© Foto: Heike Lehmann

Festspieltage sind Ersatz für das Brandenburgische Sommerkonzert

In der Sängerstadt Finsterwalde bleibt es bei zehn- bis zwanzigminütigen Kurzkonzerten. Dafür kündigte Frantz unter anderem die Mondscheinsonate von Beethoven, Mozarts Klavier-Sonate A-Dur und Chopin an.
Für Frank Prescher, Vorstand der Sparkasse Elbe-Elster, ist das „Konzert to go“ ein Ersatz für das auf 2021 verschobene Brandenburgische Sommerkonzert mit Filmorchester Babelsberg im Schlosspark Stechau. Jürgen Riecke, Vorstandsvorsitzender, unterstreicht, dass man „in diesen Zeiten mit Kultur und 1,50 Meter Abstand wieder Mut machen will“. 1,6 Millionen Euro im Jahr wende die Sparkasse Elbe-Elster für Sponsoring im Jahr auf, „ein nicht unbeträchtlicher Teil davon für Kultur“, sagte er.

Youtube Starpianist Justus Frantz spielt live in Finsterwalde

Die Brandenburger Festspiele kommen in diesem Jahr noch mehrfach nach Südbrandenburg, so ins Schloss Martinskirchen (Elbe-Elster), in den Weltspiegel Cottbus und die Kulturkirche Luckau.