Bombe bei Finsterwalde
: 30 Fliegerbomben und Flak in Schacksdorf gefunden

In Schacksdorf bei Finsterwalde sind vermutlich Altlasten eines Militärflugplatzes wieder aufgetaucht. Das ist zum Fund der Bomben bekannt.
Von
Franziska Helm,
Mario Sanders
Schacksdorf
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Die gefundenen Bomben werden von der Polizei bis zum Eintreffen des Kampfmittelräumdienst gesichert und bewacht.

Die gefundenen Bomben werden von der Polizei bis zum Eintreffen des Kampfmittelräumdienst gesichert und bewacht.

Kai Roeper
  • Bei Bauarbeiten in Schacksdorf bei Finsterwalde wurden 30 Bomben und eine Flak entdeckt.
  • Der Fund erfolgte laut Amt Kleine Elster am Dienstag und Mittwoch auf einem Solarpark-Gelände.
  • Ordnungsamt und Polizei sichern das Areal – Auswirkungen auf die Bevölkerung gibt es nicht.
  • Am Donnerstag sollen Bomben und Flakgeschütz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt werden.
  • Da es ein ehemaliger Militärflugplatz ist, werden weitere Funde während der Bauarbeiten erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei Bauarbeiten für einen Solarpark und einen Batteriespeicher auf dem Flugplatz in Finsterwalde / Schacksdorf im Landkreis Elbe-Elster sind am Dienstag (16. Juni 2026) und Mittwoch rund 30 Fliegerbomben sowie ein kleines Flakgeschütz entdeckt worden.

Das bestätigte Marten Frontzek, Amtsdirektor vom Amt Kleine Elster. Ordnungsamt und Polizei sichern das Gelände derzeit ab. Am Donnerstag sollen die Funde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst abgeholt und entsorgt werden.

Nach Angaben der Behörden besteht für die Bevölkerung aktuell keine Gefahr. Die nächsten bewohnten Gebäude liegen etwa 800 Meter von der Fundstelle entfernt. Auswirkungen auf Anwohnerinnen und Anwohner gibt es demnach nicht.

Bombe bei Finsterwalde: Fund überrascht kaum

Der Fund überrascht vor dem Hintergrund der Geschichte des Geländes kaum. Der Flugplatz von Finsterwalde / Schacksdorf war über Jahrzehnte militärisch genutzt. 1934/35 entstand dort der Fliegerhorst Finsterwalde-Schacksdorf. Während der NS-Zeit wurden auf dem Flugplatz unter anderem Flugzeugführer und Funker ausgebildet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm im April 1945 die Rote Armee das Areal ein und baute es zu einer bedeutenden sowjetischen Militärbasis aus. Bis zum Abzug der Truppen im Jahr 1993 blieb der Standort in militärischer Nutzung.

Dass nun bei Erdarbeiten Kampfmittel in mehreren Metern Tiefe gefunden werden, passt in dieses historische Bild. Nach Behördenangaben ist auf dem früheren Militärflugplatz auch bei weiteren Bauarbeiten mit ähnlichen Funden zu rechnen.

Der Flugplatz wurde später noch zivil genutzt. Der ehemalige Sonderlandeplatz war zuletzt für Hubschrauber, Motorsegler, Segelflugzeuge, Ballone, Luftschiffe sowie Regional- und Zubringerflugzeuge bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 14.000 Kilogramm zugelassen. Auf der Grasbahn durften Flugzeuge bis 2.000 Kilogramm landen.

Ein markantes Zeugnis der Geschichte ist der historische Tower aus dem Jahr 1935, der unter Denkmalschutz steht. In dem Gebäude war zuletzt ein Fliegercafé untergebracht.